Analyse
13:20 Uhr, 08.05.2026

Ist ROCKET LAB weiterhin eine Rakete für das Depot?

Amerika rüstet auf und Rocket Lab ist mittendrin. Während die USA unter dem Schlagwort "Golden Dome" ihre Raketenabwehrarchitektur neu aufstellen, hat sich das Raumfahrtunternehmen von CEO Peter Beck in kürzester Zeit in eine Schlüsselposition manövriert:

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  • Rocket Lab Corp. - WKN: A419CG - ISIN: US7731211089 - Kurs: 78,500 $ (Nasdaq)

Als Satellitenlieferant für das Pentagon, als Hyperschall-Teststarter für das Militär und nun als ausgewählter Partner für das Space-Based-Interceptor-Programm gemeinsam mit Rüstungsriesen Raytheon. Zeitgleich verkündete Rocket Lab eine Kooperation mit Anduril Industries, zwei der innovativsten Verteidigungsunternehmen der USA, die künftig gemeinsam an Hyperschallfähigkeiten arbeiten. Drei dedizierte HASTE-Starts sind gebucht, der erste ab November dieses Jahres. Beck nennt es "kommerzielle Geschwindigkeit im Verteidigungssektor." Die Zahlen des ersten Quartals 2026, dem stärksten Jahresauftakt der Unternehmensgeschichte, untermauern, dass diese Positionierung bereits Früchte trägt.

Rekordzahlen auf breiter Front

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 200,3 Mio. USD, ein Plus von 63,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ein sequenzielles Wachstum von knapp 12 %. Das Space-Systems-Segment, das Satellitensysteme und Subsysteme umfasst, steuerte 136,7 Mio. USD bei, ein Jahreswachstum von 57,2 %. Der Bereich Launch Services verbuchte 63,7 Mio. USD, ein Zuwachs von 78,9 % im Jahresvergleich. Die GAAP-Bruttomarge verbesserte sich auf 38,2 %, die Non-GAAP-Marge erreichte 43 %. Beides übertraf die eigene Prognose deutlich. Der Nettoverlust verengte sich auf 45,02 Mio. USD. Das bereinigte EBITDA wies einen Verlust von lediglich 11,8 Mio. USD aus, weit besser als die prognostizierten 21 bis 27 Mio. USD.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Auftragsbestands: Er stieg um 20 % auf 2,2 Mrd. USD, was einem Jahreswachstum von 108 % entspricht. Im ersten Quartal unterzeichnete Rocket Lab 31 neue Electron- und HASTE-Verträge sowie fünf dedizierte Neutron-Missionen, mehr Buchungen als im gesamten Vorjahr zusammen. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Quartalsende auf 1,48 Mrd. USD; inklusive zusätzlicher Finanzierungslinien verfügt das Unternehmen über mehr als 2 Mrd. USD an Gesamtliquidität. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Rocket Lab einen Umsatz zwischen 225 und 240 Mio. USD, das bereinigte EBITDA mit einem Verlust von 20 bis 26 Mio. USD.


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HASTE, Anduril und das Rennen um Golden Dome

Der mit Abstand größte Wachstumstreiber im Verteidigungsbereich ist das HASTE-Programm, Rocket Labs suborbitaler Hyperschall-Teststarter. Im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen einen Blockauftrag über 20 Starts im Wert von 190 Mio. USD, platziert durch Kratos für das Pentagon-Programm MACH-TB. HASTE macht inzwischen fast ein Drittel des gesamten Launch-Auftragsbestands aus. Die Partnerschaft mit Anduril, das für seine Hochgeschwindigkeits-Prototypenentwicklung bekannt ist, ergänzt dieses Bild konsequent: Gemeinsam wollen beide Unternehmen Verteidigungstechnologien entwickeln, die in Monaten statt Jahren einsatzbereit sind.

Flankiert wird dies durch die Auswahl von Rocket Lab gemeinsam mit Raytheon für das Space-Based-Interceptor-Programm. Das Programm zielt auf die Abwehr hypersonischer und manövrierfähiger Bedrohungen aus dem Weltraum. CFO Adam Spice verwies auf ein "sehr großes Potenzial", betonte jedoch die Durchgangskriterien, die zunächst erfüllt werden müssen. Rocket Lab bringt dabei sowohl Raketenstart- als auch Satellitenkapazitäten ein, eine Kombination, die wenige Wettbewerber vorweisen können. "Wenn wir verlieren, gewinnen wir trotzdem", formulierte Beck pointiert, "weil danach die Kaufaufträge für unsere Komponenten eintreffen."

Neutron, Motiv und Europa

Das strategische Schwergewicht bleibt Neutron, die mittelgroße Trägerrakete, die Rocket Lab noch in diesem Jahr erstmals starten will. Zuletzt schloss das Unternehmen den größten Einzelvertrag seiner Geschichte ab: fünf dedizierte Neutron-Missionen plus drei Electron-Flüge für einen vertraulichen Kunden bis 2029, ein Auftrag, der den zuvor gemeldeten HASTE-Blockauftrag an Volumen übertrifft. Beck machte unmissverständlich klar, dass Preiszugeständnisse nicht zur Disposition stehen. Rabatte, um das Manifest zu füllen, schloss er kategorisch aus. Die Entwicklung schreitet parallel auf mehreren Fronten voran. Triebwerktests laufen am Stennis Space Center, Stufentrenntests sind im Gange, das Landebargeschiff "Return on Investment" wird in Louisiana ausgerüstet. Bei Flug 1 plant Rocket Lab einen kontrollierten Wasseraufprall, um das Wiedereintrittsverhalten zu validieren. Eine Landung auf der Barge ist ab Flug 2 vorgesehen.

Parallel schließt Rocket Lab eine weitere Lücke in der vertikalen Integration: Mit der angekündigten Übernahme von Motiv Space Systems aus Pasadena sichert sich das Unternehmen Weltklasse-Expertise in Weltraumrobotik und Präzisionsmechanik. Motiv-Technologie steckt im Roboterarm des NASA-Rovers Perseverance. Die 50 Ingenieure des Unternehmens sollen künftig als Rocket Lab Robotics firmieren. Gleichzeitig eröffnet der abgeschlossene Erwerb des deutschen Laserkommunikationsspezialisten Mynaric erstmals einen europäischen Unternehmensstandort. Die europäischen Raumfahrt- und Verteidigungsbudgets sollen nach Schätzungen bis 2030 auf bis zu 109 Mrd. EUR anwachsen. Rocket Lab Europe soll davon profitieren, über optische Kommunikationssysteme, Satellitenbauten und Subsystemlieferungen.

Rocket Labs Quartalsergebnisse sind durchaus gut und lassen keinen Zweifel an der operativen Stärke des Unternehmens. Umsatzwachstum, Margenentwicklung und Auftragsbestand übertreffen die Erwartungen in mehreren Kategorien gleichzeitig. Die konsequente Verteidigungsstrategie rund um Golden Dome, HASTE und die neuen Partnerschaften mit Raytheon und Anduril verleiht dem Unternehmen eine große Tiefe, die über klassische Raumfahrtanbieter weit hinausgeht. Entscheidend für die langfristige Bewertungslogik bleibt jedoch Neutron. Erst ein erfolgreicher Erstflug und die anschließende Hochskalierung werden jenes Margenpotenzial freisetzen, das Spice mit Bruttomargenzielen von über 50 % und operativen Margen im mittleren bis hohen 20-%-Bereich skizziert.

Fazit: Rocket Lab ist in den USA, neben SpaceX in Zukunft, die Aktie die man im Depot haben muss, wenn man das Thema Weltraum spielen will. Anleger müssen aber auch Vorsicht walten lassen! Eine Bewertung mit mehr als dem fünfzigfachen Umsatz ist eigentlich fundamental nicht tragfähig. Man kauft hier in erster Linie die Marktposition und die Fantasie. Wenn man dann mal 50 % im Minus steht bei der Rocket-Lab-Aktie, darf man sich nicht wundern. Wer aber das Thema abdecken will, der kommt eben kaum um Rocket Lab herum.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mio. USD 601,80 853,50 1.250,00
Ergebnis je Aktie in USD -0,18 -0,11 0,05
Gewinnwachstum 38,89% 145,45%
KGV - - 1.560
KUV 74,8 52,7 36
PEG 18,23 neg.
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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