GERRESHEIMER - Optionen gibt es. Käufer auch?
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- Gerresheimer AG - WKN: A0LD6E - ISIN: DE000A0LD6E6 - Kurs: 19,140 € (XETRA)
Analyst Olivier Calvet reagiert damit auf die strategische Neuausrichtung des Spezialverpackungsherstellers und die geplante Veräußerung wesentlicher Geschäftsbereiche.
Im Mittelpunkt der Analyse stehen die US-Tochter Centor sowie das internationale Glasgeschäft Moulded Glass, die Gerresheimer zur Disposition gestellt hat, um die Verschuldung zu reduzieren. Centor gilt grundsätzlich als attraktiver Vermögenswert mit stabiler Marktposition im Bereich pharmazeutischer Kunststoffverpackungen. Allerdings würde ein Verkauf die Margenstruktur des Konzerns spürbar verändern, da das Geschäft bislang überdurchschnittlich profitabel ist und einen wichtigen Ergebnisbeitrag liefert.
Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung für Moulded Glass aus. Das klassische Glasgeschäft leidet unter einer schwachen Nachfrage, insbesondere aus der Kosmetik- und Pharmabranche. In diesem Umfeld dürfte sich ein Käufer nur schwer finden lassen oder nur zu deutlich niedrigeren Bewertungen bereit sein. Entsprechend spricht Calvet von einer breiten Palette möglicher Szenarien, deren Wahrscheinlichkeit aus seiner Sicht jedoch eher zu negativen als zu positiven Überraschungen tendiert.
Prognosen am unteren Ende der Guidance
UBS richtet die eigenen Schätzungen nun am unteren Ende der zuletzt kommunizierten, stark auf das zweite Halbjahr 2026 ausgerichteten Unternehmensprognose aus. Der Analyst senkt sowohl die kurz- als auch die mittelfristigen Gewinnerwartungen und erhöht gleichzeitig den Diskontierungssatz in seinem Bewertungsmodell. Das Resultat ist ein drastischer Einschnitt beim Kursziel um mehr als 55 %.
Als potenzielle Impulse nennt Calvet eine fristgerechte Veröffentlichung des Geschäftsberichts bis zum 31. März, die zentrale Aspekte der laufenden Bafin-Prüfung adressieren könnte, sowie einen erfolgreichen Verkauf von Centor oder Teilen des Glasgeschäfts. Dennoch überwiegen aus seiner Sicht die Risiken. Höhere Unsicherheit, geringere Wachstumsdynamik und eine angespannte Bilanz prägen das Bild.
Gerresheimer befindet sich in einer Phase der Bewährung. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern kräftig in Kapazitätsausbau und Akquisitionen investiert, vor allem im Bereich anspruchsvoller Pharma-Verpackungslösungen. Das nun eingetrübte Marktumfeld und die erhöhte Verschuldung zwingen das Management zu strukturellen Anpassungen.
Für Investoren bedeutet das eine grundlegende Neubewertung des Risiko-Rendite-Profils. Zwar könnten einzelne Transaktionen kurzfristig Liquidität freisetzen, zugleich droht jedoch eine strukturelle Schwächung der Ertragskraft. Die Aktie dürfte daher vorerst von erhöhter Volatilität und anhaltender Skepsis begleitet werden.
Fazit: Gerresheimer hat derzeit viele Probleme am Hals. Die Größten davon: Der Vertrauensentzug nach den Bilanzproblemen und die viel zu hohe Verschuldung. Für eine Turnaroundwette erscheint es mir immer noch zu früh zu sein. Es gibt momentan einfach auch zu viele günstige Alternativen am Markt zu kaufen.
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