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14:21 Uhr, 05.09.2014

EZB übertrifft Markterwartungen

Die EZB hat nach Meinung von Martin Harvey, Anleihen-Portfoliomanager bei Threadneedle Investments, zu einer Zinssenkung und einem starken Bekenntnis zu ABS-Käufen bewogen, dass die Inflationserwartungen kürzlich gefallen sind.

Frankfurt (BoerseGo.de) - Die EZB hat die Erwartungen des Marktes in diesem Monat erneut übertroffen. Denn sie hat zum einen deutlich gemacht, dass sie an ihrem Inflationsziel festhält. Zum anderen hat sie hervorgehoben, dass die Marktteilnehmer nach so vielen Monaten mit niedrigen Inflationsraten die Hoffnung verlieren könnten. Dass die Inflationserwartungen kürzlich gefallen sind, hat die EZB zu einer Zinssenkung und einem starken Bekenntnis zu ABS-Käufen bewogen, wie Martin Harvey, Anleihen-Portfoliomanager bei Threadneedle Investments, in einem aktuellen Kommentar zum gestrigen EZB-Entscheid schreibt.

Im Zusammenspiel mit dem TLTRO-Programm könnten diese Maßnahmen die Bilanz der EZB um bis zu eine Billion Euro aufblähen. Ein so großes Programm zum Aufkauf von Vermögenswerten werfe gewiss Fragen hinsichtlich der damit verbundenen technischen Schwierigkeiten auf. Dies erkläre, weshalb die EZB den Umfang des Programms nicht genauer beziffere. Nichtsdestotrotz sollte ihr allgemeines Bekenntnis genügen, um das Vertrauen des Marktes in sie und ihre Fähigkeit, ihrem Mandat gerecht zu werden, zu stärken, heißt es weiter.

„Das ABS-Programm wird eine Phase der ultralockeren Geldpolitik einläuten, wenn auch ohne die dabei üblicheren Staatsanleihenkäufe. Solche politischen Mittel sind immer mit organisatorischen Hürden verbunden. Dennoch behält die EZB sie für den Fall, dass die Konjunktur sich weiter verschlechtern sollte, in der Hinterhand. Vorerst sollte diese Form der Geldpolitik risikoreicheren Vermögenswerten weiteren Auftrieb geben. Zudem dürfte sie dafür sorgen, dass die Jagd auf Rendite am Anleihenmarkt anhält – wenigstens so lange, bis sich zeigt, wie schnell die Bilanzverlängerung der EZB von statten geht“, so Harvey.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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