Exklusive stock3 Plus Analyse: Zölle, Iran-Konflikt und NVIDIA im Fokus
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Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zur Rechtswidrigkeit der meisten Trump-Zölle und der Ankündigung eines neuen globalen Zolls von 15 % durch Trump bleibt die Unsicherheit hoch und die rechtliche Lage unübersichtlich.
Unklar ist, welche bestehenden Handelsabkommen weiter Bestand haben. Die EU-Kommission pocht darauf, dass eine Obergrenze von 15 % bei Zöllen auf EU-Waren nicht überschritten wird. Völlig ungeklärt ist die Frage, was mit bereits gezahlten Zöllen passiert. Schätzungen zufolge könnten rund 175 Mrd. USD, die bereits an die US-Staatskasse geflossen sind, zurückgefordert werden.
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Unterdessen belastet die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran weiter. Geplant ist offenbar eine weitere Verhandlungsrunde am Donnerstag in Genf. Irans Außenminister Abbas Araghtschi zeigte sich zuversichtlich, dass man rasch zu einer Einigung kommen könne. Der Iran ist offenbar zu Zugeständnissen bereit, fordert seinerseits aber eine Aufhebung der Sanktionen und das Recht zur friedlichen Nutzung der Atomtechnik.
Aktienmärkte schwächer, Gold fester
Angesichts der geopolitischen Gemengelage ist zu Wochenbeginn zunächst "risk off" angesagt. Anleger flüchten aus den Aktienmärkten in den sicheren Hafen der Edelmetalle. Die Ölpreis korrigiert unterdessen wegen neuer Hoffnungen auf eine friedliche Lösung im Iran-Konflikt, während der Bitcoin wieder auf Talfahrt geht.
Der DAX ist zu Wochenbeginn wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht, bleibt aber zugleich in Reichweite des Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507,79 Punkten.
Blick auf Fundamentaldaten
Trotz der geopolitischen Spannungen verweisen Marktbeobachter auf robuste Fundamentaldaten. In den USA zeigt sich die Wirtschaft bislang widerstandsfähig, der Arbeitsmarkt bleibt stabil. In Europa deuten jüngste Einkaufsmanagerindizes auf eine schrittweise Stabilisierung hin. In Deutschland sorgt das besser als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklima für neue Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung.
Für Deutschland stehen in dieser Woche noch vorläufige Inflationsdaten für Februar im Fokus. Die am Freitag anstehenden Daten dürften eine Stabilisierung der Inflationsrate bei 2 % zeigen, während die Kerninflation noch etwas über dem Ziel liegen dürfte. In den USA richtet sich der Blick auf das Verbrauchervertrauen des Conference Board am Dienstag.
NVIDIA als Gradmesser für den KI-Sektor
Besondere Aufmerksamkeit gilt am Mittwochabend den Quartalszahlen von NVIDIA. Der Halbleiterkonzern gilt als zentraler Profiteur des KI-Booms. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Umsatz, Marge und Ausblick. Erwartet wird für das jetzt beendete Geschäftsquartal (nach der NVIDIA-Zählung bereits das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026) ein Umsatzanstieg um 67,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 65,97 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie dürfte um 72,4 % auf 1,53 USD gestiegen sein.
Die Zahlen dürften nicht nur für die NVIDIA-Aktie selbst richtungsweisend sein, sondern auch für den gesamten Technologiesektor und die Diskussion um eine mögliche KI-Blase. Sollten die Ergebnisse die hohen Erwartungen verfehlen oder der Ausblick vorsichtiger ausfallen, könnte dies Gewinnmitnahmen im KI-Segment nach sich ziehen. Umgekehrt könnte eine erneute positive Überraschung die Rally in diesem Bereich verlängern.

Neben NVIDIA legen in den USA unter anderem Home Depot (Dienstag), Salesforce und Dell Technologies (Donnerstag) sowie Berkshire Hathaway (Samstag) Zahlen vor.
In Deutschland läuft die Berichtssaison weiter auf Hochtouren, mit Zahlen u.a. von Fresenius Medical Care und MTU Aero Engines (Dienstag), Fresenius, E.ON, Heidelberg Materials, Nordex, Auto1 und Freenet (Mittwoch), Allianz, Deutsche Telekom, Munich Re, Hensoldt, Scout24, Aixtron, Kion, Befesa und Puma (Donnerstag) sowie BASF und Delivery Hero am Freitag. Teilweise handelt es sich dabei aber um endgültige Zahlen mit bereits bekannten vorläufigen Eckdaten.
Erstveröffentlichung: 12:53 Uhr, 23.02.2026, von Oliver Baron




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