Kommentar
13:17 Uhr, 20.04.2026

Exklusive stock3 Plus Analyse: Hormus-Schock bremst die Erholung

Zum Start in die neue Börsenwoche dominieren erneut die Risiken aus dem Mittleren Osten. Im Wochenverlauf dürften auch die Berichtssaison und Konjunkturdaten v.a. aus Europa für neue Impulse sorgen.

Die abermalige Schließung der Straße von Hormus hat den Ölpreis wieder steigen lassen und die Aktienmärkte belastet. Brent verteuerte sich am Montagvormittag auf über 95 US-Dollar, während der DAX nach seinem Sprung zum Wochenausklang wieder auf unter 24.400 Punkte zurückfiel.


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Damit bleibt der Ölmarkt vorerst der Taktgeber. Die Hoffnung auf eine rasche Entspannung hat einen Dämpfer bekommen, nachdem das US-Militär einen iranischen Tanker beschlagnahmt hat, was von China kritisiert wurde. Von der iranischen Regierung hieß es am Montag, dass es aktuell keine Pläne für neue Gespräche mit der US-Seite gebe. Zu einer weiteren Verhandlungsrunde in Islamabad sollen offenbar keine Vertreter geschickt werden, während die Waffenruhe nur noch bis Mittwoch gilt. Die geopolitische Unsicherheit bleibt also hoch, und mit ihr die Nervosität an den Märkten.

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Berichtssaison und Konjunkturdaten sorgen für frische Impulse

Immerhin richtet sich der Blick nun auch wieder stärker auf die Berichtssaison. In Deutschland stehen in dieser Woche unter anderem Zahlen von Beiersdorf, Sartorius und SAP auf der Agenda, in den USA berichten unter anderem Boeing und Tesla über das zurückliegende Quartal.

Nach den jüngsten Rekorden bei S&P 500 und Nasdaq dürfte sich zeigen, ob die bislang robuste Stimmung an den US-Märkten den Gegenwind durch den Ölpreisanstieg abfedern kann. Bislang haben rund vier Fünftel aller US-Unternehmen mehr verdient als erwartet. Dies liegt aber vor allem auch daran, dass die Erwartungen im Vorfeld der Zahlen durch die Unternehmen meist entsprechend "gemanagt" werden.

Auf der Makroseite dürften Konjunkturdaten zeigen, wie stark sich die Stimmung vor allem in Europa und Deutschland durch die neue Unsicherheit rund um den Persischen Golf eingetrübt hat. So stehen am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen, am Donnerstag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes und am Freitag das ifo-Geschäftsklima auf der Agenda.

In den USA sind wichtige Konjunkturdaten eher Mangelware, am Dienstag wird aber über die Einzelhandelsumsätze im März berichtet.

Unterm Strich spricht vieles für eine unruhige und nachrichtengetriebene Woche: Steigende Energiepreise, geopolitische Schlagzeilen und zugleich eine Berichtssaison, die zumindest stellenweise für Gegenakzente sorgen könnte, stehen im Fokus.

Erstveröffentlichung: 13:11 Uhr, 20.04.2026, Oliver Baron

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