Analyse
11:54 Uhr, 17.03.2019

Europas Final-Investoren sind derzeit alles andere als zu beneiden

Wer behauptet, dass Europas Aktienmärkte kein Eigenleben haben und immer am Rockzipfel der US-Börsenbarometer hängen würden, wurde letzte Woche wieder eines Besseren belehrt.

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  • DAX
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    Kursstand: 11.685,69 Pkt (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Hintergrund waren einmal mehr die unterschiedlichen Gewichtungen der beiden geopolitischen und geowirtschaftlichen Hauptbrennpunkte: die Entwicklung im Handelsstreit USA / China stand in den US-Märkten im Vordergrund, in Europa fokussierte man sich auf die Entwicklung rund um ein mögliches Ausscheiden Großbritanniens aus der EU.

Brexit – eine never ending story?

In der letzten Woche wurden im britischen Parlament an drei Tagen Entscheidungen getroffen – mehr in die Richtung was man nicht will, als was man will bzw. viel mehr wie man es will. May´s „Deal“ mit der EU ist auch in der nachgebesserten Form deutlich durchgefallen. Die sich dieser Entscheidung anschließende Frage, ob man überhaupt irgendwie einen Deal wolle oder auch ohne diesen am 29. März die Gemeinschaft verlassen soll, wurde ebenfalls abschlägig abgestimmt – womit eine wirre Situation entstand. Zum Abschluss wurde dann noch beschlossen, den Austrittstermin nach hinten zu verschieben.

Entscheidungen, welche als „mehrheitsfähig“ an der Börse gelten, sind in der Regel mit wenig Tiefgang, so verwunderte es auch nicht, dass der DAX und sein Derivat (FDAX) zunächst wie erwartet in der skizzierten Konsolidierung verblieben und nach der Donnerstagentscheidung zum Verfallstermin deutlich anstiegen und die obere Begrenzung bei 11.700 überwanden. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit wurde als gesunken interpretiert – so beschrieben einige befragte Händler zumindest den dominanten Gemütszustand auf der finalen Seite – was (a) zu einer Veränderung der einzuschätzenden Rahmenbedingungen führte und damit (b) erneute Handlungs- und Anpassungsaktivitäten in den Portfoliozusammensetzungen nach sich zog. Konnten wir im Wochenverlauf einige recht konsequente Hedges-Aktivitäten sehen, so kamen am Freitag Eindeckungen und schweißtreibende Optionspositionen zusammen und trugen den DAX / FDAX auf ein neues Jahres- und Impulshoch, oberhalb der 11.700.

Bevor wir uns der portfoliotechnischen Wirkungen und Konsequenzen zuwenden, skizzieren wir noch einmal die geopolitischen und –wirtschaftlichen Aspekte, welche auf die Rahmenbedingungen einwirkten, diese veränderten und somit den Handlungsbedarf auf der Finalseite auslösten.

Ein Ausbleiben eines harten Brexit wurde bereits im Vorfeld erwartet und eingepreist, zumindest ist das der bisherige Konsens. Mit der Entscheidung im Unterhaus am Mittwoch, einen harten Brexit ohne Deal definitiv auszuschließen, konnte man temporär tatsächlich annehmen, dass dieser Kelch nun an uns vorübergegangen sei, was zumindest zu Schließungen der erst jüngst wieder geöffneten und ausgebauten Short-Hedges-Positionen geführt hatte. Eine echte Entspannung haben wir dennoch nicht, auch wenn man zunächst konsequent die Hedges reduzierte (weil alle Investoren reduzierten und die Optionsseite absolut lehrbuchmäßig wie ein Katalysator wirkte).

Doch ist (wie so oft) die erste allgemeine Interpretation zu kurz gesprungen. Vom Eis ist die Kuh noch lange nicht. Die Briten wollen nicht ohne Deal aus der EU, aber der einzige Deal, der auf dem Tisch liegt, wird abgelehnt. Somit wartet man jetzt auf einen Deal, den es (noch) nicht gibt und hier liegt das eigentliche Problem – nämlich die Zeit. Hinzu kommt, dass die Briten wahrscheinlich noch immer nicht verstanden haben, dass sie jetzt das Heft überhaupt nicht mehr in der Hand haben. Die Entscheidung darüber, wie es weitergeht liegt aktuell in Brüssel. Denn lehnt Brüssel die von London nun geplante Verlängerung der Austrittsphase ab, dann wird der 29. März ohne Wenn und Aber der Tag für GB, zum Abschied leise „Servus“ zu singen.

Die EU brachte in den letzten Tagen immer wieder markige Worte zu diesem Thema: Macron will von London wissen, warum die EU überhaupt verlängern soll, ins gleiche Horn stieß am Freitag Europas Brexit-Chefunterhändler Barnier: „Verlängern – wozu?“.

Aber es gibt auch andere Töne aus dem bisher zumindest wenigstens in dieser Frage im Ansatz geeinten Europa: so schlug der EU-Ratspräsident Tusk vor, den Briten eine möglichst lange Verschiebung anzubieten. Um für diese Idee zu werben, reist er diese Woche nach Berlin und Paris, wobei er in Berlin wohl offene Türen einrennen könnte. Denn die deutsche Regierung ist durchaus bereit, GB entsprechend Zeit einzuräumen. „Alles was dazu beiträgt, dass sich Großbritannien das Ganze noch einmal überlegt, ist unbedingt besser als ein Ausscheiden ohne Regelung“, werden Regierungsvertreter in der Presse zitiert. Gerade auch für uns in Deutschland hängt wirtschaftlich zu viel dran, als dass man es einfach „krachen“ lassen könnte.

Ach, wenn es doch alles ein bisschen linearer wäre – schön in Ursache und Wirkung unterteilt, könnte man seufzen, aber Wirtschaft, Politik und Börse sind nun einmal komplex und nichtlinear.

Am Stammtisch könnten wir sicherlich rasch ein vermeintlich richtiges Vorgehen der EU-Politik finden, aber die Wirklichkeit geht anders und darauf wird sich die Börse einstellen müssen – was es der marktbewegenden Finalseite auf keinen Fall einfacher macht.

Szenario 1: Die EU gibt GB Zeit bis zum 22. Mai (das ist der Tag vor dem Start der Europawahl) oder bis zum 30. Juni (kurz bevor das neue Parlament zusammentritt). Die Vorteile hier wären: (a) man gibt den Briten mehr Zeit, sich für irgendeine Lösung zu entscheiden, (b) sie wären dennoch früh genug raus aus der EU, um nicht wählen zu müssen – was zwingend vorgeschrieben wäre, sollten die Damen und Herren von der Insel noch im gemeinsamen Europa-Club zum Zeitpunkt der Wahl und der folgenden Konstituierung sein. Das Problem eines solchen kurzen Zeitfensters liegt allerdings auch auf der Hand: drei Jahre lang haben die Politiker nichts Vernünftiges in puncto Brexit auf die Beine gestellt – warum sollte das jetzt in wenigen Gnadenwochen geschehen? Frau May hat das Unausweichliche allem Anschein nach schon begriffen: scheitert sie bei der nun dritten Abstimmung zu ihrem (erst letzte Woche mit einer „Augenauswischänderung“ aufgehübschten) Abkommen mit Brüssel, braucht man bei der EU gar nicht erst nachfragen nach Verlängerung bis Ende Juni – dann kann man gleich in einen Langzeitantrag übergehen. „Eine kurze Verlängerung ist sinnlos“, hieß es dazu in der vergangenen Woche bereits im Europarat, dem Gremium der Mitgliedsstaaten. „Dann geht der britische Zirkus einfach nur weiter“.

Szenario 2: Es kommt zu einer Langzeitverschiebung über mehrere Jahre. In diesem Falle hätten wir eine echt bizarre Situation: die Briten würden Ende Mai an der Europawahl teilnehmen, sie würden die nächste EU-Kommission und ihren Präsidenten mitwählen, beim nächsten Siebenjahreshaushalt der EU und auch bei allen anderen wichtigen Entscheidungen mitreden. Und das könnte dazu führen, dass es stört oder schlimmer, dass sie sich Bedingungen schaffen, die ihnen die Weichenstellungen für einen späteren Austritt vereinfachen und zu ihren Gunsten verbessern könnten. Ein SPD-Europaabgeordneter sagte gegenüber der Presse, dass es eine Horrorvorstellung wäre, wenn der Brexit weitere Jahre wie eine dunkle Wolke über der EU hinge und Großbritannien als Mitglied eigene Interessen verfolgt und „bei allen wichtigen Entscheidungen Sand ins Getriebe streut“. Andere Europa-Politiker warnen, „dass das Londoner Chaos den gesamten EU-Entscheidungsprozess belastet“. Eigentlich wolle man jetzt dringende Entscheidungen treffen, nämlich über eine gemeinsame Verteidigung, Handel, Soziales und Klimaschutz. „Das die austrittswilligen Briten daran beteiligt sein sollen, kann man niemandem erklären.“

Szenario 3: Europa sagt „No, Njet, Non“. In diesem Falle wird es wirtschaftlich große Belastungen geben – auf beiden Seiten. Und Schuld ist dann die EU – so werden es viele seichte Gemüter am Ende verstehen.

Sind diese drei Szenarien für sich bereits verzwickt genug und machen einen Investoren-Entscheidungsprozess nicht unbedingt leichter, kommt noch ein weiteres mögliches Szenario hinzu.

Szenario 4: Wie es im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ heißt, hat der britische Jurist Maugham einen Ausweg für GB skizziert, das Zepter in dieser Frage nicht an die EU abzutreten (die derzeit möglicherweise denkt, dass die Entscheidung für das Kommende jetzt tatsächlich in Brüssel liegen könnte): Der Jurist fordert, dass das Parlament ein bereits von ihm verfasstes Gesetz verabschiedet, in dem vorgesehen ist, dass GB im Falle einer Nicht-Einigung auf irgendeinen Austrittsvertrag seinen Antrag auf den EU-Austritt einseitig zurückzieht. Dann hätte man auf der Insel genug Zeit, darüber nachzudenken, wie man es gerne hätte und könnte dann bei Bedarf wieder einen entsprechenden Austrittsantrag stellen.

Da man solch einen Husarenstreich bereits im Vorfeld befürchtet hatte, schrieben EU-Abgeordnete schon vor zwei Jahren eine entsprechende Gegenpassage in ihre Brexit-Resolution, wonach die britische Regierung ihre Austrittsmitteilung nur widerrufen könnte, wenn Bedingungen genannt werden, „die von allen verbleibenden 27 Mitgliedstaaten der EU festgelegt werden“. Doch es waren die EU-Europäer selbst, die diese Klausel zu Fall brachten, genauer der Europäische Gerichtshof im Dezember 2018. Die EU-Richter urteilten, dass die Regierung Großbritanniens den Austrittsantrag jederzeit vor Ablauf der Frist „ohne Wenn und Aber“ zurückziehen könne. Für Maugham, der einer der sieben Kläger war, auf dessen Betreiben hin das EuGH-Urteil überhaupt zustande kam und der sich ganz unbescheiden als die „leitende Kraft“ in diesem Spiel sieht, ist absolut klar, dass ein neuer Austrittsantrag von Seiten GBs jederzeit wieder neu gestellt werden kann.

Die EU könnte sich vor diesem Taschenspielertrick kaum zur Wehr setzen hieß es von Seiten vieler Juristen. „In der deutschen Rechtswissenschaft ist das EuGH-Urteil massiv kritisiert worden, da es Missbrauch Tür und Tor öffnet“, sagte ein Europarechtler gegenüber den Nachrichtenagenturen. Besonders irritierend sei in diesem Zusammenhang, dass der Generalanwalt am EuGH in seinem Schlussantrag ausdrücklich vor einem missbräuchlichen Neuantrag gewarnt hat, der EuGH das aber in seinem Urteil zumindest auf den ersten Blick nicht berücksichtigte, schreibt der Spiegel.

Ist Europa somit erpressbar? Das würde finale Ausrichtungen in den Portfolios dramatisch erschweren, Kurserwartungen verkomplizieren. Wie ein Experte interpretiert, enthält das Urteil des EuGH wohl eine Passage, welche den möglichen „Antragstrick“ für GB nicht nur unmöglich macht, sondern (wie er sagte) sogar zu einem britischen „Rohrkrepierer“ mit verheerenden Folgen für die Insel machen könnte. Ausgerechnet die britische Generalanwältin Sharpston erklärte auf Twitter, dass eine mögliche einseitige Rücknahme der Austrittsmitteilung laut dem EuGH-Urteil „eindeutig und unbedingt“ sein müsse. Eine „taktische Rücknahme“ würde dagegen vom Urteil „nicht gedeckt“ sein. Diese könnte nämlich dazu führen, dass bei einem erneuten Antrag GBs das Gericht feststellen würde, „dass der Widerruf zuvor unwirksam war“. Die Konsequenz wäre, dass das Vereinigte Königreich dann sofort, nämlich auf einen Schlag unmittelbar und ohne Austrittsabkommen aus der EU fliegen würde.

Aber wie immer ist alles schwammig. Liegen nämlich zwischen Widerruf und Neuantrag mehrere Jahre, wäre es schwer, der britischen Regierung eine planmäßige Verschleierung vorzuwerfen. Von der Warte heißt es, könne Maughams Trick durchaus funktionieren. Der Witz ist, dass in Brüssel nicht alle entrüstet sind über diese Möglichkeit. Ein grüner Europa-Politiker hält ein solches mögliches Vorgehen für „klug“. Er sieht zwar auch die Risiken, welche ein „tief zerstrittenes“ Großbritannien für die EU mit sich bringt, er vertritt dennoch die Meinung, dass das „weniger schlimm“ sei, als die „unendlich hohen Kosten und langfristigen Schäden“ eines ungeregelten Brexit. „Man sollte jetzt nicht Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen“.

Am europäischen Markt spielt man derzeit wohl genau das: besser ein Schrecken ohne Ende, als ein Ende mit gewaltigem, einen mächtigen Schaden anrichtenden Schrecken.

Die Optionsseite jedenfalls hatte eine solche Überlegungsmöglichkeit nicht und erst recht nicht eine solche Entwicklung in der letzten Woche, unmittelbar vor dem Verfall der März-Kontrakte auf dem Radar. Denn die gewaltigen Risikopositionen, welche rechnerisch gewaltige Theta-Erlöse eingebracht haben, wurden bis zum Schluss nicht nennenswert reduziert.

Am Freitag lagen die objektiven Hürden mit schmerzhaften Konsequenzen an den Basispreisen 11.600, 11.650 und erst recht 11.700 offen auf der Hand. Und hielt man sich an die Theorie, war die Kursentwicklung und damit die Möglichkeit des profitablen Partizipierens am Freitagvormittag einem 6er im Lotto vergleichbar. Mit Annäherung und Überschreitung dieser Basispreise waren über den „Lichtschaltereffekt“ massenhafte Eindeckungen über Futures im DAX notwendig, welche den Anstieg des Index bis zum Verfall 13:00 Uhr immer mehr beschleunigten.

... und in den USA?

Da spielte der Brexit-Zirkus kaum eine Rolle. Trump äußerte sich zur Wochenmitte über Twitter überrascht und etwas enttäuscht über die Entwicklung in London. Einen raschen Schnitt mit Europa hätte er lieber gesehen, dafür versprach er GB erneut eine bilaterale Handelsvereinbarung mit „unbegrenzten Möglichkeiten“.

An den US-Börsen standen viel mehr Konjunkturdaten, aber besonders die Entwicklung um den Handelskonflikt mit China im Fokus. In dieser Beziehung haben es die Parteien (teilnehmend und / oder partizipierend) etwas einfacher als bedauernswerte Europa-Investoren, denn im Gegensatz zum Brexit Thema, welches ja nur mit einer „überwältigenden Mehrheit“ von ganzen schlappen 4 Stimmen (in Worten: VIER) am Ausstieg ohne Deal vorbeischrammte, sind im Handelskonfliktthema beide Seiten an einer Lösung interessiert. Diese Tatsache trieb die US-Indizes in der Vorwoche in die Höhe (mit unterschiedlichem Tempo und Ausmaß).

Dennoch: ganz harmonisch läuft es auch hier nicht ab, zumindest mischten sich in den vergangenen Tagen auch immer mal wieder kritische Stimmen unter den allgemeinen Jubel raschen Vorwärtskommens. Aber der Grundkonsens scheint zu sein: das wird schon gutgehen.

Auf jeden Fall hat China am Freitag ein neues Investitionsgesetz verabschiedet, mit dem die Regierung in Peking den Zwang von Technologie-Transfers von ausländischen an chinesische Partnerunternehmen aufgehoben hat. Auch die „illegale“ Einmischung der Regierung in ausländische Geschäfte wurde untersagt. Damit kommt China einer Hauptforderung der USA nach, denn die Staaten haben China wegen des erzwungenen Technologie-Transfers wiederholt den Diebstahl von geistigem Eigentum vorgeworfen, heißt es dazu kommentierend bei Reuters.

Die Konjunkturdaten fielen dagegen in der letzten Woche unterschiedlich aus. Überwiegend belasteten diese aber nicht.

Einen Schlag ins Kontor erhielten die Marktakteure und damit auch der Kursverlauf des DJI durch die Aktie des Flugzeugherstellers Boeing. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass Profit vor Sicherheit gestellt wurde. Fakt ist, dass Anspruch und Machbarkeit, was die Zusammenbringung des alten Modells der 60ger 19hunderter Jahre und die Anbringung spritsparender Hochleistungstriebwerke betrifft, wie sie auch der Hauptkonkurrent von Boeing, nämlich Airbus nutzt, nicht zusammenpassen. Die kurzbeinige Boeing 737 ist für dünne, lange Triebwerke gebaut, der Airbus hat dagegen unter den Tragflächen ausreichend Platz. Im Ergebnis schraubte Boeing die riesigen Triebwerke vor die Tragfläche, nahm aerodynamische Veränderungen in Kauf, versuchte diese durch eine selbst eingreifende Steuerungssoftware auszugleichen (wobei man es nicht für notwendig hielt, die Piloten darüber zu informieren) und vollzog dabei unglaubliche Fehler, welche sogar das in der Luftfahrt gültige „Gesetz“ der Mehrfachabdeckung von Instrumenten und Entscheidungen ignorierten.

Jetzt fragt man sich, ob die sich abzeichnende Krise mit all ihren finanziellen und reputationstechnischen Problemen zum Showdown für Boeing wird, oder ob sich der Konzern wie schon einmal (nach dem Desaster mit dem Dreamliner) wieder erholt und noch stärker wird. Für beide Szenarien gibt es überzeugende Argumente. Bisheriger Gewinner der Tragödie ist erwartungsgemäß Airbus.

Wie geht es weiter?

Bereits letzte Woche im Monday-Spot freuten wir uns über ein lehrbuchmäßiges, profitabel umsetzbares Kursbewegungsverhalten des DAX / FDAX. Auch heute können wir auf die letzten fünf Tage zurückschauen und sagen: „im Grunde lief alles so, wie es das wahrscheinlichste Verhalten der Akteure ableiten ließ“.

Die Konsolidierung in den genannten Grenzen hielt perfekt, einzig die Akteure zeigten nicht durchgehend ausnutzbare Handlungsaktivität.

Mit Überwindung der 11.700er Ebene im DAX wurde zumindest formal die jüngste Konsolidierung beendet. Auch die Markttechnik dreht mit dem Kurssprung auf Tagesbasis von neutral auf „zart long“. Doch bleibt unverändert die Entwicklung im geo-politischen und geo-wirtschaftlichen Umfeld federführend. Echte Portfolioanpassungen sahen wir in den Vortagen jedenfalls nicht. Selbst der starke Anstieg am Freitag auf neue Jahreshochs war Eindeckung im derivaten Bereich und der katalysierenden Beschleunigungswirkung der Optionsseite geschuldet. Aktive Substanzkäufe blieben (bisher) aus.

Die Entscheidungen der EU in dieser kommenden Woche, sollten zu Anpassungsaktivitäten (egal welcher Art führen), zumindest hoffen wir das. Auf der Optionsseite ist der Haupttreibsatz jedoch mit Verfall am Freitag aufgelöst, somit treten diese Aktivitäten von der Seite erst einmal in den Hintergrund.

Fokussieren wir weiterhin auf die Finalseite, denn sie gibt auch in dieser Woche den Weg vor und folgen wir darauf unseren Wirten.

Ich wünsche uns somit maximale Trading-Erfolge in der Folgewoche!

Uwe Wagner

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Über den Experten

Uwe Wagner
Uwe Wagner
Technischer Analyst und Trader

Uwe Wagner arbeitete bereits während seines Wirtschaftsstudiums als Maklergehilfe an den Börsen in Berlin, Wien und Madrid. 1991 trat er dann in die Deutsche Bank AG ein, wo er eine fundierte Ausbildung im Wertpapier- und Derivatehandel erhielt – in Frankfurt/Main sowie in Chicago im International Trading Institute unter dem bekannten Warenhändler Toni Saliba. Innerhalb der Deutschen Bank AG durchlief Wagner diverse Etappen im Handelsbereich. So betreute er als DTB Market Maker zunächst diverse Werte, verantwortete anschließend den Options- und Future-Handel in der Deutsche Bank S.A. in Madrid und mehrere Jahre die spekulative Verwaltung von Teilen des Eigenkapitals der Bank über DB Advisor. Wagner baute innerhalb der Deutsche Bank AG das damals erste Internet-Tool für Technische Marktanalysen (dbS-Trade) auf und führte den systembasierten Handel in Future-Märkten. Sein Schwerpunkt liegt seit über 20 Jahren auf dem FDAX und dem Bund-Future-Markt, den er täglich analytisch seziert, um daraus Handelsszenarien zu entwickeln und diese dann auch aktiv umzusetzen. Seit 2003 lebt und arbeitet Wagner in Hamburg. Uwe Wagner ist aktiv im FDAX und Bund-Future tätig.

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