Earnings-Update: Arista Networks und Astera Labs übertreffen Erwartungen deutlich
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Im nachbörslichen US-Handel dominierten am Dienstag KI-Infrastruktur und Netzwerktechnik das Bild: Arista Networks und Astera Labs übertrafen die Konsensschätzungen bei Umsatz und Gewinn jeweils deutlich und hoben ihre Guidance an. Auch Amgen und Jacobs Solutions lagen über den Erwartungen, wobei segmentspezifische Schwächen und Kostengegenwind das Bild bei beiden Werten differenzierter erscheinen lassen. Insgesamt fiel der Abend damit klar auf die positive Seite, ohne dass sich daraus eine über den Tag hinausweisende Tendenz ableiten lässt.
Über den Erwartungen
Astera Labs, Inc. (ALAB): Astera Labs übertrifft beim Umsatz mit 392,4 Mio. USD den Konsens von 360,9 Mio. USD um rund 9 % und liegt beim bereinigten EPS mit 0,80 USD ebenfalls klar über der Schätzung von 0,69 USD. Die Q3-Guidance von 540 bis 560 Mio. USD Umsatz setzt die Messlatte nochmals deutlich höher.
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Scorpio X-Series, der hochradixige KI-Fabric-Switch, ist in Q2 in die Serienproduktion eingetreten und wird Scorpio bereits in Q3 zur umsatzstärksten Produktlinie des Unternehmens machen – einen Quartal früher als geplant; mehr als zehn Kunden befinden sich in der Qualifikations- oder Pre-Production-Phase, und das Management erwartet, den Inhalt pro XPU mit dem Scorpio X allein auf deutlich über 1.000 US-Dollar zu steigern, mit weiterem Potenzial durch optische Konnektivität und höhere Signalkonditionierungsanforderungen.
- Aries erreichte in Q2 einen neuen Rekordumsatz, getragen von einer Doppeldynamik: PCIe Gen 5 erfährt durch den wachsenden Inferenz-Markt eine unerwartete Verlängerung des Produktzyklus, während PCIe 6.0-Retimer mit höheren Attach-Raten und höheren Durchschnittspreisen in neue Plattformen einziehen – ein Trend, den das Management explizit als langfristig und auf PCIe 7.0 ausdehnbar beschreibt.
- CXL gewinnt nach längerer Flaute wieder an Dynamik: Astera gewann in Q2 einen neuen Design-Win für den Standard-Leo-Memory-Controller bei einem US-Hyperscaler und erwartet 2027 Volumenlieferungen an zwei US-Hyperscaler für General-Purpose-Computing und KI-Inferenz – wobei der KV-Cache-Beschleunigung für speicherintensive Agentic-AI-Workloads als zentralem Treiber eine wichtige Rolle zukommt, ergänzt durch die Möglichkeit, teure HBM-Kapazität durch CXL-angebundenen Speicher zu ersetzen.
Fazit: Die frühere Serienproduktion des Scorpio X sowie anhaltende Dynamik bei Aries und erste CXL-Design-Wins bei US-Hyperscalern zeichnen ein strukturell starkes Wachstumsbild — Anleger sollten jedoch beachten, dass die Bewertung bei diesem Wachstumstempo bereits sehr hohe Erwartungen einpreist und Lieferketten-Engpässe im gesamten KI-Halbleiterumfeld das Hochskalieren bremsen könnten.
Jacobs Solutions Inc. (J): Jacobs Solutions meldet beim bereinigten Nettoumsatz 2,42 Mrd. USD (Konsens: 2,40 Mrd. USD) und beim bereinigten EPS 1,84 USD (Konsens: 1,83 USD) — beide Kennzahlen liegen knapp über den Schätzungen. Die Jahresprognose für das bereinigte EPS wird zum dritten Mal in Folge angehoben, nun auf 7,20 bis 7,30 USD. (+2,4 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Im Segment Infrastructure & Advanced Facilities wächst der Bereich Life Sciences & Advanced Manufacturing mit 24 % im Quartal so schnell wie noch nie seit Einführung der Endmarktsegmentierung – getragen von starker Nachfrage in Rechenzentren und Halbleiterfertigung, wobei der direkte KI-Anteil am Nettoumsatz inzwischen 11 % erreicht und die Pipeline sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht hat; das Management sieht in diesem Bereich doppelstelliges Wachstum als dauerhaft tragfähig.
- Der Bereich Water & Environmental wächst im Quartal nur marginal (rund 1 % Nettoumsatz), da der Umweltsanierungsbereich weiterhin mit Jahresvergleichs-Gegenwind kämpft; durch zwei größere Neuvergaben im privaten Industriesektor und eine Book-to-Bill-Quote von über 1,3 im Umweltgeschäft erwartet das Management jedoch eine sequenzielle Beschleunigung ab Q4 und eine Rückkehr zu mittlerem bis hohem einstelligem Wachstum in FY 2027.
- PA Consulting verzeichnete im Quartal einen vorübergehenden Wachstumsdämpfer durch verzögerte Projektstarts infolge des britischen Regierungswechsels, zeigt aber laut Management bereits im Juli Normalisierungstendenzen; mittelfristig soll PA durch Synergien mit dem Jacobs-Kerngeschäft – insbesondere in europäischer Verteidigung und US-Verkehrsinfrastruktur – sowie durch den internen und externen Einsatz von Agentic-AI zum Margenausbau beitragen, wobei die Zielmarge von über 22 % im Segment bereits gehalten wird.
Fazit: Das KI-getriebene Wachstum in Rechenzentren und Halbleiterfertigung sowie die verdreifachte KI-Pipeline sprechen für strukturell steigende Nachfrage; dem steht ein weiterhin schwacher Water-&-Environmental-Bereich mit nur rund 1 % Wachstum und ein vorübergehend gedämpftes PA-Consulting-Geschäft gegenüber, sodass die positive Guidance-Anhebung vor allem auf segmentspezifischer Stärke fußt und keine breit getragene Beschleunigung widerspiegelt.
Arista Networks, Inc. (ANET): Arista Networks übertrifft beim Umsatz mit 3,04 Mrd. USD den Konsens von 2,83 Mrd. USD um 7,3 % und erzielt beim bereinigten EPS 1,02 USD gegenüber der Schätzung von 0,89 USD. Die Q3-Umsatzprognose von rund 3,3 Mrd. USD liegt ebenfalls oberhalb der bisherigen Markterwartungen. (+11,4 %)
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Arista hat seine Purchase Commitments zur Sicherung der Lieferkette auf 9,7 Mrd. USD fast verdreifacht (gegenüber 3,6 Mrd. USD vor einem Jahr) und unterhält nun drei Fertigungsstandorte sowie drei Distributionszentren in den USA, Mexiko und Asien — ein massives strukturelles Invest, das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 absichern soll, aber zugleich zeigt, dass die branchenweite Angebotsknappheit nach Einschätzung des Managements noch bis 2028 andauern dürfte.
- Die Bruttomarge lag mit 63,4 % im Quartal unter dem Vorjahreswert (65,6 %), und das Management stellte klar, dass erwartete Preissteigerungen erst gegen Ende 2026 oder 2027 wirken werden, da man aktuell noch umfangreichen Auftragsbestand zu alten Konditionen abarbeitet — ein struktureller Margendruck, der sich vorerst nicht auflöst.
- Das Scale-Across-Segment (WAN-Verbindungen zwischen verteilten KI-Clustern) wächst zum strategisch wichtigsten Treiber: Arista erwartet hier 2026 rund 1,2 Mrd. USD Umsatz (ca. 30 % des KI-Ziels von mindestens 3,5 Mrd. USD) und sieht den adressierbaren Markt bis 2030 auf 15–20 Mrd. USD anwachsen — getrieben von anhaltender Knappheit bei Strom, Fläche und Rechenkapazität, die Kunden zwinge, KI-Infrastruktur dauerhaft geografisch zu verteilen.
Fazit: Das erste 3-Mrd.-USD-Quartal belegt Aristas Stellung als zentralen Profiteur der KI-Netzwerk-Infrastruktur, doch der Margenrückgang bei der bereinigten Bruttomarge auf 63,4 % gegenüber 65,6 % im Vorjahr sowie der Hinweis des Managements, dass Preissteigerungen erst Ende 2026 oder 2027 greifen, signalisieren strukturellen Margendruck; die fast verdreifachten Purchase Commitments auf 9,7 Mrd. USD zeigen zugleich, dass die Angebotsknappheit nach Einschätzung des Managements noch bis 2028 anhalten dürfte.
Amgen (AMGN): Amgen übertrifft beim Umsatz mit 10,1 Mrd. USD den Konsens von 9,43 Mrd. USD um rund 7 % und liegt beim bereinigten EPS mit 6,29 USD deutlich über der Schätzung von 5,62 USD. Die für das Gesamtjahr 2026 neu kommunizierte Umsatzspanne von 38,2 bis 39,4 Mrd. USD sowie ein bereinigtes EPS von 22,30 bis 23,50 USD signalisieren ein angehobenes Jahresziel.
Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:
- Amgens sechs Wachstumstreiber (Repatha, EVENITY, TEZSPIRE, Seltene Krankheiten, Innovative Onkologie, Biosimilars) legten im Quartal aggregiert um 26 % zu und stellen bereits rund 70 % des Produktumsatzes dar; besonders hervorzuheben sind UPLIZNA (+90 % auf 335 Mio. USD), IMDELLTRA (+115 % auf 288 Mio. USD) und PAVBLU (+121 % auf 287 Mio. USD), während Prolia/XGEVA infolge mehrerer Biosimilar-Eintritte um 33 % auf 1,1 Mrd. USD einbrachen – ein vom Management erwarteter, aber spürbarer Gegenwind.
- MariTide steht im Mittelpunkt der Amgen-Investitionen: Neun laufende und drei weitere geplante Phase-III-Studien decken neben Übergewicht auch Diabetes, Herzinsuffizienz und ASCVD ab, wobei das Alleinstellungsmerkmal eine mögliche Dosierfrequenz von nur vier bis sechs Injektionen pro Jahr nach einer initialen monatlichen Auftitration ist; gleichzeitig wurde das Phase-I-Asset AMG 513 eingestellt, weil die interne Hürde für Adipositas-Kandidaten hoch angesetzt bleibt.
- Für das Gesamtjahr 2026 erhöht das Management die Guidance, warnt jedoch zugleich vor einem deutlichen sequenziellen Kostenanstieg im dritten Quartal durch eine neue Business-Development-Transaktion (100 Mio. USD Vorabzahlung) sowie bewusst vorgezogene Zusatzinvestitionen in Pipeline und Vermarktung – das nicht-GAAP-Betriebsergebnis wird dadurch im dritten Quartal spürbar belastet, ähnlich wie im Vorjahr.
Fazit: Die sechs Wachstumstreiber mit aggregiert 26 % Zuwachs und ein mehr als verdoppelter Free Cash Flow unterstreichen die operative Stärke, doch der Einbruch von Prolia/XGEVA um 33 % infolge von Biosimilar-Konkurrenz sowie ein bewusst vorgezogener Kostenanstieg im dritten Quartal — inklusive 100 Mio. USD Business-Development-Vorabzahlung — belasten das bereinigte Betriebsergebnis kurzfristig spürbar; MariTide bleibt der entscheidende langfristige Wachstumsanker, dessen klinisches Programm hohe Investitionen bindet, aber noch keine gesicherten Umsätze liefert.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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