Darüber spricht der Markt: Wer verdient im KI-Zeitalter wirklich?
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Spricht Schneiders PTC-Kauf gegen den KI-Abgesang auf Software?
Für die Optimisten ist der Kaufpreis selbst das stärkste Argument. Ein Industriekonzern, der für Software in Produktdesign und Engineering mehr als 40 % Aufschlag auf den Freitagsschlusskurs bietet, rechnet in ihrer Lesart nicht damit, dass KI dieses Geschäft bald überflüssig macht. Für Schneider wäre es die größte Übernahme der Firmengeschichte, vollständig in bar bezahlt. Der Konzern erwartet aus der Integration zusätzliche Umsatzchancen und Kosteneinsparungen in Millionenhöhe. Die eigene Aktie gibt heute allerdings um 10,0 % nach.
Für PTC kommt der Deal zur rechten Zeit. Ein Sprecher wertet ihn als dringend benötigten Erfolg nach einem schwachen Kursjahr. Dabei hatte das operative Geschäft zuletzt nicht enttäuscht: Ende Juli hatte der Konzern beim bereinigten Gewinn je Aktie die Konsensschätzung knapp übertroffen. Die Übernahmeprämie gilt den Befürwortern als Beleg für den strategischen Wert von Engineering-Software.
Die Skeptiker verweisen dagegen auf die Rotation aus Softwarewerten, die nach ihrer Beobachtung auch Palantir Technologies erfasst hat. Dahinter steht eine grundsätzliche Sorge: Wenn KI-Systeme Arbeitsabläufe zunehmend selbst erledigen, sinkt der Bedarf an bestehender Software, an Lizenzen, Modulen und Nutzerplätzen.
Wer bei Palantir dagegenhält, kann sich auf die Zahlen stützen. Im August hatte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 93 % gemeldet und die Erwartungen damit deutlich übertroffen. Zudem gehört die Aktie zum Humanoid-100-Korb von Morgan Stanley. Ob Schneiders Milliarden eine Neubewertung der Branche einleiten, bleibt allerdings offen.
Wiegt die „KI-Steuer“ die Risiken bei Nvidia und Hyperscalern auf?
Die Optimisten haben für ihre These ein griffiges Bild gefunden: Jedes KI-Start-up zahlt eine Art Steuer – für Rechenleistung an Nvidia und die Hyperscaler, für Modelle an die Anbieter der großen Basismodelle. Die Wertschöpfung konzentriert sich demnach dauerhaft bei diesen Infrastrukturanbietern, ganz gleich, welches Start-up am Ende gewinnt. Hinzu kommt ein praktischer Vorzug: Die Aktien sind börsennotiert und ohne die Gebühren privater Fonds zugänglich. Für Wagniskapitalgeber liegt die Messlatte damit hoch. Ihre Renditen müssen die der börsennotierten Anbieter deutlich übertreffen, damit sich eine Anlage in privaten Fonds lohnt.
Bei Nvidia steht dabei das Geschäft im Vordergrund. Der Konzern hatte Ende August einen Umsatzsprung um 106 % auf 96,2 Mrd. USD gemeldet. Gemessen am erwarteten Wachstum gilt die Bewertung in dieser Lesart als historisch günstig. Eine Stimme verweist zudem auf ein auf 235 Mrd. USD erhöhtes Aktienrückkaufprogramm als Vertrauensbeweis des Managements. Heute legt die Aktie 2,3 % zu und markiert dabei neue Allzeithochs. Zusätzlichen Rückenwind könnte ausgerechnet die Sorge vor KI-Risiken liefern: Wer sich darum sorge, setze eher auf etablierte, vertrauenswürdige Anbieter. Laut einem Sprecher arbeiten die großen Plattformen mit Margen von 40 bis 50 %, und die Nachfrage nach HBM-Speicher bleibt hoch. Auch hätten Schwergewichte wie Meta Platforms und Tesla zuletzt Stärke gezeigt.
Die Skeptiker verweisen dagegen auf die Kosten: Wer die Steuer kassieren will, muss zuerst die Infrastruktur bauen. Laut einem Sprecher müssten die Hyperscaler Investitionen von rund 570 Mrd. USD überwiegend über Schulden finanzieren. Bei einer Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von über 5 % drohe das die Ausgabenpläne zu belasten. Kurzfristig sehen die kritischen Stimmen die Konzerne deshalb unter Druck. Hinzu kommt die Konzentration: Je stärker sich die Wertschöpfung auf wenige Unternehmen konzentriert, desto anfälliger werden diese für Regulierungseingriffe oder Sicherheitsvorfälle. Eine KI-Analyse skizziert dazu ein Extremszenario: Bei einem größeren KI-Zwischenfall könnten Halbleiter- und Infrastrukturwerte um 30 bis 60 % einbrechen. Außerdem fehlt aus Sicht der Skeptiker inzwischen weitgehend die Marktbreite der ersten Jahreshälfte. Auch hätten die Hyperscaler ihre relativen Höchststände vom Oktober und November des Vorjahres noch nicht zurückerobert.
Bei Nvidia spitzt sich der Streit auf die Charttechnik zu. Die Aktie steht heute auf Jahreshoch, nachdem sie bereits am Freitag erstmals seit Mai ein Allzeithoch markiert hatte. Technisch richtet sich der Blick auf die Unterstützungszone zwischen 235 und 237 USD. Heute bewegt sich der Kurs um 240 USD. Die Skeptiker sehen zudem das Risiko, dass der breite Markt den Schwergewichten bei schwacher Marktbreite nicht folgt. Die Optimisten hoffen dagegen auf einen erneuten Gleichlauf von KI-Investitionen und der Entwicklung der Hyperscaler. Das würde nach ihrer Einschätzung Nasdaq und S&P 500 auf breiter Front stützen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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