DUOLINGO spricht leider nicht die Sprache der Börse
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- Duolingo - ISIN: US26603R1068 - Kurs: 117,450 $ (Nasdaq)
Der Grund liegt nicht in einem operativen Einbruch, sondern in einer strategischen Entscheidung: Das Management priorisiert ab sofort schnelleres Nutzerwachstum vor kurzfristiger Monetarisierung und akzeptiert dafür ein Jahr mit niedrigerem Wachstum bei den Buchungen und geringerer Profitabilität.
Im Zentrum der Debatte steht die Kennzahl "Bookings“, bei Duolingo ein besonders sensibler Frühindikator für die künftige Umsatzentwicklung. Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen Bookings von rund 301,5 Mio. USD und bleibt damit klar unter dem Analystenkonsens von 329,7 Mio. USD. Für das Gesamtjahr stellt Duolingo Bookings zwischen 1,27 und 1,30 Mrd. USD in Aussicht, auch hier unter den Markterwartungen von 1,39 Mrd. USD. Beim Umsatz lautet die Spanne 1,20 bis 1,22 Mrd. USD und liegt ebenfalls unter den Schätzungen von 1,26 Mrd. USD. Der Kursrutsch zeigt, wie stark Investoren die bisherige Wachstumsstory vor allem an Tempo und Planbarkeit der Bookings ausgerichtet hatten.
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Das Management setzt auf den "größeren Kuchen“
CEO Luis von Ahn macht in seinen vorbereiteten Bemerkungen und im Q&A keinen Hehl daraus, dass Duolingo einen Zielkonflikt bewusst zuspitzt. Langfristiger Wert, so seine Lesart, werde von zwei Faktoren getrieben: der Größe der aktiven Lernbasis und der Fähigkeit, diese zu monetarisieren. "Im Moment priorisieren wir, den Kuchen zu vergrößern“, sagt von Ahn. Die operative Begründung ist nüchtern: Das tägliche Nutzerwachstum habe sich 2025 schrittweise verlangsamt und dieser Trend habe sich zu Jahresbeginn fortgesetzt. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun durchgehend etwa 20 % Wachstum bei den täglich aktiven Nutzern.
Die Ambition ist klar formuliert: Duolingo will 2028 die Marke von 100 Mio. täglich aktiven Nutzern erreichen. Sollte es gelingen, die Nutzerbasis zu verdoppeln, wäre der "Ertrag erheblich“, so von Ahn, mit einer deutlich stärkeren Marke und langfristig höheren Bookings und Gewinnen. Kurzfristig bedeute der Strategiewechsel jedoch "langsameres Bookings-Wachstum und niedrigere Profitabilität“, wie er offen einräumt.
Guidance als Signal: investieren, testen, Spielraum schaffen
Die neue CFO Gilian Munson rahmt den Kurswechsel mit einer Guidance, die bewusst Luft für Experimente lässt. Für 2026 stellt Duolingo Bookings-Wachstum von 10 % bis 12 % in Aussicht, ein Umsatzwachstum von 15 % bis 18 % und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 25 %. Für das erste Quartal lautet der Ausblick auf 11 % Bookings-Wachstum, 25 % Umsatzwachstum und 25,5 % bereinigte EBITDA-Marge.
Munson erläutert die Logik hinter den Zahlen detailliert. Auf der Kostenseite rechnet Duolingo mit Druck auf die Bruttomarge, weil KI-Funktionen künftig einem größeren Teil der Nutzerbasis angeboten werden sollen. Zudem sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing 2026 schneller wachsen als der Umsatz. Die bereinigte EBITDA-Marge werde im Jahresverlauf atypisch verlaufen: Nach 25,5 % im ersten Quartal rechnet Munson im zweiten Quartal mit einem sequenziellen Rückgang um rund drei Prozentpunkte, bevor sich die Marge in der zweiten Jahreshälfte wieder verbessert. Das vierte Quartal 2026 soll das margenträchtigste des Jahres werden.
Zugleich kündigt sie an, die Differenz zwischen Prognose und tatsächlicher Entwicklung enger zu halten als in der Vergangenheit. Die Prognose sei so gestaltet, dass das Unternehmen "aus einer Position der Stärke heraus den nötigen Spielraum“ habe, um zu experimentieren und die richtigen Produktentscheidungen zu treffen.
KI-Offensive und das Risiko der Kannibalisierung
Operativ spielt künstliche Intelligenz die Schlüsselrolle. Duolingo will die KI-gestützte Funktion "Video Call with Lily“ breiter verfügbar machen und sie nicht länger ausschließlich im teureren Premium-Tier "Max“ anbieten, sondern auch im deutlich weiter verbreiteten Abo "Super Duolingo“. Von Ahn begründet das mit massiv gesunkenen Kosten. Der KI-basierte Videoanruf sei inzwischen "mehr als zehnmal günstiger“ zu betreiben als zum Start.
Finanziell ist dieser Schritt ein Balanceakt. Von Ahn beschreibt offen, dass die Ausweitung sowohl zu höheren als auch zu niedrigeren Bookings führen könne. Mehr Nutzer könnten Super abonnieren oder länger gebunden bleiben. Gleichzeitig könnte das Max-Abo an Attraktivität verlieren. Man werde intensiv A/B-testen und gegebenenfalls nachsteuern, etwa indem Videoanrufe im Super-Tier begrenzt werden, während Max weiterhin unbegrenzten Zugang bietet. Welche Variante sich durchsetzt, sei offen. Entscheidend sei, dass man "aus einer Position der Stärke heraus“ handle und nicht defensiv auf neue Wettbewerber reagieren müsse.
Parallel plant Duolingo, weitere KI-gestützte Sprechfunktionen auch kostenlosen Nutzern zugänglich zu machen. Das Ziel ist, Reibung zu reduzieren, die bislang Nutzer in Bezahlabos gedrängt hat.
Der Strategiewechsel ist auch eine selbstkritische Analyse der eigenen Monetarisierung. Duolingo habe sich in eine Situation manövriert, "gleichzeitig unter- und übermonetarisiert“ zu sein, sagt von Ahn. Untermonetarisiert, weil nur etwa 10 % der monatlich aktiven Nutzer zahlten. Übermonetarisiert, weil der schnellste Weg zu höheren Einnahmen über zusätzliche Friktion im kostenlosen Produkt geführt habe.
Für 2026 setzt das Unternehmen daher auf alternative Erlöshebel. Neben dem Ausbau von Direct-Sales im Werbegeschäft nennt von Ahn In-App-Käufe rund um Avatare und spielerische Elemente. Die Anzeigenlast selbst solle nicht steigen. Stattdessen will Duolingo qualitativ hochwertigere Werbung aus direkten Partnerschaften ausspielen und damit den Erlös pro Anzeige erhöhen. Seine langfristige Vision: Werbung in der jeweils gelernten Sprache, die nicht nur monetarisiert, sondern zugleich Lerninhalte vertieft.
Fazit: Duolingo fordert Investoren auf, ein Übergangsjahr zu akzeptieren. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 2025 mehr als 1 Mrd. USD an Bookings erzielt und über 300 Mio. USD bereinigtes EBITDA erwirtschaftet. Die operative Basis ist damit solide. Doch 2026 wird bewusst als Investitionsjahr angelegt, mit geringerer Dynamik bei den Bookings und einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 25 %. Ob KI Duolingo mittelfristig komplett disruptieren kann, bleibt die größte noch offene Frage. Ich würde erst einmal abwarten bis sich der Staub etwas verzieht und das Unternehmen wieder liefern kann, ehe ich einen Trade wage. Die Bewertung mit einem 10er-KGV auf Non-GAAP-Basis für kommendes Jahr schaut zumindest recht günstig aus. Auf GAAP-Basis liegt das KGV allerdings doppelt so hoch. Die Gewinnschätzungen werden aber jetzt erst einmal noch nach unten genommen werden.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 1,03 | 1,26 | 1,51 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 11,90 | 7,91 | 9,78 |
| KGV | 8 | 13 | 10 |
| Dividende je Aktie in USD | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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