Kommentar
16:17 Uhr, 21.03.2023

"Die Wirtschaft ist ein Kartenhaus. Sie implodiert."

Peter Schiff ist bekannt für seine kritische Einstellung zur ultralockeren Geldpolitik. Durch die aktuelle Krise sieht er sich in seinen Ansichten bestätigt. Die Wirtschaft und das Bankensystem seien "ein Kartenhaus" und die aktuelle Krise werde schlimmer als die von 2008.

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Die aktuelle Bankenkrise sei in erster Linie durch die über Jahre zu lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed ausgelöst worden, sagte Peter Schiff in einem Interview mit dem Nachrichtenkanal NTD News. "Es war die Federal Reserve, die durch ihre künstliche Senkung der Zinssätze all diese Verzerrungen geschaffen hat, und sie hat Finanzinstitute veranlasst, unglaubliche Risiken einzugehen, um eine Rendite zu erzielen", sagte Schiff.

Durch das künstlich gedrückte Zinsniveau habe sich die US-Wirtschaft in einen Scherbenhaufen verwandelt. "Die Wirtschaft ist buchstäblich ein Kartenhaus. Sie implodiert", sagte Schiff.

Die jetzt wieder beginnende Bankenrettung führt laut Schiff zu einer lockeren Geldpolitik durch die Hintertür und dürfte damit die Inflation wieder anheizen. "Die Inflation wird noch viel schlimmer werden, weil die Fed bereits zur quantitativen Lockerung zurückgekehrt ist, ob sie es zugeben oder nicht. Die Art und Weise, wie sie alle Banken retten, besteht darin, neues Geld zu drucken und es in die Wirtschaft zu pumpen und Hypotheken und Staatsverschuldung in ihre ohnehin aufgeblähte Bilanz aufzunehmen. Das bedeutet, dass die Bilanzsumme der Fed ansteigen wird. Die Geldmenge wird zunehmen. Und das bedeutet, dass die Verbraucherpreise stark ansteigen werden."

Beteuerungen von US-Finanzministerin Yellen, dass das US-Bankensytem sicher sei, sollte man laut Schiff keine zu große Beachtung schenken. "Tatsächlich ist dieser Kommentar genauso zutreffend wie ihre früheren Aussagen, dass die Inflation vorübergehend sei oder die Kommentare in den Tagen vor der Finanzkrise 2008, als sie und alle anderen bei der Fed sagten, man solle sich keine Sorgen über Subprime machen, weil es eingedämmt sei."

Den Grund für die aktuellen Probleme sieht Schiff vor allem in der langen Nullzinsphase. "Das ist der Grund, warum wir eine so große Blase hatten. Diese niedrigen Zinssätze und das Quantitative Easing ist der Grund, warum all diese Banken jetzt mit unter Wasser stehenden langfristigen Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren belastet sind, sodass das Bankensystem ein Kartenhaus ist. Es könnte nicht weniger solide sein, und teilweise ist Janet Yellen für den aktuellen Zustand der Dinge verantwortlich."

In einem weiteren Interview mit Fox News sagte Peter Schiff unterdessen, dass die USA nicht nur vor einer Finanzkrise, sondern vor einer Währungskrise stünden. Deshalb seien Investitionen außerhalb des Dollarraums sinnvoll: "Wir werden eine Währungskrise haben, nicht nur eine Finanzkrise. Und deshalb haben Sie eine viel bessere Absicherung gegen Inflation, wenn Ihre Einkommensströme aus dem Ausland kommen, weil sie Ihnen in ausländischen Währungen bezahlt werden. Wenn Sie diese dann zurück in den schwächer werdenden US-Dollar umrechnen, bedeutet das noch höhere Dividenden, die dazu beitragen werden, den steigenden Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken, die Sie hier in den Vereinigten Staaten aufgrund vergangener, aktueller und zukünftiger Risiken und übermäßiger Geldschöpfung durch die Fed erleben werden."

Gold sei derzeit deutlich unterbewertet, "weil Investoren nicht erkennen, wie schlimm die Inflation in der Zukunft sein wird", so Schiff.

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Auf Twitter schrieb Schiff unterdessen am Dienstag: "Die Medien scheuen davor zurück, das, was mit den Banken passiert, eine Finanzkrise zu nennen, da sie keine Vergleiche zu 2008 heraufbeschwören wollen. Aber die Finanzkrise von 2008 war auch eine Bankenkrise. Die aktuelle Krise ist nicht nur eine Fortsetzung von 2008, sondern wie alle Fortsetzungen wird sie viel schlimmer sein!"

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In einem weiteren Tweet erläuterte Schiff, dass es keine Erholung des abgestürzten Technologiesektors geben werde: "Investoren glauben, dass eine Wende der Fed eine weitere Technologieblase aufblähen wird. Aber dieser [bevorstehende] Lockerungszyklus, der das bisher größte QE-Programm umfassen wird, wird die jährlichen Inflationsraten auf unbestimmte Zeit in den zweistelligen Bereich treiben. Das ist schlecht für die Technologiebranche, da es den Gegenwartswert zukünftiger Erträge zerstört."

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Peter Schiff ist ein amerikanischer Unternehmer, Autor und Finanzkommentator. Er ist der CEO von Euro Pacific Capital, einem auf globale Investitionen spezialisierten Finanzdienstleistungsunternehmen. Schiff ist bekannt für seine kritischen Ansichten zu staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft und seine Warnungen vor einer bevorstehenden Wirtschaftskrise und hat mehrere Bücher zu Wirtschaftsthemen verfasst.

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  • goletitout
    goletitout

    Ja klar, alles wird implodieren. Mag sein…aber nicht sehr wahrscheinlich. Wie auch immer, eigentlich muss man dankbar für die Schwarzmaler sein, denn sie sorgen dafür, dass die Leute vorsichtig/ängstlich bleiben am Aktienmarkt. Wie wir wissen, ist das die Basis für vielleicht langsameres, aber dann nachhaltigeres Kurswachstum. Keine Hypes, keine Euphorie, dadurch auch weniger Absturzgefahr.

    18:33 Uhr, 21.03.2023

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Über den Experten

Oliver Baron
Oliver Baron
Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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