Deutschland spiegelt Pekings Strategie: Klingbeil dreht den Spieß bei Joint Ventures um
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In Berlin dreht sich der handelspolitische Wind gegenüber Peking spürbar. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bringt konkrete Vergeltungsinstrumente ins Spiel, die das bisherige Verhältnis zu China fundamental umbauen könnten. Klingbeil signalisierte gestern eine deutlich verschärfte Gangart gegenüber Pekings Handelspraktiken.
Auf dem Tisch liegen zusätzliche Zölle auf Hybridautos sowie eine verpflichtende Joint Venture Struktur mit europäischer Mehrheit für chinesische Investoren in der EU.
Während reine Elektrofahrzeuge bereits mit europäischen Ausgleichszöllen belegt sind, blieben Hybridfahrzeuge bisher davon ausgenommen. Im zweiten Quartal stammte bereits jedes dritte in Europa verkaufte Modell mit Plugin Hybridantrieb von chinesischen Herstellern. Zuvor hatte bereits Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies energisch gefordert, diese Lücke zu schließen.
Die vorgeschlagene Joint Venture Pflicht mit europäischer Mehrheitskontrolle stellt eine bemerkenswerte historische Rollenumkehr dar. Über Jahrzehnte zwang Peking westliche Konzerne in Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischer Mehrheit, um westliches Fertigungs- sowie Entwicklungs-Know-how abzugreifen. Klingbeils Vorstoß spiegelt exakt diesen Mechanismus nach Europa: Wer im europäischen Binnenmarkt fabrizieren will, muss Kerntechnologien teilen und die Kontrolle vor Ort belassen, statt bloße Montagewerke hochzuziehen.
Da schau her. Die deutsche Position bewegt sich damit endlich ... deutlich. Frankreich und Italien fordern schon seit geraumer Zeit, härter und direkter gegen China vorzugehen.
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