Analyse
07:45 Uhr, 22.09.2026

MARVELL - Das Schweizer Taschenmesser der KI

Die wertvollsten Komponenten eines KI-Rechenzentrums sind die Prozessoren. Doch mit jedem zusätzlichen Chip wächst ein Problem, das sich nicht allein mit mehr Rechenleistung lösen lässt: Die Daten müssen schnell genug zwischen Tausenden Beschleunigern, Speichern und Rechenzentren fließen.

Genau an diesem Engpass will Marvell verdienen und zu einem der wichtigsten Infrastrukturanbieter des KI-Zeitalters aufsteigen.

Der Umbau begann lange vor ChatGPT. Als Matt Murphy 2016 den Vorstandsvorsitz übernahm, entfielen lediglich 9 % des Umsatzes auf das Rechenzentrumsgeschäft. Im Kalenderjahr 2023 waren es bereits rund 2,2 Mrd. USD. Für das kommende Jahr stellt das Management nun 15 bis 16 Mrd. USD in Aussicht. "Das Geschäft hat einen echten Wendepunkt erreicht", sagte Murphy auf der Citi Global TMT Conference.

Dahinter steht eine über Jahre verfolgte Strategie. Marvell verkaufte Randbereiche, investierte hohe Summen in Forschung und stärkte seine Position durch Übernahmen wie Cavium, Inphi, Innovium und zuletzt Celestial AI. Wettbewerber, die KI und Rechenzentren erst vor wenigen Jahren für sich entdeckt hätten, müssten nun einen erheblichen Rückstand aufholen, erklärte Murphy.

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