Analyse
12:00 Uhr, 25.09.2026

DEUTSCHE TELEKOM - Bernstein senkt Kursziel deutlich

Eine mögliche Fusion mit T-Mobile US könnte die Deutsche Telekom enger an ihren wichtigsten Wachstumstreiber binden. Ausgerechnet diese Perspektive veranlasst Bernstein SocGen zu mehr Vorsicht: Analyst Ulrich Rathe stuft die Aktie von "Outperform" auf "Market Perform" herab und senkt das Kursziel von 37 auf 28,10 EUR.

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  • Deutsche Telekom AG - WKN: 555750 - ISIN: DE0005557508 - Kurs: 26,880 € (XETRA)

Hinter der Neubewertung stehen unbestätigte Berichte über Fusionspläne, der Wettbewerb im deutschen Festnetz und die zurückhaltende Einschätzung der US-Tochter durch seine Kollegen.

Die Telekom kontrolliert T-Mobile US bereits. Ende Juni lag ihr Anteil unter Berücksichtigung der von der US-Tochter gehaltenen eigenen Aktien bei 54,2 %. Eine vollständige Zusammenführung müsste auch die übrigen Aktionäre einbeziehen. Wie sie finanziert werden könnte und welche Konditionen für diese Aktionäre gelten würden, ist offen. Weder die Telekom noch T-Mobile US haben sich nach Darstellung von Bernstein bislang substanziell zu den Spekulationen geäußert.

Mehr USA, aber zu welchem Preis?

Rathe sieht durchaus einen strategischen Nutzen: Bei einer vollständigen Zusammenführung müsste der Gewinn aus dem US-Geschäft künftig nicht mehr mit außenstehenden Aktionären der Tochter geteilt werden. Zugleich würde die Telekom ihr Gewicht in einem großen Markt erhöhen, den Bernstein im internationalen Vergleich als weniger stark reguliert einstuft. Ob das Wert für die Aktionäre schafft, hängt jedoch entscheidend vom Preis, der Finanzierung und der künftigen Konzernstruktur ab.

Der Analyst nennt weitere denkbare Motive. Würde der Sitz der Gesellschaft ins Ausland verlagert, könnte der Einfluss der deutschen Mitbestimmung auf die Konzernführung sinken. Auch die Bundesregierung könnte nach seiner Einschätzung an mehr Einfluss auf das US-Geschäft interessiert sein. Sie hielt einschließlich der KfW Ende Juni 28,6 % an der Telekom.


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Das operative Bild liefert derweil Argumente für beide Seiten. T-Mobile US steigerte den Service-Umsatz im zweiten Quartal um 8,9 % auf 19,0 Mrd. USD; das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingaufwendungen wuchs um 12,1 % auf 9,3 Mrd. USD. Im deutschen Breitbandgeschäft verlor die Telekom dagegen 20.000 Kunden, obwohl 161.000 reine Glasfaserkunden hinzukamen. Konzernweit stieg der Umsatz organisch um 3,3 %, und die Prognose für den Free Cashflow nach Leasingaufwendungen wurde leicht auf rund 20 Mrd. EUR angehoben.

Für die Aktie ist die Fusionsfantasie damit kein Kurstreiber. Bernsteins US-Analysten bewerten T-Mobile US selbst nur mit "Market Perform" und einem Kursziel von 220 USD. Die Geschäftszahlen stützen den Investment Case, doch ohne konkrete Fusionsbedingungen lässt sich ein zusätzlicher Wert für Telekom-Aktionäre kaum beziffern. Zugleich muss sich zeigen, ob die wachsende Glasfasernachfrage die Kundenverluste im deutschen Breitbandgeschäft dauerhaft ausgleichen kann.

Fazit: Die Telekom-Aktie verliert schon seit geraumer Zeit in der Gunst der Anleger. Ein Grund dürften die steigenden Zinsen sein, die den hochverschuldeten Konzern belasten können. Auch andere Dividendenaktien leiden darunter, dass Anleihen als Alternative attraktiver werden. Daran dürfte sich erst etwas ändern, wenn sich die Zinslage stabilisiert oder die Zinsen wieder sinken.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 119,08 122,52 127,17
Ergebnis je Aktie in EUR 2,00 2,26 2,56
KGV 13 12 10
Dividende je Aktie in EUR 1,00 1,30 1,27
Dividendenrendite 3,72% 4,84% 4,73%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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