SpaceX schockt Telekomaktien – Zweifel an iPhone-Nachfrage
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Zwei etablierte Geschäftsmodelle stehen am Freitag auf dem Prüfstand. Die US-Mobilfunker verlieren kräftig an Wert, weil SpaceX mit Starlink in ihren Markt drängt. Bei Apple wecken gekürzte iPhone-Aufträge die Sorge, dass die höheren Preise Käufer abschrecken.
Ist die Angst vor Starlink bei Telekomaktien gerechtfertigt?
Die Kurse reagieren, als sei die Frage schon entschieden: T-Mobile US verliert am Freitag rund 12,5 %, AT&T rund 10 % und Verizon Communications rund 9 %. Wer die Sorge teilt, verweist auf die Frequenzen. SpaceX hatte sich am Donnerstag über eine neue Vereinbarung zusätzliches Low-Band-Spektrum gesichert. Mid-Band-Spektrum besitzt der Konzern bereits aus dem EchoStar-Geschäft, geplant sind nun auch Sprachdienste. Betroffen ist auch Comcast, dessen Mobilfunkgeschäft zuletzt als Lichtblick galt; die Aktie gibt erneut nach.
Für SpaceX sprechen aus Sicht der Optimisten die Wachstumszahlen: Im letzten Quartal sprang der Umsatz um 92 % auf 7,8 Mrd. USD, die Starlink-Nachfrage soll sich jährlich verdoppeln. Für die Aktie werden ein Kursziel von 254 USD und ein möglicher Kursanstieg um 90 USD binnen zwölf Monaten genannt.
Die Gegenseite hält die Sorge für überzogen. JP Morgan sieht kurzfristig nur begrenzte Risiken für die etablierten Anbieter. Verizon bezweifelt, dass Spektrum ohne eigene Netzinfrastruktur für eine landesweite Abdeckung reicht. Zweifel gibt es auch an SpaceX selbst: Der Kapitalverbrauch ist hoch, die Mittel fließen größtenteils in KI statt in Raketen. Institutionelle Investoren halten sich wegen wenig belastbarer Fundamentaldaten zurück, und auslaufende Lock-up-Fristen könnten Altaktionäre zum Verkauf bewegen.
Profitieren dürften dagegen Infrastrukturanbieter wie American Tower. Entscheiden dürfte sich der Streit zuerst auf dem Land: Dort soll der Ausbau beginnen, die Städte folgen später.
Sind Apples frühe Produktionskürzungen ein Warnsignal?
Die Skeptiker sehen in den Kürzungen mehr als Routine. Laut Nikkei hat Apple die Oktober-Produktionsaufträge für iPhone 18 Pro und Pro Max um mindestens 15 % gegenüber der ursprünglichen Planung gesenkt. Nach Einschätzung von Analysten kommt das im Vergleich zu früheren Jahren ungewöhnlich früh. Hinzu kommt der Preis: Weil es kein Basismodell des iPhone 18 gibt, kostet der Einstieg in die neue Generation 1.200 USD und damit 50 % mehr als im Vorjahr. Die Aktie gibt am Freitag leicht nach.
Citi hält dagegen am Jahresabsatzausblick für iPhones weitgehend fest. Ein Teil der Zurückhaltung könnte zudem auf Käufer zurückgehen, die auf das faltbare iPhone Duo warten. Apple trägt außerdem kaum KI-Investitionsrisiken, und die hohen Barreserven werfen bei steigenden Zinsen zusätzliche Erträge ab. Ende Juli hatte der Konzern für das Juniquartal einen Rekordumsatz mit 16 % Wachstum gemeldet. Nach dem Start des Falt-iPhones dürfte sich zeigen, welcher Teil der Nachfrage nur aufgeschoben ist und wo die höheren Preise Käufer abschrecken.
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