Analyse
09:00 Uhr, 03.09.2026

Elliott stellt sich gegen die DEUTSCHE TELEKOM

Die Deutsche Telekom bekommt einen ebenso prominenten wie unbequemen neuen Aktionär. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg eine bedeutende Beteiligung an dem Bonner Konzern aufgebaut.

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Elliott stellt sich gegen die von Telekom-Chef Tim Höttges erwogene vollständige Zusammenführung mit T-Mobile US und fordert stattdessen eine stärkere Beteiligung der Aktionäre am Erfolg des Konzerns.

Die genaue Höhe der Beteiligung ist bislang nicht bekannt. In Deutschland müssen Investoren ihren Anteil jedoch offenlegen, sobald sie mindestens 3 % der Stimmrechte kontrollieren. Weder Elliott noch die Deutsche Telekom und T-Mobile US wollten sich zu dem Bericht äußern.

Elliotts Einstieg könnte die strategischen Überlegungen der Telekom erheblich beeinflussen. Der von Paul Singer geführte Investor zählt zu den weltweit einflussreichsten aktivistischen Aktionären und scheut auch bei Großkonzernen nicht vor öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen zurück.

Elliott fordert höhere Aktienrückkäufe

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Zukunft von T-Mobile US. Die Deutsche Telekom hält rund 53 % an der amerikanischen Mobilfunktochter, die sich in den vergangenen Jahren zum mit Abstand wichtigsten Werttreiber des Konzerns entwickelt hat. Höttges arbeitet daran, beide Unternehmen enger miteinander zu verbinden.

Nach früheren Bloomberg-Informationen wurde unter anderem die Gründung einer neuen Holdinggesellschaft geprüft. Diese könnte sowohl die Deutsche Telekom als auch T-Mobile US kontrollieren und den bisherigen Aktionären beider Unternehmen gehören. Eine solche Konstruktion würde die komplizierte Konzernstruktur vereinfachen, wäre angesichts der Größenordnung jedoch die größte öffentliche Unternehmenstransaktion aller Zeiten.


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Elliott hält offenbar wenig von diesem Plan. Der Investor drängt darauf, die mögliche Fusion aufzugeben und den Wert der T-Mobile-Beteiligung auf anderem Wege für die Aktionäre nutzbar zu machen. Eine zentrale Forderung sind größere Aktienrückkäufe. Damit würde Kapital unmittelbar an die Anteilseigner zurückgegeben und zugleich die Zahl der ausstehenden Telekom-Aktien sinken.

Der aktivistische Investor trifft mit seiner Kritik einen empfindlichen Punkt. Während die Deutsche Telekom mit rund 138 Mrd. EUR bewertet wird, kommt T-Mobile US trotz der jüngsten Kursverluste auf eine Marktkapitalisierung von etwa 200 Mrd. USD. Die amerikanische Tochter ist damit an der Börse erheblich mehr wert als der gesamte Bonner Mutterkonzern. Diese Bewertungsdifferenz dürfte Elliott als Hinweis darauf verstehen, dass die Beteiligungsstruktur den Wert der Telekom-Aktie nicht vollständig widerspiegelt.

Widerstand auch bei T-Mobile US

Auch innerhalb von T-Mobile US soll eine engere Verbindung mit der Deutschen Telekom auf Vorbehalte stoßen. Führungskräfte des US-Konzerns hätten Bedenken gegen einen Zusammenschluss geäußert, berichtete das Nachrichtenportal Semafor. Damit wächst der Widerstand gegen Höttges’ Pläne von zwei Seiten.

Die schwache Kursentwicklung erhöht den Druck zusätzlich. Die Telekom-Aktie hat auf Sicht von zwölf Monaten rund 9 % verloren. T-Mobile US büßte im gleichen Zeitraum sogar fast 27 % ein. Elliott dürfte darin eine Gelegenheit sehen, Einfluss auf die Kapitalallokation und die künftige Konzernstruktur zu nehmen.

Fazit: Elliotts Einstieg bringt frischen Wind in die Diskussion über die Zukunft von T-Mobile US. Größere Aktienrückkäufe könnten den Telekom-Aktionären kurzfristig zugutekommen und den Bewertungsabschlag verringern. Eine vollständige Zusammenführung könnte dagegen langfristig Vorteile bieten, wäre aber enorm komplex und offenbar weder bei Elliott noch innerhalb von T-Mobile US unumstritten. Zudem muss auch immer die bereits hohe Finanzverschuldung der Telekom berücksichtigt werden. Steigende Zinsen wirken hier wie Gift.

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