Das sieht das Finanzamt: Das Ende der finanziellen Privatsphäre?
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Um zu verstehen, wie das Finanzamt arbeitet, muss man die 3 Werkzeuge kennen, die den Behörden zur Verfügung stehen. Nichts Neues, hier nur nochmal zusammenfasst für die Allgemeinbildung, haha.
Der Stammdaten-Radar (Automatisierter Kontenabruf):
1.) Seit 2002 verfügt Deutschland über das Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit. Es erlaubt nicht nur dem Finanzamt, sondern auch Sozialämtern, dem Zoll und Gerichtsvollziehern, einen digitalen "Röntgenblick" auf deine Bankverbindungen zu werfen.
Was sie sehen: Name, Geburtsdatum, Kontonummer, Eröffnungs- und Schließungsdatum.
Was sie NICHT sehen: Kontostände oder Umsätze.
Die Behörde nutzt diese Daten für Plausibilitätsprüfungen. Wer Sozialleistungen bezieht, aber laut Stammdaten 3 versteckte Aktiendepots besitzt, gerät sofort ins Visier, auch ohne dass der Kontostand bekannt ist.
2. Die Tiefenbohrung (§ 93 Abgabenordnung)
Wenn der Fiskus Lunte gerochen hat, greift er zum schärfsten Schwert: Dem Einzelauskunftsersuchen. Hierbei wird die Bank direkt kontaktiert. Das Bankgeheimnis ist in diesem Moment rechtlich null und nichtig. Die Beamten erhalten vollständige Kontoauszüge, Transaktionslisten und Salden. Dank des unbestimmten Rechtsbegriffs der "allgemeinen Erfahrung" können Finanzämter solche Abfragen heute viel leichter rechtfertigen als noch vor 10 Jahren.
3. Das globale Netz (AIA & FKAustG)
Der größte Mythos ist die vermeintliche Sicherheit von Auslandskonten. Über das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) sind mittlerweile über 100 Staaten (von der Schweiz über Dubai bis zur Türkei) vernetzt. Einmal im Jahr fließen Daten vollautomatisch nach Deutschland. Während das Finanzamt im Inland für den Kontostand eine Begründung braucht, bekommt es ihn bei Auslandskonten frei Haus geliefert, inklusive Zinsen, Dividenden und Rückkaufswerten von Versicherungen.
Wenn ein Land am Automatischen Informationsaustausch (AIA) teilnimmt, wird nicht nur "irgendwas" gemeldet. Das Protokoll ist strikt standardisiert (Common Reporting Standard - CRS). Folgende Informationen werden einmal jährlich (meist bis zum 30. September für das Vorjahr) automatisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermittelt:
1. Identitätsdaten (Wer bist Du?)
[ ] Vollständiger Name: Vor- und Zuname des Kontoinhabers.
[ ] Anschrift: Der gemeldete Wohnsitz im Ausland bzw. die Hinterlegungsadresse.
[ ] Geburtsdatum & Geburtsort: Zur eindeutigen Identifizierung.
[ ] Steueridentifikationsnummer (TIN): Sowohl die deutsche Steuer-ID als auch ggf. die ID des Landes, in dem das Konto geführt wird.
[ ] Ansässigkeitsstaat: Die Bestätigung, dass Du in Deutschland steuerpflichtig bist.
2. Kontoinformationen (Wo liegt das Geld?)
[ ] Name der Bank/Finanzinstitution: Inklusive der jeweiligen BIC/SWIFT.
[ ] Kontonummer: In der Regel im IBAN-Format.
[ ] Art des Kontos: Ob es sich um ein Girokonto, Sparkonto, Depot oder eine kapitalbildende Versicherung handelt.
3. Finanzielle Kennzahlen (Wie viel ist es?)
[ ] Kontostand oder Wert: Der exakte Saldo zum Stichtag (meist 31.12. des Kalenderjahres).
[ ] Bruttogesamtertrag der Zinsen: Alle Zinsgutschriften vor Abzug von Gebühren.
[ ] Bruttogesamtertrag der Dividenden: Alle Ausschüttungen aus Aktien oder Fonds.
[ ] Einkünfte aus Versicherungsverträgen: Insbesondere Rückkaufswerte bei Lebensversicherungen.
[ ] Veräußerungserlöse: Die Bruttoerlöse aus dem Verkauf oder Rückkauf von Finanzvermögen (z. B. Aktienverkäufe).
Die Währung ist egal: Die Banken im Ausland rechnen die Beträge für die Meldung in die jeweilige Landeswährung oder Euro um. Wechselkurs-Tricks funktionieren nicht. Wenn Du eine "Briefkastenfirma" oder eine Holding im Ausland hast und diese als "passive NFE" (Nicht-finanzielle Einheit) eingestuft wird, werden die Daten der hinter der Firma stehenden Person (wirtschaftlich Berechtigter) gemeldet. Und: Es gibt für Neukonten praktisch keine Untergrenze. Selbst Kleinstbeträge werden gemeldet, da der Prozess vollautomatisch abläuft.
Was macht das Finanzamt mit diesen Daten?
Das BZSt leitet diese Datenpakete an Dein zuständiges Wohnsitzfinanzamt weiter. Dort gleicht eine Software (Risikomanagementsystem) die gemeldeten Daten mit deiner Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) ab. Gibt es eine Differenz, poppt beim Sachbearbeiter eine rote Flagge auf.
Der Staat weiß am Ende des Jahres über dein Auslandskonto oft besser Bescheid als über dein Inlandskonto, da im Ausland der Kontostand immer mitgeliefert wird. Finanzielle Anonymität gegenüber dem Staat existiert in Deutschland und den meisten Teilen der Welt nicht mehr. Algorithmen vergleichen die gemeldeten Daten des Auslandsaustauschs automatisch mit deinen Steuererklärungen. Abweichungen führen fast unweigerlich zu Rückfragen oder Steuerstrafverfahren.
Lange Zeit galten Krypto-Börsen und Wallets als die "digitalen Schweizer Nummernkonten". Damit ist jetzt Schluss. Während der bisherige Datenaustausch (AIA) vor allem klassische Bankkonten betraf, schließt CARF die Lücke zu den digitalen Assets. CARF ist ein von der OECD entwickelter Standard, der Krypto-Dienstleister (Börsen wie Coinbase, Binance, aber auch Wallet-Anbieter) verpflichtet, Transaktionsdaten ihrer Kunden automatisch an die Steuerbehörden zu melden. In Europa wird dies durch die Richtlinie DAC8 rechtlich zementiert. Ab 2026/2027 fließen Daten über Bitcoin, Ethereum, NFTs und sogar Stablecoins automatisch an Dein Finanzamt. Was wird gemeldet? Nicht nur, dass du Krypto besitzt, sondern auch Kaufkurse, Verkaufserlöse und die Adressen der beteiligten Wallets.
Arbeitet sauber, dann gibts keinen Stress. Bei größerer Kapitalausstattung immer mit Spezialisten im Steuerrecht zusammenarbeiten.
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@Harry gehört die USA auch dazu?
Am Ende sind also nur die Schließfächer meiner Bank sicher ;)
Harry, Du hast leider CARF vergessen.🙂
und denen geht es immer nur um eines: Steuern kassieren, abkassieren, bis das der Tod einschreitet. Den Bürger blank machen. Damit der Hamster immer wieder ran muss ins Hamsterrad. Zu den Stammdaten gehörte damals auch die Meldeadresse im Inland. Wird heute dank der Steuer ID nicht mehr benötigt. Und noch eines ist Deutschland perfekt: immer mehr und immer höhere Steuern, sogar aufs Regenwasser, oder Wasserpfennig, oder CO2 , bald auch eine Furzsteuer, wegen des Treibhausgases. Und wenn man dann sieht für was das Geld (mein Geld) ausgegeben wird kommt einem die Galle hoch.
Ich bin für die Wiedereinführung des Bankgeheimisses !!