Bundesbank: Deutsches BIP tritt im 1Q wohl auf der Stelle
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der Krieg im Nahen Osten hat die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank bereits im ersten Quartal gebremst und trübt auch den Ausblick für das zweite Jahresviertel. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht für März mitteilt, rechnet sie damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal nur auf der Stelle treten wird, nachdem sie im Februar noch ein "verhaltenes Wachstum" für möglich gehalten hatte. "Nach dem deutlichen Anstieg im Vorquartal könnte das reale BIP im laufenden Quartal saisonbereinigt lediglich stagnieren", heißt es in dem Bericht.
Die Bundesbank verweist darauf, dass der Krieg im Nahen Osten die privaten Haushalte und die Unternehmen zusätzlich belasten dürfte, insbesondere über höhere Energiepreise. "Dies könnte sich noch im ersten Quartal bemerkbar machen und trübt den Ausblick für das zweite Quartal", urteilt die Bundesbank. Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürfte von damit einhergehender hoher Unsicherheit und einer schwächeren Weltwirtschaft zusätzlicher Gegenwind kommen. "Auch für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte wird es maßgeblich darauf ankommen, wie lange der Konflikt anhält und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt wird", so die Bundesbank.
Die Kapazitätsauslastung in der Industrie ist nach ihrer Aussage weiterhin gering, was die privaten Investitionen dämpfe. Aufgrund ihrer schwachen Wettbewerbsposition könne die deutsche Industrie nur begrenzt vom wachsenden Welthandel profitieren. Die Lockerung der Fiskalpolitik dürfte erst im weiteren Verlauf des Jahres für spürbaren Auftrieb sorgen. "Zwar deuten die im vierten Quartal 2025 außergewöhnlich hohen inländischen Neuaufträge im Sonstigen Fahrzeugbau sowie bei den Herstellern von Waffen und Munition auf umfangreiche staatliche Aufträge im Bereich Verteidigung hin. Allerdings dürfte es eine Zeit dauern, bis diese Aufträge die Produktion deutlich anheben", erläutert die Bundesbank.
Produktion und Umsätze der Industrie hätten im Januar unterschiedliche Signale gegeben, deuteten insgesamt aber auf einen verhaltenen Start der Industrie in das neue Jahr hin. Eine tendenziell steigende Nachfrage im Wohnungsbau und im Tiefbau stütze zwar die Bauwirtschaft, allerdings habe die ungünstige Witterung sie im Januar und Februar belastet.
Die Bundesbank rechnet für die nächste Zeit mit einem Anstieg der Inflationsrate in Richtung 3 Prozent.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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