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13:30 Uhr, 26.03.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

OECD: Nahost-Krieg kostet Wachstum und treibt Inflation

Der Krieg im Nahen Osten wird das Weltwirtschaftswachstum nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den nächsten beiden Jahren bremsen. Wie sie in einem aktualisierten Wirtschaftsausblick mitteilte, rechnet sie zudem mit einem deutlichen Inflationsanstieg. Demnach erwartet sie für 2026 unverändert einen Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent und für 2027 ein Wachstum von 3,0 (Dezember-Prognose: 3,1) Prozent. Ohne den Iran-Krieg wäre die BIP-Prognose um 0,3 Prozentpunkte höher ausgefallen.

Bundesbank: Deutsches BIP tritt im 1Q wohl auf der Stelle

Der Krieg im Nahen Osten hat die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank bereits im ersten Quartal gebremst und trübt auch den Ausblick für das zweite Jahresviertel. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht für März mitteilt, rechnet sie damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal nur auf der Stelle treten wird, nachdem sie im Februar noch ein "verhaltenes Wachstum" für möglich gehalten hatte. "Nach dem deutlichen Anstieg im Vorquartal könnte das reale BIP im laufenden Quartal saisonbereinigt lediglich stagnieren", heißt es in dem Bericht.

EZB: Kreditvergabe an Unternehmen im Februar etwas beschleunigt

Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum hat sich im Februar leicht beschleunigt. Laut einer Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) stieg die Buchkreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen mit einer Jahresrate von 2,9 (Januar: 2,8) Prozent. Gegenüber dem Vormonat nahm die Kreditvergabe um 16 (0) Milliarden Euro zu.

De Guindos: Krieg könnte Probleme für hoch verschuldete Akteuren bringen

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat vor den Risiken für die Finanzstabilität durch den Nahost-Krieg gewarnt. "Er droht die Marktstimmung in einer Zeit hoher Vermögensbewertungen zu kippen. Dies könnte zu einer drastischen Neubewertung von Risiken für hochverschuldete Kreditnehmer und Staaten führen. Darüber hinaus könnte sich der Stress im Nichtbanken-Finanzsektor verstärken", sagte er laut veröffentlichtem Redetext bei einer Konferenz der Eesti Bank.

Norges Bank rechnet dieses Jahr mit Anhebung der Zinsen

Die norwegische Zentralbank rechnet damit, ihren Leitzins im Laufe dieses Jahres anzuheben. Grund dafür ist der Krieg im Nahen Osten, der die Energiepreise in die Höhe treibt und die Inflation anheizt. Die Währungshüter beließen den Zinssatz bei der dritten Sitzung in Folge bei 4,00 Prozent. Sie teilten jedoch mit, dass die Inflation sie wahrscheinlich in naher Zukunft zum Handeln zwingen werde.

EU-Parlament stimmt für Vorantreiben des US-Handelsabkommens

Die Parlamentarier der Europäischen Union haben dafür gestimmt, die Verhandlungen über das Handelsabkommen mit den USA voranzutreiben, wodurch die Verantwortlichen der Umsetzung des Abkommens einen Schritt näher gekommen sind. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments stimmten dafür, ihren Standpunkt zu dem Handelsabkommen zu verabschieden, das ursprünglich im Juli 2025 nach monatelangen Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission und der Regierung von US-Präsident Donald Trump erzielt worden war. Die Abstimmung ebnet den Weg für Verhandlungen zwischen dem Parlament, den EU-Ländern und der Europäischen Kommission.

ADB: Nahost-Krieg könnte Wachstum in Asien stark bremsen

Ein anhaltender Nahost-Krieg könnte das Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern Asiens und des Pazifiks bis 2027 um bis zu 1,3 Prozentpunkte verringern. Gleichzeitig könnte er die Inflation um bis zu 3,2 Prozentpunkte in die Höhe treiben, teilte die Asian Development Bank (ADB) mit. Diese Belastung würde eintreten, wenn die Störungen an den Energiemärkten länger als ein Jahr andauerten. Dies unterstreiche die Anfälligkeit der Region für höhere Ölpreise, Spannungen in den Lieferketten und straffere Finanzierungsbedingungen.

Pakistan: USA und Iran führen indirekte Gespräche

Pakistan hat mitgeteilt, dass die USA und der Iran indirekte Gespräche führten, während Teheran über Washingtons Vorschläge zur Beendigung des Konflikts berate. "Die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran finden über Pakistan statt, das die Nachrichten weiterleitet", schrieb Pakistans stellvertretender Premierminister und Außenminister Ishaq Dar in einem Beitrag auf X. "In diesem Zusammenhang haben die Vereinigten Staaten 15 Punkte vorgelegt, über die der Iran derzeit berät."

Trump: Iran sollte Gespräche "endlich ernst meinen"

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung in einem Social-Media-Beitrag gedroht, sie müsse es mit den Gesprächen zur Beendigung des Konflikts ernst meinen. "Sie sollten es bald ernst meinen, bevor es zu spät ist", schrieb Trump auf Truth Social. Trump erklärte außerdem, dass sich die öffentlichen Äußerungen der iranischen Führung von ihren privaten Kommentaren unterschieden. "Sie 'flehen' uns an, eine Einigung zu erzielen", schrieb Trump. Er fügte hinzu: "Doch öffentlich erklären sie, dass sie unseren Vorschlag lediglich 'prüfen'". Falsch!!!"

Trump wirft Nato-Ländern Untätigkeit in Sachen Iran vor

US-Präsident Donald Trump hat Mitgliedsländern der Nato vorgeworfen, "absolut nichts" zu tun, um den USA bei ihrem militärischen Vorgehen gegen den Iran zu helfen. Damit verstärkte er seine jüngste Kritik an dem Militärbündnis, dem auch Amerika angehört. Die US-Verbündeten haben indes erklärt, sie seien nicht konsultiert worden, bevor die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begannen.

Iranischer Armeekommandant: Bodenkrieg wäre "kostspielig"

Der Kommandeur der iranischen Armee hat erklärt, eine Bodenoffensive wäre für die Feinde des Iran "gefährlicher, kostspieliger und irreparabel", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Das iranische Militär beobachte "die Bewegungen des Feindes von Moment zu Moment" und sei bereit, "dem Feind an jedem Punkt entlang der iranischen Grenzen direkt entgegenzutreten", sagte General Ali Jahanshahi laut staatlichen Medien bei einem Besuch in einem Grenzgebiet.

DJG/DJN/apo

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