Wann streicht der erste große deutsche Autobauer die Dividende?
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Am Kapitalmarkt aber lebt noch immer die alte Erzählung vom verlässlichen Dividendenwert. Für Anleger könnte genau das zu einem Problem werden. Wenn große Restrukturierungen anstehen und Menschen entlassen werden, dann muss auch unweigerlich irgendwann die Dividende zur Sprache kommen.
Mercedes-Benz liefert dafür den jüngsten Beleg. Der Stuttgarter Dax-Konzern verschiebt eine für Juli vorgesehene tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Betroffen ist der jährliche "Transformationsbaustein", der 18,4 % des regelmäßigen individuellen Monatsentgelts ausmacht. Zugleich will das Management mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen. Die Beschäftigten arbeiten derzeit 35 Stunden pro Woche.
Der Ton aus der Konzernspitze ist ungewöhnlich hart. In einem Schreiben an die Belegschaft heißt es, die Situation in Deutschland sei "dramatisch". Die strukturellen Kosten, insbesondere die Arbeitskosten, seien international nicht wettbewerbsfähig. Jede neue Produktvergabe an deutsche Standorte verschlechtere die relative Kostenposition des Unternehmens. Das ist keine Rhetorik mehr für Verhandlungsrunden. Es ist eine Standortwarnung.
