BMW-Chef sagt: "Ohne Zölle wäre der Gewinn gestiegen"
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- BMW AG - WKN: 519000 - ISIN: DE0005190003 - Kurs: 80,980 € (XETRA)
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Der Konzern erzielte einen Umsatz von 133 Mrd. EUR und einen Vorsteuergewinn von 10,2 Mrd. EUR. Damit lag das Ergebnis um 6,7 % unter dem Vorjahr. Die Vorsteuermarge blieb mit 7,7 % stabil. Im Kerngeschäft Automobile erwirtschaftete BMW einen operativen Gewinn von 6,3 Mrd. EUR bei einer EBIT-Marge von 5,3 %.
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Der Absatz blieb mit 2,46 Mio. Fahrzeugen nahezu stabil und wuchs nur leicht um 0,5 %. Gleichzeitig sank der Umsatz im Autosegment um 5,9 % auf knapp 118 Mrd. EUR. Belastend wirkten insbesondere Währungseffekte, intensiver Preisdruck sowie die schwächere Nachfrage in China. Der Free Cashflow im Autogeschäft lag bei 3,2 Mrd. EUR.
Für 2026 stellt sich der Konzern auf einen weiteren Ergebnisrückgang ein. Der Vorsteuergewinn soll gegenüber 2025 moderat sinken, konkret erwartet BMW ein Minus von rund 5 % bis knapp 10 %. Die Auslieferungen dürften stagnieren. Besonders deutlich zeigt sich der Druck bei der Profitabilität: Für die Automobilsparte stellt der Konzern eine EBIT-Marge von 4 % bis 6 % in Aussicht, nach 5,3 % im vergangenen Jahr und 6,3 % im Jahr 2024.
Zölle und Preisdruck drücken die Margen
Ein zentraler Belastungsfaktor sind zunehmende Handelsbarrieren. Finanzvorstand Walter Mertl bezifferte den Einfluss von Zöllen im vergangenen Jahr auf rund 1,5 Prozentpunkte der EBIT-Marge im Automobilgeschäft. Ohne diese Belastung hätte BMW 2025 ein höheres Ergebnis erzielt.
Auch im laufenden Jahr bleibt der Effekt spürbar. Für 2026 rechnet der Konzern mit einer Belastung von etwa 1,25 Prozentpunkten auf die operative Marge. Hintergrund sind sowohl US-Importzölle als auch europäische Abgaben auf in China produzierte Elektroautos, die insbesondere die Marke Mini treffen.
Zusätzlich gerät das Geschäft durch steigenden Wettbewerbsdruck unter Druck. Laut Mertl belastete allein der Preisdruck im Automobilsegment das operative Ergebnis 2025 mit rund 2 Mrd. EUR. Besonders in China verschärfte sich der Wettbewerb deutlich, wodurch BMW seine Preissetzungsmacht teilweise verlor.
Der Konzern reagierte darauf mit einem strikten Kostenprogramm. Insgesamt senkte BMW seine Ausgaben im vergangenen Jahr um rund 2,5 Mrd. EUR, unter anderem bei Forschung und Entwicklung, Verwaltung sowie in Produktion und Einkauf. Diese Einsparungen konnten einen großen Teil der externen Belastungen kompensieren, allerdings nicht vollständig.
China bleibt größte Baustelle
Neben Handelskonflikten bleibt vor allem der chinesische Markt ein Problem. In der weltweit wichtigsten Automobilregion geriet BMW 2025 zunehmend unter Druck durch aggressive Preisstrategien lokaler Hersteller und intensiveren Wettbewerb im Elektrosegment.
Die Verkäufe in China brachen im vergangenen Jahr um 12,5 % ein. Der Markt entwickelte sich deutlich schwächer als erwartet und traf auch andere deutsche Premiumhersteller.
Für 2026 stellt sich BMW lediglich auf Stabilisierung ein. "China könnte das Niveau des vergangenen Jahres erreichen“, sagte Finanzchef Mertl. Von einer schnellen Erholung geht das Management damit nicht aus.
Das globale Geschäftsmodell mit breiter regionaler Aufstellung konnte die Schwäche teilweise ausgleichen. In Europa stieg der Absatz um mehr als 7 %, erstmals seit der Pandemie überschritt BMW dort wieder die Marke von einer Million verkaufter Fahrzeuge. Auch in den USA wuchs das Geschäft mit einem Plus von 5 %.
Neue Elektroplattform als strategischer Fokus
Strategisch setzt BMW weiterhin stark auf seine neue Elektroarchitektur "Neue Klasse“. Konzernchef Oliver Zipse bezeichnete deren Markteinführung als entscheidenden Schritt für die nächste Produktgeneration.
Den Auftakt macht das neue Elektro-SUV iX3, dessen Produktion im ungarischen Werk Debrecen bereits angelaufen ist. Die Nachfrage übertreffe derzeit die Erwartungen, die Auftragsbücher seien weit ins Jahr hinein gefüllt. Weitere Modelle auf Basis der Plattform sollen folgen, darunter eine elektrische Version der 3er-Reihe.
Insgesamt plant BMW bis 2027 mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle. Parallel hält der Konzern an seiner Strategie der Technologieoffenheit fest. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen bleiben auch Plug-in-Hybride und effiziente Verbrenner Teil des Portfolios.
Bei den alternativen Antrieben machte BMW 2025 Fortschritte. Der Konzern verkaufte weltweit rund 642.000 elektrifizierte Fahrzeuge, ein Plus von 8,2 %. Damit lag ihr Anteil bei mehr als 26 % des Gesamtabsatzes. Reine Elektroautos machten rund 18 % der Verkäufe aus.
Fazit: BMW steht zunehmend unter strukturellem Druck. Handelskonflikte, schwächere Nachfrage in China und intensiver Wettbewerb im Elektrosegment drücken auf die Margen. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in die nächste Fahrzeuggeneration. Kurzfristig dürfen Anleger die Erwartungen wohl nicht zu hoch anlegen. Auf mittlere Sicht erscheint mir die Strategie aber weiterhin schlüssig. BMW steht im Vergleich nicht schlecht dar. Von den Autobauern halte ich mich im Depot aufgrund der komplizierten Gemengelage aber weiterhin fern. Ich kann die Lage schlicht nicht einschätzen. Wenn ich mich für eine Aktie entscheiden müsste, dann wäre BMW von den großen deutschen Autobauern aber auf dem ersten Platz.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 133,45 | 140,00 | 144,00 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 11,90 | 11,00 | 12,60 |
| KGV | 7 | 7 | 6 |
| Dividende je Aktie in EUR | 4,40 | 4,10 | 4,70 |
| Dividendenrendite | 5,50% | 5,13% | 5,88% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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