AMGEN: 22 Produkte wachsen zweistellig – Zahlen schlagen Konsens
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Amgen zeigt im zweiten Quartal 2026, dass Breite kein Zufall ist: Der Biotech-Konzern übertrifft beim Umsatz und beim bereinigten Gewinn je Aktie die Analystenschätzungen klar, während 22 Produkte zweistellig wachsen und das Adipositas-Programm MariTide die Forschungsausgaben spürbar nach oben zieht.
Der Konzernumsatz steigt um 10 % gegenüber dem Vorjahr auf 10,1 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 9,43 Mrd. USD deutlich. Produktumsätze wachsen um 9 % auf 9,54 Mrd. USD, getragen ausschließlich durch höhere Absatzmengen. Das bereinigte verwässerte EPS (Non-GAAP) klettert von 6,02 USD auf 6,29 USD und liegt damit klar über dem Konsens von 5,62 USD. Das GAAP-EPS springt von 2,65 USD auf 4,37 USD, was im Wesentlichen auf deutlich niedrigere Abschreibungen aus akquisitionsbezogenen Vermögenswerten zurückgeht und das GAAP-Bild damit erheblich verzerrt.
Das bereinigte Betriebsergebnis steigt auf 4,6 Mrd. USD, während die bereinigte Betriebsmarge um 0,5 Prozentpunkte auf 48,4 % leicht nachgibt. Ursache ist der um 11 % höhere Aufwand auf Non-GAAP-Basis, darunter gestiegene Herstellungskosten, höhere Gewinnbeteiligungen und intensivierte Ausgaben für klinische Spätstadien-Programme. Das Quartal ist operativ solide, doch die Margenrichtung zeigt leicht nach unten.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Amgen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Sechs Wachstumstreiber tragen das Quartal
Amgen hebt hervor, dass 22 Produkte im Quartal mindestens zweistellig wuchsen und 17 Produkte auf Jahresbasis mehr als 1 Mrd. USD umsetzen. Die sechs vom Management definierten Wachstumstreiber legten zusammen 26 % zu und generierten fast 70 % der Produktumsätze. Das ist keine Abhängigkeit von einem einzigen Blockbuster, sondern Breite, die die Investmentstory strukturell stützt.
Besonders auffällig: UPLIZNA (Inebilizumab) verdoppelt seinen Umsatz nahezu auf 335 Mio. USD, IMDELLTRA/IMDYLLTRA (Tarlatamab) legt 115 % auf 288 Mio. USD zu, und PAVBLU (Aflibercept-Biosimilar) wächst um 121 % auf 287 Mio. USD. Auf der anderen Seite verlieren Prolia und XGEVA je rund ein Drittel ihres Umsatzes, da Biosimilar-Wettbewerber weltweit in den Markt eintreten. Enbrel büßt 4 % ein, belastet durch die Preissetzung unter dem US Inflation Reduction Act im Rahmen von Medicare Part D. Diese Gegenläufer sind struktureller Natur und werden nicht verschwinden.
MariTide als strategische Wette
Das Adipositas-Programm MariTide (AMG 133) ist das meistdiskutierte Pipeline-Asset: Mehrere Phase-3-Studien laufen bereits oder befinden sich in der Einschlussphase, darunter Programme zu kardiovaskulären Outcomes, Herzinsuffizienz, Schlafapnoe und Typ-2-Diabetes, weitere sollen noch 2026 starten. Die bereinigten Forschungsausgaben steigen im Quartal um 10 % auf 1,85 Mrd. USD, wobei MariTide explizit als Haupttreiber genannt wird. Amgen investiert hier sichtbar, ohne dass der Markt bereits Umsätze sieht. Wie viel dieser Aufwand mittelfristig trägt, hängt von Studiendaten ab, die noch ausstehen.
Schatten wirft die regulatorische Situation um TAVNEOS: Die FDA hat um einen freiwilligen Marktrückzug gebeten, Amgen hat eine Anhörung beantragt und hält an der Vermarktung fest. Das Produkt setzt 150 Mio. USD um, ist also kein Umsatzträger erster Ordnung, doch die Unsicherheit belastet das Bild.
Cashflow und Bilanz
Der Free Cashflow steigt auf 3,5 Mrd. USD gegenüber 1,9 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Dabei ist zu beachten, dass im Vorjahr eine einmalige Repatriierungssteuer den Vergleichswert gedrückt hatte; bereinigt um diesen Effekt fällt der Anstieg weniger ausgeprägt aus, bleibt aber solide. Die Kassenposition wächst auf 14,0 Mrd. USD, während die Gesamtverschuldung auf 57,3 Mrd. USD steigt. Aktienrückkäufe finden im Quartal nicht statt.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das Gesamtjahr 2026 kommuniziert Amgen eine Umsatzspanne von 38,2 bis 39,4 Mrd. USD sowie ein bereinigtes EPS-Band von 22,30 bis 23,50 USD. Die Mitte dieser EPS-Spanne liegt knapp über dem Analystenkonsens von 22,36 USD für 2026. Die Wortwahl des Managements ist zuversichtlich, aber nicht euphorisch: CEO Robert Bradway rechnet mit Wachstum, das "bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein" anhalten soll, ohne eine kurzfristige Beschleunigung zu versprechen. Angesichts des strukturellen Gegenwinds durch Biosimilar-Erosion bei Prolia und XGEVA sowie der noch ungewissen MariTide-Daten ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar.
Tagesschlusskurse der Amgen-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 36,74 Mrd. USD | 37,74 Mrd. USD | 38,74 Mrd. USD |
| EPS | 14,23 USD | 22,36 USD | 23,42 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die Breite des Portfolios ist das eigentliche Ergebnis dieses Quartals: 22 Produkte mit zweistelligem Wachstum und eine Jahresprognose, deren Mitte den Analystenkonsens knapp übersteigt, sprechen für operative Stärke, die nicht an einem einzigen Treiber hängt. Gegengewicht sind die strukturelle Biosimilar-Erosion bei Prolia und XGEVA, leicht sinkende bereinigte Margen und die noch offene Frage, wann MariTide aus dem Investitionsmodus in den Umsatzmodus wechselt. Bei einem trailing KGV von rund 17,7 liefern die Zahlen eine solide Grundlage, ohne einen neuen Kurstreiber zu setzen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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