Wissensartikel
07:39 Uhr, 24.03.2023

Warum manche Unternehmen 4 Cent Dividende pro Aktie ausschütten

Besonders, wenn ein Mehrheitsgesellschafter die Kleinaktionäre ärgern will, um es mal freundlich auszudrücken, wird die Dividende zusammengestrichen. Aber 0,04 EUR / Aktie gibt es dann oft doch. Warum gerade 4 Cent?

Die Antwort findet sich im $254 AktG AktG, www.gesetze-im-internet.de/aktg/__254.html

"Der Beschluß über die Verwendung des Bilanzgewinns kann außer nach § 243 auch angefochten werden, wenn die Hauptversammlung aus dem Bilanzgewinn Beträge in Gewinnrücklagen einstellt oder als Gewinn vorträgt, die nicht nach Gesetz oder Satzung von der Verteilung unter die Aktionäre ausgeschlossen sind, obwohl die Einstellung oder der Gewinnvortrag bei vernünftiger kaufmännischer Beurteilung nicht notwendig ist, um die Lebens- und Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft für einen hinsichtlich der wirtschaftlichen und finanziellen Notwendigkeiten übersehbaren Zeitraum zu sichern und dadurch unter die Aktionäre kein Gewinn in Höhe von mindestens vier vom Hundert des Grundkapitals abzüglich von noch nicht eingeforderten Einlagen verteilt werden kann."

Die meisten AGs arbeiten mit einem Nominalwert von 1 EUR pro Aktie. 4 Prozent davon sind 4 Cent.

Wer ausschütten kann, ohne die AG zu gefährden, aber dies nicht tut, lebt in der Gefahr, dass der Gewinnverwendungsbeschluss angefochten wird.

2017 wurde die Deutsche Bank zur Ausschüttung dieser "Mindestdividende" verdonnert, obwohl sie zuvor riesige Verluste gemacht hat.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn gar kein Bilanzgewinn zur Ausschüttung vorhanden ist. Aber Vorsicht - der Bilanzgewinn ist nicht identisch mit dem Gewinn eines Jahres!

Maßgeblich ist übrigens immer der HGB-Einzelabschluss der Aktiengesellschaft.

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Über den Experten

Daniel Kühn
Daniel Kühn

Daniel Kühn ist seit 1996 aktiver Trader und Investor. Nach dem BWL-Studium entschied sich der vielseitig interessierte Börsen-Experte zunächst für eine Karriere als freier Trader und Journalist. Von 2012 bis 2023 leitete Daniel Kühn die Redaktion von stock3 (vormals GodmodeTrader). Seit 2024 schreibt er als freier Autor für stock3. Besondere Interessenschwerpunkte des überzeugten Liberalen sind politische und ökonomische Fragen und Zusammenhänge, Geldpolitik, Aktien, Hebelprodukte, Edelmetalle und Kryptowährungen sowie generell neuere technologische Entwicklungen.

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