Fundamentale Nachricht

Yellen und Weltkonjunktur setzen den US-Anlegern zu

Gestern meldete sich die Fed-Chefin vor dem US-Repräsentantenhaus zu Wort, heute spricht sie vor dem US-Senat. Ihre Auskünfte zur US-Konjunktur werden von negativen Daten zur Weltkonjunktur flankiert.

Erwähnte Instrumente

Gestern räumte Fed-Chefin Janet Yellen eine schwächelnde US-Konjunktur ein, heute legt das ifo-Institut nach: Das Weltwirtschaftsklima hat sich im ersten Quartal 2016 weiter abgekühlt. Der ifo-Index für die Weltwirtschaft sank auf 87,8 Punkte von 89,6 im Vorquartal, wie das Münchner Institut mitteilte. Er entfernte sich damit weiter von seinem langfristigen Durchschnitt bei 96,1 Punkten. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in allen Regionen, außer in Ozeanien, Asien und Lateinamerika. Besonders auffällig: Mit Ausnahme von Europa unterschreitet der Indikator in allen Regionen seinen jeweiligen langfristigen Durchschnitt.

Angesichts der sich schleppend entwickelnden Weltkonjunktur setzen auch die Ölpreise heute weiter zurück. Gestern aus den USA gemeldete Lagerdaten zeigen, dass die Rohölbestände von ihrem Rekordniveau etwas zurückgekommen sind, die Vorräte für Ölprodukte wie Benzin und Heizöl jedoch weiter ansteigen. Wie heute bekannt wurde, würde Saudi-Arabien einer Senkung oder Festsetzung der Rohöl-Produktion auf aktuellem Niveau zustimmen, sollte sich der Iran beteiligen.

Als einzige Konjunkturnachricht wurde heute die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der vergangenen Woche gemeldet: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 16.000 gegenüber der Vorwoche gesunken, kräftiger als erwartet. Wegen der wachsenden Risiken für die US-Wirtschaft bezweifeln Marktbeobachter, dass die US-Notenbank schon im März ihren nächsten Zinsschritt folgen lassen wird, nachdem sie im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen erhöht hatte.

In der ersten Stunde nach Handelsbeginn büßt der Dow Jones 1,3 Prozent auf 15.710 Punkte ein. Der S&P steckt um 0,83 Prozent auf 1.837 Punkte zurück. Der Nasdaq 100  ermäßigt sich um 0,27 Prozent auf 3.955 Punkte.

Eine Reihe von Unternehmensbilanzen sorgen für Gesprächsstoff. Unter anderem hat am gestrigen Mittwoch nach Börsenschluss Twitter erneut rote Zahlen gemeldet – trotz eines über den Erwartungen liegenden Umsatzwachstums. Die Aktie verliert heute rund 5 Prozent.

Tesla verdreifachte im Schlussquartal 2015 zwar seinen Nettoverlust, der operative Fehlbetrag fiel aber deutlich geringer als befürchtet aus. Zudem kletterte der Umsatz um 27 Prozent. Anleger belohnen diese Zahlen mit einem Kursplus von knapp 5 Prozent.

Die Ölpreise geben leicht nach: WTI ermäßigt sich um 0,27 Prozent auf 29,60 US-Dollar. Brent verbilligt sich um 0,23 Prozent auf 30,94 US-Dollar.

Gold profitiert weiterhin von der zunehmenden Unsicherheit der Finanzmärkte und der schleppenden konjunkturellen Entwicklung. Immer mehr Akteure bezweifeln, dass die US-Notenbank schon im März den nächsten Zinsschritt folgen lassen wird, nachdem sie im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen erhöht hatte. In ihrer gestrigen Rede vor dem US-Repräsentantenhaus hatte US-Notenbankchefin Yellen am Mittwoch zwar eine Zinserhöhung nicht ausdrücklich ausgeschlossen, doch verwies sie auf die wachsenden Risiken für die US-Wirtschaft. Die Feinunze kletterte heute in der Spitze auf 1.243 US-Dollar und kostete damit so viel wie seit neun Monaten nicht mehr.

Der Euro legt gegenüber dem US-Dollar leicht zu. Das Währungspaar notiert bei 1,1319 (+0,35 Prozent).

Konjunktur

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken

In den USA sind in der Woche zum 6. Februar spürbar weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl auf saisonbereinigter Basis um 16.000 auf 269.000 Anträge, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Volkswirte hatten nur einen kleinen Rückgang auf 280.000 vorhergesagt.

Für die Vorwoche wurde die Zahl der Erstanträge mit 285.000 bestätigt. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt fiel gegenüber der Vorwoche um 3.500 auf 281.250.

Einzelaktien

Tower Int übertrifft die Analystenschätzungen

Der Automobilzulieferer Tower Int übertrifft im abgelaufenen Geschäftsquartal mit einem Gewinn von $0,67 je Aktie die Analystenschätzungen von $0,60. Umsatz mit $494 Mio über den Erwartungen von $490 Mio

TreeHouse Foods übertrifft die Analystenschätzungen

Der Lebensmittelhersteller TreeHouse Foods übertrifft im abgelaufenen Geschäftsquartal mit einem Gewinn von $1,08 je Aktie die Analystenschätzungen von $1,02. Umsatz mit $865 Mio im Rahmen der Erwartungen

BorgWarner übertrifft die Analystenschätzungen

Der Automobilzulieferer BorgWarner übertrifft im abgelaufenen Geschäftsquartal mit einem Gewinn von $0,75 je Aktie die Analystenschätzungen von $0,72. Umsatz mit $2,12 Mrd über den Erwartungen von $2,00 Mrd

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