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10:04 Uhr, 08.08.2026

Weekend-Flash: Schwacher US-Arbeitsmarkt beflügelt – Aktien und Gold im Plus

Schwache US-Jobdaten schürten Zinssenkungshoffnungen: Der Nasdaq 100 legte über 5 % zu, Gold sprang auf 4.399,70 USD und der DAX kletterte über 26.000 Punkte.

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Eine Woche zwischen KI-Euphorie, Ölpreis-Achterbahn und einem enttäuschenden US-Arbeitsmarkt trug die Aktienmärkte breit nach oben. Der Nasdaq 100 führte mit über 5 % Wochenplus, der DAX sprang über die 26.000-Punkte-Marke. Gold profitierte gleich doppelt: von der Geopolitik am Persischen Golf und von der Aussicht auf sinkende Zinsen.

Wochenrückblick

Die erste August-Woche hatte zwei Taktgeber: die Straße von Hormus und den US-Arbeitsmarkt. Zum Wochenauftakt nahmen Entspannungssignale im Nahen Osten den Risikoaufschlag aus dem Ölmarkt, ein überraschend starker ISM-Index für die US-Industrie mit 55,6 Punkten nach erwarteten 54,0 lieferte zusätzlich Rückenwind. Die Aussicht auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran zur Öffnung der Meerenge drückte den Ölpreis am Dienstag weiter, ehe sich die Lage zur Wochenmitte wieder verschärfte und ein iranisches Blockade-Gesetz den Preis am Donnerstag um mehr als 4 % nach oben zog.

Unter dem Strich blieb Entlastung: Brent ging mit 83,55 USD und einem Minus von 4,98 % auf Wochensicht ins Ziel, was den Inflationsdruck dämpfte und die Kosten für Industrie, Transport und Konsum senkte. Gold war mit einem Wochenplus von 7,13 % auf 4.399,70 USD der auffälligste Wert überhaupt, getragen von der geopolitischen Gemengelage und der Zinsfantasie, während Bitcoin um 3,29 % auf 64.891,61 USD zulegte.

Die Konjunkturdaten aus den USA verloren im Wochenverlauf spürbar an Substanz. Der ADP-Bericht meldete am Mittwoch nur 44.000 neue Stellen statt der erwarteten 70.000, während die Beschäftigungskomponente des ISM-Services mit 47,4 Punkten unter die Expansionsschwelle rutschte. Am Freitag folgte ein schwacher offizieller Arbeitsmarktbericht mit einem Beschäftigungsrückgang und einem Lohnwachstum unter den Erwartungen, die Arbeitslosenquote lag mit 4,1 % unter der Erwartung von 4,2 %. Für die Aktienmärkte war genau das die gute Nachricht: Die Zinserwartungen hellten sich auf, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,65 %.

Entsprechend freundlich fiel die Wochenbilanz aus. Angeführt vom Technologiesektor gewann der Nasdaq 100 5,12 % auf 29.722,30 Punkte, gefolgt vom S&P 500 (+3,58 % auf 7.757,64 Punkte) und dem Dow Jones (+2,96 % auf 54.036,93 Punkte). Der DAX kam mit einem Plus von 2,59 % auf 26.366,50 Punkte etwas verhaltener, aber ebenfalls klar im Plus ins Wochenende, nachdem er bereits am Montag die 26.000er-Marke genommen hatte. Am Devisenmarkt profitierte EUR/USD von der Dollar-Schwäche nach den Arbeitsmarktdaten und schloss mit 1,16 um 0,24 % fester.

Europa

Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
HENSOLDT AG Inhaber-Aktien o.N. +13,12 %
SAP +12,49 %
SUSS MicroTec +11,36 %
Zalando -13,03 %
PVA TePla -9,11 %
Deutsche Lufthansa -6,67 %

Die deutsche Berichtssaison lieferte ein zweigeteiltes Bild. Beiersdorf eröffnete die Woche mit einer Prognosekürzung, die Bernstein Research als Gewinnwarnung großen Ausmaßes einordnete: Die bereinigte EBIT-Marge soll 2026 nur noch mindestens 11,8 % erreichen statt rund 14 %. BioNTech senkte die Umsatzprognose auf 1,6 bis 1,9 Mrd. EUR, bei der Deutschen Lufthansa brach das bereinigte EBIT im zweiten Quartal um 56 % ein, und Zalando verfehlte die Markterwartungen gleich doppelt.

Auf der Gegenseite überzeugte Bayer mit besser als erwarteten Quartalszahlen und Kurszielanhebungen von JPMorgan, UBS und Goldman Sachs, während Fresenius die Jahresprognose für das Kern-EPS auf ein Wachstum von 10 bis 15 % anhob. Die Deutsche Telekom übertraf beim bereinigten EBITDA leicht und weitete das Aktienrückkaufprogramm auf 5 Mrd. EUR aus, Brenntag hob die Prognose erneut an. RWE einigte sich mit dem US-Innenministerium auf einen Ausgleich von 1,22 Mrd. USD, zog sich dafür aber vollständig aus dem US-Windgeschäft zurück, was der Markt schwerer gewichtete als die Zahlung.

Zum Wochenschluss standen die Versicherer im Zentrum: Allianz steigerte den operativen Quartalsgewinn um knapp 11 % auf Rekordniveau, blieb unter dem Strich aber hinter den Schätzungen zurück, während Munich Re das Umsatzziel nach schwächeren Juli-Erneuerungen zurücknahm. Bei Daimler Truck (Aktuelle Analyse) halbierte sich der Quartalsgewinn je Aktie nahezu, belastet von Zollkosten und einem schwachen nordamerikanischen Auftragseingang.

Im Technologiesegment war SUSS MicroTec mit einem Wochenplus von 11,36 % der stärkste Wert, getragen von Kaufempfehlungen der Deutschen Bank und von Warburg Research sowie der freundlichen Stimmung im Halbleitersektor. Am anderen Ende verlor PVA TePla 9,11 % auf Wochensicht, nachdem das EBITDA um mehr als die Hälfte eingebrochen war und der Konzern nur noch das untere Ende der Jahresprognose in Aussicht stellte. Nordex sicherte sich einen Großauftrag über rund 525 Megawatt in der Türkei, RENK meldete einen Rekordauftragseingang.

USA

Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
Coherent +44,22 %
Palantir Technologies Inc. Registered Shares o.N. +39,78 %
Shopify +29,38 %
The Trade Desk -23,50 %
DaVita -23,46 %
Western Digital -20,29 %

Die Wall Street lebte in dieser Woche von der KI-Infrastruktur. Amazon erreichte am Montag erstmals eine Marktkapitalisierung von 3 Bio. USD, gestützt von AWS-Umsätzen über Markterwartung und einem Azure-Wachstum von 43 % bei Microsoft. Am Dienstag folgte Palantir mit einem Umsatzwachstum von 93 % im Jahresvergleich; die Aktie zählte mit einem Wochenplus von 39,78 % zu den stärksten Werten im Markt, DZ BANK und UBS hoben die Kursziele deutlich an. Caterpillar erreichte erstmals einen Quartalsumsatz über 20 Mrd. USD, getragen vom Geschäft mit Energietechnik für Rechenzentren.

Noch stärker lief Coherent mit einem Wochenplus von 44,22 %, nachdem ein mögliches US-Importverbot für chinesische optische Transceiver in KI-Rechenzentren den Konzern als direkten Profiteur der FCC-Maßnahme erscheinen ließ. Shopify gewann 29,38 % im Wochenverlauf: Der Umsatz lag mit 3,58 Mrd. USD klar über dem Konsens von 3,40 Mrd. USD, der KI-getriebene Traffic verdreifachte sich. Auch Arista Networks und Astera Labs übertrafen die Erwartungen deutlich und hoben ihre Guidance an.

Nicht alles gelang. The Trade Desk (Aktuelle Analyse) verlor auf Wochensicht 23,50 %, nachdem das Unternehmen die Quartalserwartungen klar verfehlt und für das dritte Quartal erstmals in der Firmengeschichte einen Umsatzrückgang von rund 12 % in Aussicht gestellt hatte; Evercore ISI, Susquehanna und UBS stuften ab. Datadog verfehlte den Umsatzkonsens, Honeywell Aerospace blieb mit 1,87 USD je Aktie deutlich unter den erwarteten 2,13 USD. Airbnb dagegen überzeugte mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 35 % und erhielt am Freitag eine Hochstufung von Wedbush mit einem auf 200 USD angehobenen Kursziel. Tesla kündigte mit Terafab in Texas den Bau einer Chipfabrik an, deren erste Phase allein über 16,8 Mrd. USD an Investitionen umfasst, während Alphabet mit einer Anleiheemission von bis zu 25 Mrd. USD auf ein Orderbuch von rund 115 Mrd. USD traf.

Ausblick auf die neue Woche

Der Terminkalender läuft auf einen Tag zu: Am Mittwoch stehen die US-Verbraucherpreise für Juli an, erwartet werden eine Jahresrate von 3,4 % und ein Monatsplus von 0,1 %, die Kernrate soll um 0,2 % zulegen. Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht entscheidet dieser Wert maßgeblich darüber, wie weit die Zinsfantasie trägt. Zum Wochenauftakt richtet sich der Blick am Dienstag auf den Zinsentscheid der australischen Notenbank, für den der Konsens 4,35 % ansetzt. Am Freitag folgen das Schweizer Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal mit einer erwarteten Quartalsrate von 0,5 % sowie die Michigan-Inflationserwartungen für August.

Auf der Unternehmensseite bleibt die Berichtssaison dicht getaktet. Am Dienstag legt CoreWeave Zahlen vor, ein Gradmesser für die Nachfrage nach KI-Rechenkapazität, am Mittwoch folgen Cisco und Coherent, das nach dem Kurssprung der abgelaufenen Woche unter besonderer Beobachtung steht. Den Abschluss macht am Donnerstag Applied Materials, dessen Auftragslage Rückschlüsse auf die Investitionszyklen der Chipindustrie zulässt. Zum Wochenstart berichten zudem Simon Property Group, Ferguson und Rocket Lab, am Dienstag ergänzt um Lumentum und Cardinal Health.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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