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10:05 Uhr, 05.09.2026

Weekend-Flash: Ölpreis und Zinsen belasten – DAX verliert 1,9 Prozent

Öl verteuert sich binnen Wochenfrist um 9,28 Prozent auf 96,28 USD, die Zinsen ziehen an: Der DAX schließt 1,87 Prozent tiefer bei 26.060,5 Punkten.

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Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran trieb den Ölpreis um mehr als 9 % nach oben und schob die Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs. Der DAX verlor auf Wochensicht deutlich, während sich die Wall Street dank starker Tech-Nachrichten knapp behauptete. Zum Wochenschluss lieferten ein überraschend kräftiger US-Arbeitsmarktbericht und das Sparpaket bei Volkswagen die letzten großen Impulse.

Wochenrückblick

Die Woche hatte einen klaren roten Faden: Geopolitik, Energiepreise und Zinsen. Gegenseitige Militärschläge zwischen den USA und dem Iran sowie Engpässe in der Straße von Hormus verteuerten Öl kontinuierlich, was den Inflationsdruck verstärkte und die Anleiherenditen dies- und jenseits des Atlantiks auf Mehrjahreshochs trieb. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries überschritt 4,75 % und erreichte das höchste Niveau seit Januar 2025, die zehnjährige Bundesanleihe markierte mit 3,39 % ein 15-Jahreshoch.

Die Datenlage passte ins Bild. In Deutschland fiel die Jahresteuerung im August mit 2,9 % zwar leicht unter der Erwartung aus, in der Eurozone sprang sie jedoch von 2,9 % auf 3,3 %, getrieben von einer um 14,3 % gestiegenen Energiekomponente, während die Kernrate mit 2,4 % leicht nachgab. Zum Wochenschluss übertraf der US-Arbeitsmarkt die Prognosen deutlich: 162.000 neue Stellen und ein privater Beschäftigungsaufbau von 127.000 gegenüber erwarteten 45.000 hoben die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September auf über 60 % und schoben die zehnjährige US-Rendite auf 4,77 %.

Der Zinsdruck traf vor allem Europa: Der DAX beendete die Woche bei 26.060,5 Punkten und damit 1,87 % unter dem Vorwochenschluss. Die US-Indizes nutzten dagegen den Rückenwind der KI-Nachrichten und behaupteten sich knapp: S&P 500 (+0,09 % auf 7.718,6 Punkte) und Nasdaq 100 (+0,38 % auf 29.544,16 Punkte) legten zu, während der Dow Jones mit 53.414,25 Zählern und einem Minus von 0,27 % ins Wochenende ging.

Deutlich klarer fiel das Bild bei den Rohstoffen aus. Brent verteuerte sich im Wochenverlauf um 9,28 % auf 96,28 USD und näherte sich zwischenzeitlich der Marke von 100 USD. Gold gab trotz eines kräftigen Erholungsschubs am Donnerstag unter dem Strich 1,18 % auf 4.476,6 USD ab, gebremst von den gestiegenen Realrenditen. Bitcoin gewann auf Wochensicht 2,36 % auf 79.675,12 USD, verlor nach dem Arbeitsmarktbericht aber wieder an Boden, und EUR/USD legte um 0,27 % zu und schloss bei 1,16.

Europa

Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
Fuchs SE Vz +6,70 %
LANXESS +6,46 %
Volkswagen AG Vz. +5,33 %
Nemetschek -10,73 %
Rheinmetall -10,08 %
RENK GROUP AG INH O.N. -8,90 %

Die dominierende Story kam von Volkswagen (Aktuelle Analyse) . Erst belastete ein Bericht über ein Auslaufen der Produktion in Emden, Zwickau, Hannover und bei Audi Neckarsulm, dazu kam der bevorstehende Ausschluss aus dem EuroStoxx 50. Am Freitag billigte der Aufsichtsrat dann ein Sparpaket mit weltweit 50.000 zusätzlichen Stellenstreichungen, einer Reduzierung der Konzernproduktion auf 9 Mio. Fahrzeuge und dem Ziel einer Umsatzrendite von 9 % bis 2030. Die Börse wertete das als Absicherung der Profitabilität gegen den Wettbewerbsdruck aus China, auch Porsche SE profitierte. Im Nutzfahrzeugbereich gab Daimler Truck nach der Abstufung durch Morgan Stanley auf Equal-weight nach.

Daneben prägten Analystenimpulse und Konzernnachrichten das Bild. Goldman Sachs und Jefferies hoben ihr Kursziel für RWE auf 75 EUR an, UBS erhöhte das Ziel für ASML auf 2.350 EUR mit Verweis auf Preisspielraum bei EUV-Systemen. Novartis überzeugte mit positiven Phase-Daten zu Remibrutinib und sicherte sich zusätzlich den Zugriff auf die Hybrozyme-Technologie von Alteogen im Volumen von bis zu 3,2 Mrd. USD.

Bei der Commerzbank bestätigte Vorstandschefin Bettina Orlopp Gespräche mit Großaktionärin UniCredit und startete zugleich ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,2 Mrd. EUR. Bei der Deutschen Telekom baute der aktivistische Investor Elliott laut Bloomberg eine bedeutende Beteiligung auf, um höhere Rückkäufe durchzusetzen. Airbus räumte Qualitätsmängel am Seitenleitwerk des A330neo ein, die Auslieferungen liefen nach Konzernangaben wieder an. Für Adidas und Puma sahen Jefferies und Citigroup nach den schwachen Lululemon-Zahlen Belastungspotenzial.

USA

Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)

Wert Woche
SanDisk +17,17 %
Robinhood Markets +17,12 %
Dell Technologies +14,88 %
Fair Isaac -19,18 %
Edison International -19,10 %
Lululemon Athletica -16,72 %

Die Wall Street lebte von KI-Nachrichten. Nvidia (Aktuelle Analyse) übernahm die Open-Source-Plattform Hugging Face für knapp 13 Mrd. USD und stützte damit den Nasdaq 100 zum Wochenschluss. Bei den Quartalszahlen dominierte dagegen das Muster Sell-the-News: Broadcom übertraf im dritten Quartal die Erwartungen leicht, rutschte aber unter die 200-Tage-Linie. Ciena steigerte den Umsatz um 37 % auf 1,67 Mrd. USD und hob die Jahresprognose an, drehte aber dennoch ins Minus. Palo Alto Networks überzeugte mit 63 % Wachstum bei den wiederkehrenden Erlösen im Next-Generation-Security-Geschäft, enttäuschte jedoch mit dem Ausblick auf 2027. Dell Technologies hob Gewinn- und Umsatzprognose an, Medtronic übertraf mit 9,76 Mrd. USD Umsatz die Schätzungen und erhöhte die Jahresprognose.

Auf der Verliererseite stand Lululemon (Aktuelle Analyse) : Umsatz- und Margenrückgänge sowie ein drastisch gesenkter Jahresausblick, vor allem wegen der China-Schwäche, führten zu einem Kurseinbruch und reihenweise gekappten Kurszielen. Tesla (Aktuelle Analyse) schwankte kräftig zwischen dem Cybercab-Event in Austin und der anschließenden NHTSA-Untersuchung zu rund 1.000 Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale, dazu kam ein auf 3,6 % abgeflachtes China-Absatzplus. Bei den kalifornischen Versorgern PG&E und Edison International blieben die Waldbrand-Haftungsrisiken das beherrschende Thema. Uber Technologies strich rund 3.300 Stellen, um Mittel ins Kerngeschäft und in Robotaxi-Partnerschaften zu lenken, und Alphabet entging im Werbetechnologie-Kartellverfahren einem Zwangsverkauf der Anzeigenbörse.

Ausblick auf die neue Woche

Der Wochenauftakt fällt dünn aus: Am Montag bleiben die US-Börsen wegen des Labor Day geschlossen. Danach rückt die Notenbankseite in den Vordergrund, wenn am Mittwoch eine Rede von EZB-Präsidentin Lagarde ansteht und am Donnerstag der EZB-Zinsentscheid samt Pressekonferenz folgt, für den der Markt einen Leitzins von 2,65 % erwartet. Nach der Eurozonen-Teuerung von 3,3 % dürfte die Begründung mindestens so viel Beachtung finden wie der Beschluss selbst.

Den Höhepunkt setzt der Freitag mit den US-Verbraucherpreisen für August: Erwartet werden eine Jahresrate von 3,4 % und eine Kernrate von 2,4 % bei einem monatlichen Kernanstieg von 0,2 %. Ergänzt wird das von den Michigan-Inflationserwartungen für ein Jahr. Angesichts des kräftigen Ölpreisanstiegs und des starken Arbeitsmarktberichts hat diese Zahl unmittelbare Sprengkraft für die September-Erwartungen an die Fed.

Auf Unternehmensseite bleibt es überschaubar. Den Auftakt macht am Dienstag Casey's General Stores, am Mittwoch folgt Cooper Companies. Im Zentrum stehen aber die Donnerstagstermine von Oracle und Adobe, die als Gradmesser für die Monetarisierung von KI-Anwendungen gelten. Am Freitag rundet Kroger die Woche mit einem Blick auf den US-Konsumenten ab.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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