Weekend-Flash: Nasdaq 100 verliert nach Demokraten-Sieg 4,91 Prozent
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Der Wahlsieg der Demokraten im US-Kongress ließ zunächst den Ölpreis unter 100 USD sinken, bevor Sorgen vor strengeren Auflagen für KI-Rechenzentren einen Ausverkauf bei Technologie- und Halbleiterwerten auslösten. Der Nasdaq 100 verlor auf Wochensicht 4,91 %. Der DAX gab seine Zwischengewinne nach robusten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag wieder ab und beendete die Woche nahezu unverändert.
Wochenrückblick
Die US-Zwischenwahlen bestimmten den Wochenverlauf. Nach den Hochrechnungen vom Mittwochmorgen eroberten die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus zurück und sicherten sich ab Januar die Mehrheit in beiden Kammern. Der Spielraum der Regierung Trump schrumpfte. Die Börsen reagierten zunächst freundlich, weil Händler erneute US-Angriffe auf den Iran für weniger wahrscheinlich hielten. Öl fiel erstmals seit dem 7. Oktober unter 100 USD; Werte aus dem Bereich erneuerbare Energien trugen den DAX am Mittwoch bis auf 26.437,67 Punkte.
Am Donnerstag lösten Sorgen vor strengeren Auflagen für KI-Rechenzentren, enttäuschende Zahlen und Gewinnwarnungen einen Ausverkauf aus. Der Nasdaq 100 brach an diesem Tag um 5,17 % ein, die Magnificent Seven verloren zusammen rund 1,1 Bio. USD Börsenwert. Am Freitag erfasste der Ausverkauf Asien: Der KOSPI verlor 6,02 %, Taiwans Leitindex erlitt den steilsten Einbruch seiner Geschichte. Die Erholung zum Wochenschluss milderte die Verluste nur wenig. Auf Wochensicht büßten Nasdaq 100 4,91 % auf 26.989,99 Punkte und S&P 500 2,68 % auf 7.376,86 Punkte ein. Der Dow Jones verlor mit 0,94 % auf 51.285,73 Punkte weniger deutlich, während der DAX mit +0,01 % bei 25.820,36 Punkten nahezu unverändert schloss.
Zum Wochenschluss rückten robuste US-Konjunkturdaten die Geldpolitik in den Vordergrund. Private Arbeitgeber schufen im Oktober 159.000 Stellen statt der erwarteten 64.000; die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 %. Zuvor hatten der ISM-Industrieindex mit 55,5 Punkten (Prognose 54,6), die ADP-Daten mit 86.000 neuen Stellen (Prognose 69.000) und die Produktivität mit 3,6 % (Prognose 2,8 %) die Erwartungen übertroffen. Nur der ISM-Dienstleistungsindex blieb mit 54,5 Punkten knapp darunter. Nach dem Arbeitsmarktbericht rechneten die Finanzmärkte überwiegend mit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember, was den DAX am Freitag belastete. Die Bank of England erhöhte am Donnerstag erstmals seit 2023 die Zinsen und stellte weitere Schritte in Aussicht. Australiens Notenbank hatte ihren Leitzins am Dienstag auf 4,85 % angehoben, den höchsten Stand seit 18 Jahren. In der Eurozone stieg die Oktober-Inflation erwartungsgemäß auf 4,0 %, die Kernrate verharrte bei 2,5 %.
Am Ölmarkt sank die Risikoprämie: Zum Wochenauftakt drückten Annäherungssignale zwischen Washington und Teheran den Preis, am Freitag zeichnete sich ein möglicher Durchbruch in den Gesprächen über ein Ende des Iran-Kriegs ab. Die OPEC+ ließ ihre Förderquoten für Dezember unverändert. Brent verbilligte sich auf Wochensicht um 13,52 % auf 101,1 USD je Barrel, was den Inflationsdruck dämpfte. Gold gewann dagegen 4,63 % auf 4.079,6 USD je Feinunze, zur Wochenmitte gestützt vom schwächeren Dollar und gesunkenen Anleiherenditen. Nach dem Schwenk der Fed zu einer strafferen Linie senkte Goldman Sachs sein Goldpreisziel für Ende 2026 allerdings von 4.650 auf 4.150 USD. Bitcoin übersprang am Mittwoch 80.000 USD, gab die Gewinne im Tech-Ausverkauf am Donnerstag bei Liquidierungen von mehr als 870 Mio. USD aber wieder ab. Das Wochenminus betrug 1,88 % bei 75.731,04 USD. EUR/USD verlor nach den US-Daten auf Wochensicht 0,14 % auf 1,11.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Deutsche Lufthansa | +17,67 % |
| Aroundtown | +16,44 % |
| Heidelberg Materials | +15,57 % |
| TeamViewer | -30,69 % |
| Rheinmetall | -21,03 % |
| Siltronic | -13,83 % |
Die Rüstungsbranche prägten Projektverzögerungen. Zum Wochenstart wurde bekannt, dass die Bundeswehr ihre Großbestellung für Boxer-Radfahrzeuge erst im Februar 2027 statt Anfang Dezember auslösen sollte. Am Mittwochabend senkte Rheinmetall (Aktuelle Analyse) wegen Verzögerungen beim Boxer-Projekt und bei der Artilleriemunition die Jahresprognose. Mehrere Analysten kappten daraufhin ihre Kursziele, JPMorgan von 1.350 auf 1.150 EUR. Die Aktie verlor auf Wochensicht 21,03 %; als nächster Termin stand der Kapitalmarkttag am 27. November an. Operativ freundlicher fiel die Bilanz der Branchenkollegen aus: Renk steigerte die Bestellungen um fast 45 % auf 469 Mio. EUR, Hensoldt erhöhte die Umsatzprognose auf rund 2,8 Mrd. EUR.
Der Technologie-Ausverkauf erfasste auch Europa. Schon am Mittwoch belasteten Sorgen vor strengerer KI-Regulierung Siemens Energy, Infineon und AIXTRON (Aktuelle Analyse) . Am Donnerstag zog der Nasdaq-Einbruch ASML und Infineon kräftig nach unten. TeamViewer litt zusätzlich unter verzögerten Vertragsabschlüssen mit Großkunden. Für 2026 erwartete der Softwareanbieter statt Wachstum einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 1 bis 2 %. Kepler Cheuvreux stufte die Aktie auf Hold ab und senkte das Kursziel von 10 auf 6 EUR. Im Wochenverlauf verlor sie 30,69 %.
Starke Zahlen und Sparprogramme stützten andere Unternehmen. Die Deutsche Lufthansa steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 9 % und den Nettogewinn um 30 %. Für 44,9 % an TAP Air Portugal stellte sie vorbehaltlich der EU-Zustimmung bis zu 1,2 Mrd. EUR in Aussicht. Barclays stufte die Aktie auf Equal-Weight hoch, Bernstein hob das Kursziel an. Das Wochenplus betrug 17,67 %. Konkurrent Ryanair senkte wegen erwarteter Treibstoff-Mehrkosten von 2 Mrd. EUR die Passagierprognose von 216 auf 214 Mio. Heidelberg Materials übertraf die Umsatzerwartung um 4 % und hatte das Sparziel von 500 Mio. EUR bereits überschritten; bis 2028 sollten weitere 300 Mio. EUR hinzukommen. Analysten erhöhten ihre Kursziele, die Aktie gewann im Wochenverlauf 15,57 %. Hochtief steigerte den bereinigten Quartalsgewinn um fast die Hälfte auf 271,9 Mio. EUR. Am Freitag stützte zudem die Nachricht, dass Mutterkonzern ACS eine Komplettübernahme oder Fusion erwog.
Die übrigen Großkonzerne lieferten gemischte Nachrichten. Die Deutsche Telekom steigerte den Umsatz um 7,5 % auf gut 31 Mrd. EUR, hob erneut die Jahresprognose an und plante 10 % mehr Dividende sowie für 2027 Rückkäufe von bis zu 2 Mrd. EUR. Die Commerzbank verdiente mit 859 Mio. EUR 45 % mehr als im Vorjahresquartal. BMW erwartete nach erneuter Prognosesenkung in der Autosparte nur noch eine EBIT-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 %. Daimler Truck (Aktuelle Analyse) übertraf mit einer bereinigten Marge von 9,1 % die Erwartungen; die Aktie gab am Freitag nach. Evonik lehnte das Übernahmeangebot von BASF über 24 EUR je Aktie ab, das den Konzern mit mehr als 11 Mrd. EUR bewertete. JPMorgan stufte die Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück ab.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Fiserv | +25,71 % |
| IDEXX Laboratories | +22,65 % |
| Mosaic Co., The | +21,59 % |
| Lumentum Holdings | -35,94 % |
| Seagate Technology | -28,48 % |
| Marvell Technology Grp | -28,11 % |
Die Folgen der Wahl zeigten sich besonders bei Technologieaktien. Am Mittwoch legten Apple und Microsoft noch kräftig zu, Microsoft erreichte ein Rekordhoch. Tesla gab nach, weil der Wahlausgang Sorgen vor stärkerer Kontrolle rund um Elon Musk auslöste. Im Ausverkauf am Donnerstag erlitt Nvidia (Aktuelle Analyse) den größten Tagesverlust seit April 2025. Qualcomm meldete wegen schwacher Smartphone-Chip-Nachfrage 8 % weniger Umsatz und erlebte den schwächsten Handelstag seit 2020. Microsoft distanzierte sich wegen Bauverzögerungen und steigender Kosten von Cloud-Partnern und zog sich aus drei Nscale-Projekten zurück. Besonders stark verloren Speicherwerte: Seagate büßte auf Wochensicht 28,48 % ein, auch Sandisk, Western Digital und Micron brachen ein. Bei Micron verstärkte ein gemeldeter Baustopp bei einer Taiwan-Fabrik die Sorgen. Amazon plante ungeachtet der Rechenzentren-Debatte einen Campus neben dem Kernkraftwerk Comanche Peak.
Bei der geplanten Übernahme von Lumentum durch Marvell Technology verstärkte der reine Aktientausch die Folgen des Kursverfalls: Für jede Lumentum-Aktie waren 4,5 Marvell-Aktien vorgesehen. Nach dem Rückgang des Marvell-Kurses lag der Gegenwert deutlich unter dem ursprünglich kommunizierten Preis. Den Marvell-Aktionären drohte zugleich erhebliche Verwässerung. Hinzu kamen Regulierungssorgen und bei Marvell eine Abstufung durch die BofA samt halbiertem Kursziel. Auf Wochensicht verloren Lumentum 35,94 % und Marvell 28,11 %.
In der Berichtssaison gab häufig der Ausblick den Ausschlag. Apple übertraf mit 114,5 Mrd. USD Umsatz die Erwartungen, stellte wegen steigender Speicherchipkosten und höherer Ausgaben für die KI-Version von Siri für das Dezemberquartal aber nur 45 bis 46 % Bruttomarge in Aussicht. Die Aktie gab nach. Palantir hob die Prognose an, verlor jedoch wegen des verlangsamten Vertragswertwachstums. Fiserv legte nach der Verdoppelung des Sparziels auf 1 Mrd. USD zu. Zum Wochenschluss sprang Moderna (Aktuelle Analyse) an: Der Umsatz übertraf den Konsens um rund 47 %, die Wachstumsprognose für 2026 stieg auf 15 bis 25 %. Zudem erhielt der Konzern die US-Zulassung für mFLUSIVA. Airbnb (Aktuelle Analyse) und Cloudflare (Aktuelle Analyse) lagen über den Schätzungen, Sysco verfehlte die Erwartungen. Axon senkte seine Umsatzprognose.
Ausblick auf die neue Woche
Nach dem robusten Arbeitsmarktbericht steht die Inflation im Mittelpunkt. Die US-Verbraucherpreise für Oktober am Dienstag gelten als nächster Prüfstein für die Erwartung einer Fed-Zinserhöhung im Dezember. Prognostiziert werden eine Jahresrate von 3,7 % und eine Kernrate von 2,5 %. Am Freitag folgen die US-Erzeugerpreise, erwartet wird ein Plus von 0,4 % zum Vormonat. China veröffentlicht am Montag die Inflationsrate (Prognose 0,8 %). Am Donnerstag stehen das britische BIP für das dritte Quartal mit erwarteten +1,7 % zum Vorjahr und die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit prognostizierten 195.000 an. Die Zahlen von Cisco und Applied Materials am Donnerstag dienen nach dem Ausverkauf als Gradmesser für den Technologiesektor. Bereits am Montag berichtet der Stromerzeuger Constellation Energy. Geopolitisch stehen die geplanten Gespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington in Abu Dhabi im Blickpunkt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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