VESTAS - Gewinnsprung, neue Prognose und 400-Millionen-Rückkauf
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- Vestas Wind Systems AS - WKN: A3CMNS - ISIN: DK0061539921 - Kurs: 27,940 € (XETRA)
Ein Aktienrückkauf über 400 Mio. EUR unterstreicht das wiedergewonnene Selbstbewusstsein des Managements.
Der bereinigte operative Gewinn stieg im zweiten Quartal von lediglich 57 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 446 Mio. EUR. Analysten hatten im Durchschnitt nur 205 Mio. EUR erwartet. Vestas verdiente damit mehr als doppelt so viel wie vom Markt prognostiziert.
Der Umsatz erhöhte sich um 26,1 % auf 4,72 Mrd. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge sprang von 1,5 % auf 9,4 %. Damit erreichte Vestas bereits im zweiten Quartal ein Profitabilitätsniveau, das sogar oberhalb der neuen Zielspanne für das Gesamtjahr liegt. Der Gewinn je Aktie legte um 46 % auf 1,11 EUR zu.
Prognose steigt, Umsatzkorridor bleibt bestehen
Nach dem starken Quartal erwartet der Konzern 2026 nun eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 7 % und 9 %. Bislang hatte die Prognose bei 6 % bis 8 % gelegen. Die Umsatzprognose bestätigte Vestas bei 20 bis 22 Mrd. EUR. Zum Vergleich: 2025 hatte der Konzern Erlöse von 18,8 Mrd. EUR erzielt.
Auch der Cashflow liefert ein wichtiges Signal. Der bereinigte freie Cashflow verbesserte sich von minus 227 Mio. EUR im Vorjahr auf plus 94 Mio. EUR. Die vorgesehenen Investitionen bleiben mit rund 1,2 Mrd. EUR allerdings hoch.
Getragen wurde die operative Verbesserung vom Geschäft mit Windkraftanlagen. Sowohl an Land als auch auf See konnte Vestas die Profitabilität deutlich steigern. Fortschritte beim Hochlauf der Produktion, eine bessere Projektabwicklung und konzernweite Kostensenkungen sollen die Margen in den kommenden Quartalen weiter unterstützen.
Gerade das Offshoregeschäft hatte Vestas in den vergangenen Jahren belastet. Hohe Anlaufkosten, gestiegene Materialpreise und Probleme in den Lieferketten machten zahlreiche Projekte teurer als ursprünglich kalkuliert. Die Zahlen des zweiten Quartals deuten nun darauf hin, dass der Konzern diese Schwierigkeiten zunehmend in den Griff bekommt.
Auftragsbestand schafft langfristige Sicherheit
Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang. Vestas erhielt im zweiten Quartal feste Bestellungen über 3,35 GW. Das waren 67 % mehr als ein Jahr zuvor. Der Wert der neu eingegangenen Turbinenaufträge belief sich auf 3,4 Mrd. EUR.
Zur Jahresmitte verfügte Vestas über einen Auftragsbestand für Windkraftanlagen von 36 Mrd. EUR. Hinzu kamen langfristige Serviceverträge mit erwarteten künftigen Erlösen von 40,9 Mrd. EUR. Insgesamt erreichte der kombinierte Auftragsbestand damit 76,9 Mrd. EUR und lag 9,6 Mrd. EUR über dem Vorjahreswert.
Die hohe Nachfrage wird durch mehrere strukturelle Trends gestützt. Staaten wollen ihre Stromversorgung stärker absichern, steigenden Energiebedarf decken und gleichzeitig ihre Klimaziele erreichen. Außerhalb Chinas könnten die jährlichen Offshoreinstallationen nach Einschätzung von Vestas bis 2030 auf 11 GW steigen.
Zudem waren die Turbinenbestellungen im gesamten ersten Halbjahr mehr als 50 % höher als im Vorjahr. Da das Geschäft traditionell in der zweiten Jahreshälfte anzieht, könnte Vestas 2026 beim Auftragseingang ein Rekordjahr erreichen.
Aktienrückkauf setzt zusätzliche Impulse
Parallel zur Prognoseanhebung kündigte Vestas ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3 Mrd. DKK oder umgerechnet rund 400 Mio. EUR an. Vom 13. August bis spätestens 16. Dezember können bis zu 34 Millionen Aktien erworben werden. Das entspricht rund 3,4 % des Grundkapitals.
Ganz verschwunden sind die Risiken allerdings nicht. Die unsichere Windkraftpolitik in den USA, mögliche Zölle und geopolitische Spannungen können Kosten, Projektlaufzeiten und Investitionsentscheidungen der Kunden beeinflussen. Zudem muss Vestas beweisen, dass die im zweiten Quartal erreichte Marge auch bei weiter steigenden Offshorevolumina nachhaltig ist.
Fazit: Vestas hat im zweiten Quartal eine satte operative Wende hingelegt. Der Gewinnsprung, der kräftig gestiegene Auftragseingang und die angehobene Margenprognose überzeugen, während der Aktienrückkauf zusätzlich Vertrauen schafft. Entscheidend wird nun sein, ob der Konzern die neue Kostendisziplin im kapitalintensiven Offshoregeschäft dauerhaft bewahren kann. Die Vestas-Aktie erscheint mir durchaus eine Spekulation wert zu sein.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 18,82 | 21,38 | 22,81 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 0,81 | 1,15 | 1,48 |
| KGV | 31 | 22 | 17 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,10 | 0,22 | 0,29 |
| Dividendenrendite | 0,38% | 0,85% | 1,12% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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