Ohne Taiwan steht die Weltwirtschaft still
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- Taiwan Semiconductor Manufacturing (ADR)Kursstand: 355,895 $ (NYSE) - Zum Zeitpunkt der VeröffentlichungVerkaufenKaufen
- Taiwan Semiconductor Manufacturing (ADR) - WKN: 909800 - ISIN: US8740391003 - Kurs: 355,895 $ (NYSE)
Die US-Regierung unter Donald Trump übt tatsächlich massiven Druck auf Taiwan aus, um die Abhängigkeit von dortigen Fabriken zu verringern. US-Handelsminister Howard Lutnick hat öffentlich das Ziel ausgegeben, bis zu 40% der gesamten taiwanischen Chip-Produktionskapazität in die USA zu verlagern. Sollte Taiwan nicht kooperieren, droht die US-Regierung mit Zöllen von bis zu 100% auf taiwanische Produkte. Die USA betrachten es als Sicherheitsrisiko, dass die weltweit wichtigsten Chips nur 130 km von der chinesischen Küste entfernt produziert werden. (Meine Stimme aus dem Off: So siehts aus, ja. Für die Weltwirtschaft ist die Situation ein Sicherheitsrisiko!) Taiwan ist tatsächlich ein "Single Point of Failure" für die Weltwirtschaft. Wenn die Insel als Chip-Produzent ausfiele, würde dies das weltwirtschaftliche Geschehen zeitweise regelrecht disruptieren. Taiwanesische Firmen (allen voran Taiwan Semiconductor = TSMC) halten etwa 60 bis 70% des weltweiten Marktes für die Chip-Auftragsfertigung. Bei den fortschrittlichsten Chips der Welt (Strukturen von 3 Nanometern oder weniger), die für KI, Smartphones und Supercomputer nötig sind, liegt der Anteil Taiwans bei über 90%. Die Halbleiterindustrie macht etwa 20% des taiwanischen BIP aus und ist für knapp 40% aller Exporte der Insel verantwortlich.
Die taiwanische Regierung (vertreten durch Vizepremier Cheng Li-chiun) hat den US-Forderungen gestern eine klare Absage erteilt. Taiwan betont, dass die Chip-Industrie wie ein "Eisberg" funktioniert. Nur die Fabriken sind sichtbar, aber darunter liegt ein gewaltiges Ökosystem aus Tausenden Zulieferern und spezialisierten Fachkräften, das man nicht einfach „einpacken und umziehen“ kann. Taiwan sieht seine Dominanz bei Chips als Lebensversicherung. Wären die USA nicht mehr auf taiwanische Chips angewiesen, fürchtet man in Taipeh, dass das Interesse Washingtons sinken könnte, die Insel gegen China zu verteidigen. (Meine Stimme aus dem Off: So siehts aus, ja. Die Chipindustrie ist für Taiwan ein Hedge.)
Taiwan (vor allem der Branchenriese TSMC) hat zugestimmt, mindestens 250 Milliarden US-Dollar in den Aufbau von Fabriken in den USA zu investieren (vor allem in Arizona). Im Gegenzug senkten die USA die Zölle auf taiwanische Waren von 20 auf 15%. Trotz dieser Investitionen behält Taiwan seine modernste Technologie (z. B. die 2-Nanometer-Fertigung) weiterhin strikt auf der Insel.
Anbei der TSMC Chart. Das mittelfristige Kaufsignal, das ab Juli vergangenen Jahres entstand, konnte sich vollständig nach oben entfalten. Der Aktienkurs bewegt sich derzeit in die finale Projektionszielzone bei 360 USD hinein. Die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur, Vola-Spikes, unruhigeres Kursgeschehen, steigt.

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