Kommentar
11:16 Uhr, 26.02.2026

Auslandsaktien: Minenunternehmen im Fokus

Dass sich im Handel mit Auslandsaktien viel um Tech-Werte dreht, ist normal. Die heftigen Silber- und Goldpreisbewegungen haben zuletzt aber die Minenkonzerne ins Scheinwerferlicht gerückt, etwa Pan American Silver und Barrick Mining.

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26. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Nvidia hat den Markt abermals nicht enttäuscht: Im vierten Quartal des Ende Januar zu Ende gegangenen Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68 Milliarden US-Dollar, wie der Chipkonzern am gestrigen Mittwoch bekannt gab. Auch die Prognose für das laufende Quartal lag über den Erwartungen. Die Aktie (<US67066G1040>) legte zu. Mit 168 Euro am Donnerstagmorgen liegt der Kurs aber noch unter dem Allzeithoch von 183 Euro aus dem November.

Höhenflug der Tech-Werte vorbei

Im Geschäft mit Auslandsaktien an der Deutschen Börse Frankfurt gehört Nvidia auch dieses Jahr wieder zu den Umsatzspitzenreitern. Ebenfalls dabei: Microsoft (<US5949181045>), Alphabet (<US02079K3059>), Apple (<US0378331005>), Amazon (<US0231351067>) und Meta (<US30303M1027>). Auch deren Kurse liegen ein Stück weit unter den Allzeithochs.

Immer weiter nach oben geht es unterdessen für den südkoreanischen Halbleiterhersteller SK Hynix (<US78392B1070>), der auch ganz oben auf der Top-20-Umsatzliste steht. Dessen Kurs hat sich auf Zwölfmonatssicht mehr als verdreifacht. Auch die anderen umsatzstarken Halbleitertitel legen immer weiter zu: US-Speicherchip-Hersteller Micron Technology (<US5951121038>), ASML aus den Niederlanden (<NL0010273215>) und Taiwan Semiconductor (<US8740391003>).

Minenunternehmen: Kursvervierfachung in drei Jahren

Eher ungewöhnlich: der rege Handel von Minenunternehmen, vor allem Pan American Silver (<CA6979001089>) und Barrick Mining (<CA06849F1080>). Hintergrund sind die extremen Preisbewegungen von Gold und Silber. Der Silberpreis – 2025 noch im Durchschnitt bei 40 US-Dollar – war Ende Januar auf fast 122 US-Dollar gestiegen. Dem folgt ein jäher Absturz, am Donnerstagmorgen sind es 88 US-Dollar. Der Goldpreis erreichte Ende Januar 5.570 US-Dollar, jetzt sind es 5.185 US-Dollar.

Auch die Kurse der Gold- und Silberförderer schossen in die Höhe. Auffällig: Viele Kurse machten den Preisrückgang der Edelmetalle nicht mit. Die Aktie des kanadischen Konzerns Pan American Silver wird mit aktuell 55 Euro nur knapp unter dem Allzeithoch gehandelt. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs des schwerpunktmäßig in der Silberproduktion tätigen Unternehmens mehr als verdoppelt, auf Dreijahressicht fast vervierfacht. Bei Barrick Mining, dem größten Goldbergbauunternehmen der Welt, sieht es ähnlich aus.

„Silber fragiler als Gold“

Beobachtern zufolge sind die jüngsten Kapriolen speziell bei Silber vor allem auf kurzfristige markttechnische Effekte zurückzuführen. Spekulanten, die auf noch höhere Metallpreise gewettet hatten, seien auf dem falschen Fuß erwischt worden. Die US-Bank JP Morgan hat ihre Silberpreisprognose für 2026 und 2027 kürzlich um 44 und 45 Prozent angehoben. Sie rechnet jetzt mit einem durchschnittlichen Preis von 81 und 85,5 US-Dollar. „Die industriellen Anwendungen von Silber sind ein wichtiger Nachfragetreiber“, erklärt die US-Bank. Steigende Kosten könnten diese Nachfrage allerdings langfristig schwächen und zu größeren Preisschwankungen führen. Auch die Deutsche Bank sieht Risiken: „Silber wirkt fragiler als Gold, da spekulative Übertreibungen abgebaut werden und die Fundamentaldaten bereits angespannt sind“, erklärt die Bank.

„Treibende Kräfte für Gold intakt“

Bezüglich des Goldpreises herrscht hingegen viel Zuversicht. „Die treibenden Kräfte für Gold – Nachfrage nach sicheren Häfen, starke Käufe der Zentralbanken und geopolitische Spannungen – stützen den langfristigen Ausblick weiterhin“, erklärt die Deutsche Bank. Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte eine Eskalation des Konflikts zwischen USA und Iran grundsätzlich preisstützend wirken. Bei den Ukraine-Friedensgespräche habe es zudem keine spürbaren Fortschritte gegeben. „Vor diesem Hintergrund dürften sichere Häfen gefragt und der Goldpreis entsprechend gut unterstützt bleiben.“

ETFs als Alternative

Wer auf Gold- und Silberaktien setzen will, kann statt auf Einzelwerte im Übrigen auch auf ETFs setzen: Beispiele: der Global X Silver Miners (<IE000UL6CLP7>), der iShares Gold Producers (<IE00B6R52036>) oder der VanEck Gold Miners (<IE00BQQP9F84>). Auch deren Entwicklung kann sich sehen lassen: Der Kurs des Silberminen-ETFs hat sich auf Zwölfmonatssicht verdreifacht, der der Goldminen-ETFs ist um den Faktor 2,5 gestiegen.

Von Anna-Maria Borse, 26. Februar 2026 © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

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