Kommentar
20:19 Uhr, 08.07.2026

Fed-Protokoll: Zinserhöhungen werden zum Basisszenario

Die US-Notenbank hat am Mittwochabend das Sitzungsprotokoll zum Zinsentscheid vom 17. Juni 2026 veröffentlicht. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses sind gespalten in Bezug auf die Richtung künftiger Zinsänderungen, wie das Protokoll zeigt.

Beim Zinsentscheid am 17. Juni hatte die US-Notenbank den Leitzins wie erwartet konstant gehalten. Das Zielband für die Fed Funds Rate wurde nach den ersten Beratungen des Offenmarktausschusses unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh bei 3,50 % bis 3,75 % belassen. Obwohl der Zinsentscheid einstimmig getroffen wurde, zeigt das jetzt veröffentlichte Protokoll erneut, dass im Offenmarktausschuss große Uneinigkeit in Bezug auf die Richtung künftiger Zinsänderungen herrscht.

Zinspause einstimmig, Ausblick umstritten

"Bei ihren geldpolitischen Beratungen auf dieser Sitzung unterstützten alle Teilnehmer die Beibehaltung der aktuellen Zielspanne für die Federal Funds Rate", heißt es im Protokoll. Die seit der vorherigen Sitzung eingegangenen Informationen deuteten nach Einschätzung der Teilnehmer allerdings darauf hin, dass die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität erhöht blieben, während die Abwärtsrisiken für die Vollbeschäftigung etwas nachgelassen hätten. Deshalb sahen einige Mitglieder des Offenmarktausschusses bereits jetzt Argumente für eine Zinserhöhung. "Einige wenige Teilnehmer merkten an, dass es angesichts dieser Entwicklungen Gründe für eine Anhebung der Zielspanne für die Federal Funds Rate gebe, erklärten aber, dass sie auf dieser Sitzung die Beibehaltung der aktuellen Zielspanne unterstützten", heißt es im Protokoll.

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