Kommentar
14:36 Uhr, 12.08.2026

US-Inflationsrate ist da: Was macht die Notenbank aus den Daten?

Die amerikanische Notenbank steckt in einem unangenehmen Dilemma: Während der Arbeitsmarkt überraschend an Schwung verliert, bleibt die Inflation deutlich zu hoch.

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Die heute vorgelegten Verbraucherpreise für Juli könnten nun den Ausschlag geben, ob die Federal Reserve ihren Leitzins im September anhebt oder zunächst weiter stillhält.

Die amerikanische Inflation bleibt hartnäckig, eine neue Preisspirale zeichnet sich jedoch nicht ab. Die Verbraucherpreise entwickelten sich im Juli exakt wie erwartet. Damit verschärft der Bericht das geldpolitische Dilemma der Federal Reserve zumindest nicht weiter: Während der Arbeitsmarkt an Schwung verliert, bewegt sich der monatliche Preisauftrieb wieder in einem moderateren Rahmen.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 %. Im Juni waren sie noch um 0,4 % gefallen. Auf Jahressicht sank die Inflationsrate von 3,5 auf 3,4 %. Beide Werte entsprachen den Prognosen der Volkswirte.

Auch die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, brachte keine Überraschung. Die Kernpreise erhöhten sich gegenüber Juni um 0,2 %, nachdem sie zuvor unverändert geblieben waren. Im Jahresvergleich ging die Kernrate von 2,6 auf 2,5 % zurück.

Wohnkosten bleiben wichtigster Preistreiber

Der größte Teil des monatlichen Preisauftriebs ging erneut auf das Konto der Wohnkosten. Diese stiegen im Juli um 0,1 % und waren damit für rund zwei Drittel des gesamten Anstiegs der Verbraucherpreise verantwortlich. Der Bericht liefert damit zwar keine vollständige Entwarnung, signalisiert aber auch keinen neuen Inflationsschub.


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Die ersten Reaktionen an den Finanzmärkten fielen entsprechend verhalten aus. US-Staatsanleihen gaben einen Teil ihrer vorherigen Kursgewinne wieder ab. Offenbar hatten einige Marktteilnehmer auf einen noch schwächeren Preisauftrieb und damit auf ein klareres Signal gegen eine weitere Zinserhöhung gehofft.

Fed-Dilemma bleibt bestehen

Für die Federal Reserve schafft der Inflationsbericht keinen unmittelbaren Handlungsdruck. Die monatlichen Steigerungsraten liegen für sich genommen ungefähr in einem Bereich, der mit dem Inflationsziel vereinbar wäre. Auf Jahressicht bleibt der Preisauftrieb mit 3,4 % beziehungsweise 2,5 % in der Kernrate allerdings weiterhin zu hoch.

Damit dürfte sich der Blick nun wieder stärker auf den schwächelnden Arbeitsmarkt richten. Der Inflationsbericht lässt der Fed grundsätzlich beide Optionen offen: Sie kann die Zinsen zur Absicherung gegen anhaltenden Preisdruck weiter anheben oder angesichts der konjunkturellen Risiken zunächst abwarten.

Selbst bei einer Inflationsrate im Rahmen der Erwartungen wäre der Preisdruck noch nicht endgültig gebannt. Das Inflationsziel der Fed von 2 % bezieht sich zwar auf den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben und nicht auf die Verbraucherpreise. Beide Indikatoren liegen jedoch weiterhin deutlich oberhalb des gewünschten Niveaus.

Die Bedeutung der Daten ist dieses Mal besonders groß. Nach den überraschenden Stellenverlusten im Juli spricht die schwächere Lage am Arbeitsmarkt gegen eine weitere Straffung der Geldpolitik. Zugleich hatten sich bei der jüngsten Fed-Sitzung drei der zwölf stimmberechtigten Notenbanker für eine Zinserhöhung ausgesprochen.

Am Markt wird die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts um 25 Basispunkte im September derzeit auf rund 53 % taxiert.
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