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08:20 Uhr, 15.07.2026

US-Inflation dämpft Zinsangst

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US-Inflation im Juni deutlich niedriger

Die inflationsgeplagten US-Haushalte und mit ihnen die Finanzmärkte können ein wenig aufatmen. Nicht nur ist die Inflationsrate im Juni im Vergleich zum Vormonat gefallen, nämlich von 4,2 % auf 3,5 %. Auch die Erwartungen der zuvor von den Nachrichtenagenturen befragten Volkswirte wurden deutlich unterboten. Diese hatten nämlich eine Inflationsrate von 3,8 % erwartet. Der Hauptgrund für das gemilderte Preisklima waren insbesondere die Energiepreise, die deutlich rückläufig waren. Die Zahlen sind indes auch deswegen eine positive Überraschung, weil die Kernrate entgegen der vorigen Erwartung stagnierte. Beachtlich ist, dass dies auch für Dienstleistungspreise gilt. Damit zeigen sich nicht nur keine Anzeichen für Zweitrundeneffekte infolge des Energiepreisschubs vom Frühjahr. Im Dienstleistungssektor, inklusive der Wohnkosten, scheinen sich vielmehr Desinflationstendenzen fortzusetzen. Es wird mithin unwahrscheinlicher, dass die US-Notenbank im Rahmen ihrer anstehenden Sitzung am 29. Juli eine Leitzinsanhebung beschließt. Die Vorlage zum geldpolitischen Stillhalten gilt aber zunächst nur eingeschränkt. Mit 3,5 % im Vorjahresvergleich ist die Teuerung weiterhin unangenehm hoch. Sollte eine dauerhafte Entspannung im Nahen Osten weiterhin ausbleiben, dann könnte der Handlungsdruck auf die Fed im Herbst erneut wachsen.

Warsh-Auftritt vor dem Kongress

Zur Geldpolitik der US-Notenbank nahm gestern erstmals der neue Vorsitzende ihres Offenmarktausschusses, Kevin Warsh, vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses Stellung. Er hat bei dieser Gelegenheit seine Entschlossenheit bekräftigt, die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Die Fed dulde keine dauerhaft erhöhte Inflation, führte er aus. Warsh erklärte zudem, die Fed werde mit ihrer Geldpolitik dafür sorgen, dass der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit ange-höre. Die Anhörung des Fed-Chairman vor beiden Häusern des Kongresses dauert zwei Tage. Heute wiederholt sich die Prozedur vor dem Bankenausschuss des Senats. Erfahrungsgemäß werden dort aber im Wesentlichen die Ausführungen des Vortages wiederholt.

China: BIP in Q2 um 4,3 % gewachsen

Die Konjunktur in China läuft zwar nicht rund, aber zumindest sehen die Zahlen von heute besser aus als gedacht. Um 4,3 % ist das BIP im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen, wie die Statistikbehörde des Landes heute früh mitteilte. Ein Blick auf weitere Daten schließt diese Zahl auf. Die Einzelhandelsumsätze legten im Juni um 0,4 % zum Vormonat zu. Die Industrieproduktion stieg ebenfalls im Juni um 0,8 %. Der Einzelhandelsumsatz war schwächer erwartet worden, die Industrieproduktion stärker. Dahinter verbirgt sich aber eine gute Nachricht. Die Nachfrage der privaten Haushalte scheint etwas zuzulegen. In den letzten Quartalen wurde Chinas Wachstum vor allem von den Ausfuhren gestützt, weil die Binnennachfrage zurückblieb. Der Rest der Welt sah die Flut billiger Waren aus China schon länger mit Sorge. Insofern dürften die Daten von heute ein Lichtblick sein.

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