UNITREE steigt zum IPO um 600 %: China lässt die Roboter tanzen
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- SpaceX - WKN: A42D4F - ISIN: US84615Q1031 - Kurs: 143,340 $ (Nasdaq)
Damit avanciert das Unternehmen schlagartig zu einem der wertvollsten Technologiekonzerne des Landes. Fundamentale Bewertungsmaßstäbe spielen dabei offenbar nur eine Nebenrolle.
Die Aktie startete am technologieorientierten STAR Market bei 1.100 CNY und damit rund 629 % über dem Ausgabepreis von 150,80 CNY. Im frühen Handel fiel der Kurs anschließend auf etwa 900 CNY zurück, was gegenüber dem Emissionspreis immer noch einem Plus von knapp 500 % entspricht.
Unitree hatte beim Börsengang rund 900 Mio. USD eingenommen. Vor dem Handelsstart wurde das Unternehmen mit etwa 9 Mrd. USD bewertet. Lediglich rund 10 % der Aktien wurden im Zuge der Emission platziert. Damit trifft eine hohe Nachfrage auf zunächst wenige verfügbare Stücke. Wir kennen das vom SpaceX-IPO.
Privatanleger stürzen sich auf Unitree
Das Interesse war bereits im Vorfeld enorm. Der für Privatanleger reservierte Teil des Angebots war laut Financial Times mehr als 5.500-fach überzeichnet. Neben dem allgemeinen KI- und Robotikboom profitiert Unitree von seinem hohen Bekanntheitsgrad in China. Die Roboter des Unternehmens laufen, tanzen, boxen und führen Kampfkunstbewegungen vor. Auftritte bei den viel beachteten chinesischen Neujahrsgalas machten die Marke einem Millionenpublikum bekannt.
An der Börse wird Unitree nun als eine der wenigen Möglichkeiten gehandelt, direkt auf den chinesischen Markt für humanoide Roboter zu setzen. Der größte heimische Wettbewerber AgiBot befindet sich weiterhin in Privatbesitz. UBTech ist dagegen bereits in Hongkong gelistet.
"Der Börsengang macht Unitree zu einem seltenen reinen Anbieter humanoider Roboter am chinesischen Aktienmarkt", sagte Ming Lee, Leiter des Bereichs Automobil- und Industrieforschung für Greater China bei der Bank of America. Die Bewertung von Unitree könne zudem als Referenz für weitere chinesische Robotikunternehmen dienen, die ebenfalls an die Börse streben.
Profitabel, aber kaum kommerziell etabliert
Unitree hebt sich von vielen jungen Robotikunternehmen dadurch ab, dass der Konzern bereits profitabel arbeitet. Nach Verkaufszahlen gilt das Unternehmen als weltweit größter Anbieter humanoider Roboter. Im vergangenen Jahr lieferte Unitree rund 5.500 dieser Maschinen aus.
Noch werden allerdings nur wenige Roboter dauerhaft in kommerziellen Anwendungen eingesetzt. Ein großer Teil der Nachfrage entfällt auf Forschungseinrichtungen, Entwickler und öffentlichkeitswirksame Demonstrationen. Die Börse bewertet daher weniger das bestehende Geschäft als die Hoffnung, dass humanoide Roboter künftig in Fabriken, Logistikzentren und möglicherweise auch Privathaushalten eingesetzt werden.
Wie weit die Erwartungen vorauslaufen, zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Nach dem Kurssprung wurde Unitree laut Financial Times zeitweise mit dem fast 1.200-Fachen des zurückliegenden Jahresgewinns bewertet. Das ist selbst für ein schnell wachsendes Technologieunternehmen extrem.
"Der Preis wird von politischen und wirtschaftlichen Überlegungen bestimmt, nicht von klassischen Bewertungsmodellen", sagte Yan Kai, Partner der Shanghaier Beteiligungsgesellschaft Ivy Capital. Unitree sei ein führender Anbieter, dessen Alleinstellungsmerkmale einen Aufschlag rechtfertigten. Die Höhe dieses Aufschlags dürfte allerdings selbst optimistische Investoren schlucken lassen.
Robotik wird zum politischen Prestigeprojekt
Der Börsengang fällt mit dem Beginn der World Robot Conference in Peking zusammen. Dort präsentieren Hunderte überwiegend chinesische Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen. Die Regierung betrachtet Robotik als Schlüsseltechnologie, um den zunehmenden Arbeitskräftemangel infolge der alternden Bevölkerung abzufedern und im Technologiewettbewerb mit den USA an Boden zu gewinnen.
Unitree genießt dabei offenbar politische Rückendeckung. Gründer Wang Xingxing saß bei einem von Staatspräsident Xi Jinping ausgerichteten Treffen mit führenden Technologieunternehmern in der ersten Reihe. Zu den Unterstützern des Unternehmens zählen außerdem Tencent, Alibaba und das KI-Unternehmen DeepSeek.
Wang hält nach dem Börsengang weiterhin etwa ein Fünftel der Anteile. Sein Vermögen ist durch den Kurssprung auf dem Papier auf mehr als 12 Mrd. USD gestiegen.
Der geopolitische Konflikt bleibt zugleich eines der größten Risiken. Mehr als 40 % der Umsätze erzielt Unitree im Ausland. Auf die USA entfielen je nach Geschäftsjahr zwischen 13,3 % und 18,4 %. Die US-Regulierungsbehörde FCC hatte erst im vergangenen Monat die Einfuhr humanoider Roboter untersagt. Die Maßnahme gilt vor allem als Angriff auf chinesische Anbieter.
Fazit: Unitree ist schon leicht profitabel, technologisch sicherlich vorne mit dabei und hervorragend im Kurs Pekings positioniert. Das Unternehmen könnte tatsächlich zu einem der wichtigsten Gewinner des Robotikbooms werden. Doch aktuell regiert vor allem erstmal die Euphorie. Bei den Amerikanern steht ein Robotik-Börsengang ebenfalls in den Startlöchern. Berichtet hatte ich darüber an dieser Stelle.
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