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14:34 Uhr, 24.09.2026

Auslandsaktien: KI-Diskussion geht weiter

Nach Monaten des Zweifelns sind die Kurse von KI-Aktien zuletzt wieder kräftig gestiegen, der Nasdaq hat sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Verstummt ist die Debatte über die Bewertung aber nicht. Ein Blick auf die zweite oder dritte Reihe könnte lohnen, heißt es.

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24. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). SK Hynix, Micron Technologies, Nvidia – auch im Handel mit Auslandsaktien an der Deutschen Börse Frankfurt geht es vor allem um die Themen Halbleiter und KI. Nach einer von Skepsis getriebenen Schwächephase in den Sommermonaten ging es für die Kurse von KI-Unternehmen zuletzt wieder aufwärts. Der Tech-Index Nasdaq 100 hat am Dienstag sogar ein neues Allzeithoch erreicht.

„Die wichtigsten Treiber der aktuellen Bewegung bleiben Aktien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Software und Hardware“, erklärt Marc Richter, der für die Steubing AG Auslandsaktien handelt. Nach der Korrektur komme nun aber auch wieder Bewegung in den Robotics-Sektor. „Physical AI, humanoide Robotik und industrielle Automatisierung rücken erneut stärker in den Fokus“, stellt er fest. Entscheidend werde sein, ob die Unternehmen die hohen Investitionserwartungen bestätigen könnten – mit weiterem Umsatz- und Gewinnwachstum, stabilen Margen sowie überzeugenden Ausblicken. „Anleger differenzieren zunehmend zwischen Unternehmen, deren hohe Bewertungen durch Wachstum und Cashflows gestützt werden, und Titeln, bei denen die Erwartungen den fundamentalen Zahlen bereits weit vorausgelaufen sind.

SK Hynix weiter vorne. Umsatzstärkste Auslandsaktien an der Deutschen Börse Frankfurt waren zuletzt Südkoreas Halbleiterkonzern SK Hynix (<US78392B1070>), der US- Halbleiterhersteller Micron Technologies (<US5951121038>) und US-Grafikprozessorenhersteller Nvidia (<US67066G1040>). Es folgten Microsoft (<US5949181045>), Samsung (<US7960508882>), ASML (<NL0010273215>), Apple (<US0378331005>), Amazon (<US0231351067>), Alphabet (<US02079K3059>) und SpaceX (<US84615Q1031>).

Viele Fans für SK Hynix & Co

Am Markt herrscht noch viel Optimismus bezüglich der KI-Werte. Goldman Sachs hat gerade die Kaufempfehlung für SK Hynix bekräftigt mit einem Kursziel von 3.500.000 koreanischen Won (KRW), weit über den aktuell 1.862.000 KRW. Die anhaltende Knappheit moderner KI-Speicherchips verschaffe dem Unternehmen weiterhin kräftigen Rückenwind, heißt es. Damit steht Goldman nicht allein: Fast alle Analyse-Teams trauen SK Hynix noch viel höhere Kurse zu. Von insgesamt 49 empfehlen 46 die Aktie zum Kauf, wie das Aktienanalyse-Tool aktien.guide zeigt. Durchschnittliches Kursziel: 3.111.000 KRW. Ähnlich sieht es bei Nvidia aus: Von insgesamt 69 Beurteilungen sind 65 Kaufempfehlungen. Hier liegt das durchschnittliche Kursziel bei 306 US-Dollar (aktuell 197 US-Dollar). Bei Micron raten von 58 Analysehäusern 53 zum Einstieg. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 1.555,50 US-Dollar (aktuell 930 US-Dollar).

„Von Auf und Abs der KI-Story nicht verunsichern lassen“

„Entscheidend wird, ob KI den Sprung vom großen Versprechen zu messbaren Produktivitätsgewinnen schafft“, meint Maximilian Wienke von der Trading-Plattform eToro. Er verweist auf Zahlen des IWF, denen zufolge KI die Produktivität in Europa über fünf Jahre um rund 1,1 Prozent steigern könnte. „Das wäre eher ein schrittweiser als ein großer kurzfristiger Effekt und zeigt, dass die wirtschaftliche Nutzung von KI möglicherweise mehr Zeit braucht.“ Zudem seien die hohen Zinsen ein Belastungsfaktor, ebenso die hohen Energiekosten. Als optimistisches Szenario sieht er eine Kombination aus klarer Regulierung, sinkenden Ölpreisen und Anleiherenditen sowie messbaren KI-Produktivitätsgewinnen. Im Risikoszenario verzögere strengere Regulierung die Entwicklung neuer Modelle, während Inflation und Renditen hoch blieben. „Anleger sollten sich jedoch von den Auf und Abs der KI-Story nicht verunsichern lassen, sondern genau hinschauen, welche Unternehmen langfristig überzeugen.“

Zhongji InnoLight: Nach IPO gute Entwicklung

Steubing-Händler Richter lenkt den Blick auf weniger bekannte Werte, konkret Zhongji InnoLight und ASBISc. „Die Ende Juli in Hongkong gestartete H-Aktie von Zhongji InnoLight hat seit ihrem Börsendebüt deutlich zulegen können und zählt zu den Profiteuren des aktuellen KI-Infrastrukturbooms“, erklärt er. Zhongji InnoLight ist ein chinesischer Hersteller von Hochgeschwindigkeits-Optikmodulen und optischen Verbindungslösungen für Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. „Insbesondere der massive Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht den Bedarf an Produkten der Lasertechnologie und sorgt damit für eine starke Nachfrage.“ Die Aktie ist seit dem Listing auch an der Deutschen Börse Frankfurt handelbar (<CNE100007SR6>).

ASBISc mit Kursverfünffachung

Zu den großen Gewinnern des laufenden Jahres gehöre auch ASBISc Enterprises (<CY1000031710>). Das in Zypern ansässige Unternehmen ist ein führender IT-Distributor in Europa, dem Nahen Osten und Afrika und vertreibt unter anderem Server, Speicherlösungen und Komponenten von Herstellern wie NVIDIA, AMD, Intel, Micron und Supermicro. „ASBISc profitiert aktuell stark vom Ausbau von KI-Rechenzentren und der entsprechend hohen Nachfrage nach Server-, Storage- und Datacenter-Infrastruktur“, erläutert Richter. Der Kurs hat sich seit Jahresanfang mehr als verfünffacht auf aktuell knapp 40 Euro.

Von Anna-Maria Borse, 24. September 2026 © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

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