Analyse
10:20 Uhr, 07.07.2022

SUSE – Die Bereinigungsweltmeister

Ich muss zugeben, Suse klingt als Firma verdammt spannend. Für jemanden, der in seinen jungen Jahren schon ein wenig mit Linux hantiert hat, ist die Firma natürlich ein Begriff.

Erwähnte Instrumente

  • SUSE S.A.
    ISIN: LU2333210958Kopiert
    Kursstand: 20,440 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • SUSE S.A. - WKN: SUSE5A - ISIN: LU2333210958 - Kurs: 20,440 € (XETRA)

Das Softwareunternehmen ist immer noch auf Open-Source-Software und Enterprise-Linux-Systeme spezialisiert und bietet Container-Management und Edge-Softwarelösungen an. Soweit so gut. Als Anleger aber sind die Zahlen natürlich entscheidend und hier ist das Unternehmen leider so gar nicht Open-Source unterwegs.

Gewinn oder Verlust?

Suse versucht gar nicht erst den Anleger an die Hand zu nehmen und durch die Zahlen zu führen, Nein, man bereinigt extrem, hat zahlreiche Kennzahlen in den Bilanzen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und schreibt bei genauerer Betrachtung sogar massive Verluste.

Selbst der Umsatz wird noch bereinigt, da fragt man sich als Anleger, wie so etwas überhaupt geht? Auf jeden Fall kann sich jeder Anleger in der heutigen Pressemitteilung ein Bild davon machen. Ich habe es nach kurzer Zeit aufgegeben und direkt in den Quartalsbericht geschaut.

Glück gehabt, im Vergleich zu den vorherigen Berichten hat sich hier zum Glück etwas getan und man findet auch unbereinigte Werte. Der Umsatz von Suse lag im ersten Halbjahr bei 313 Mio. USD. Auf diesen Umsatz erzielte man einen operativen Verlust von 11,3 Mio. USD. Der Verlust zum Halbjahr beträgt 26,4 Mio. USD. Zum Vergleich, in der Pressemitteilung wird ein bereinigter Gewinn von 55,1 Mio. USD ausgewiesen!

Die Nettoverschuldung von Suse lag zum Quartalsende bei 654 Mio. USD. Laut Unternehmen ist man damit mit etwa 2,3 x adjusted Cash EBITDA verschuldet?!? Jedes andere Unternehmen würde hier die gängige Kennzahl von EBITDA zu Nettoverschuldung nennen. Vergessen wir das also! Am Ende einer langen Pressemitteilung wurde dann noch die Prognose für den Vertragswert etwas gesenkt. Das bemängelt am heutigen Morgen auch JPMorgan, weshalb die Aktie wohl eines auf den Deckel bekommt.

Fazit: Suse ist ein schwieriger Fall. Das Unternehmen ist unheimlich spannend. Aber bei 2,7 Mrd. USD Goodwill in der Bilanz, gigantischen Abschreibungen, einem Eigenkapital, das deutlich niedriger als diese Firmenwerte ausfällt und hohen Nettoverlusten, mache ich erstmal einen Bogen um das Papier. Man spürt es, Suse war vor dem Börsengang in Private Equity Hand. Da ist noch viel Arbeit notwendig, bis auch ein normaler Anleger versteht was los ist!

Achtung: Die Schätzungen sind Non-GAAP. Das Unternehmen weist aber unbereinigt sehr hohe Verluste aus!

Jahr 2021 2022* 2023e*
Umsatz in Mio. USD 559,00 661,00 792,00
Ergebnis je Aktie in USD 1,30 0,80 1,02
Gewinnwachstum -38,46 % 27,50 %
KGV 15 25 20
KUV 6,0 5,1 4,3
PEG neg. 0,7
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
SUSE S.A.
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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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