Straße von Hormus: Hier entscheidet sich, wie es weitergeht!
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Der Iran hat damit gedroht, sämtliche Schiffe in Brand zu setzen, die versuchen, die Straße von Hormus zu passieren. Der Transport durch die strategisch wichtige Meerenge ist damit mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Versicherungsunternehmen bieten mittlerweile keinen Versicherungsschutz mehr für entsprechende Fahrten an. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einem "Energieschock" in Deutschland, falls die Straße von Hormus blockiert bleibt.
Täglich passieren rund 20 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte die Meerenge. Das entspricht etwa 20 % des weltweiten Verbrauchs an flüssigen Erdölprodukten. Das Öl aus fünf der zehn wichtigsten Förderländer wird gewöhnlich durch die Straße von Hormus transportiert. Ein nachhaltiger Ausfall hätte entsprechend weitreichende Folgen für Angebot und Preisbildung, besonders in Asien, aber auch in anderen Weltregionen.
Längerfristige Blockade würde Versorgungsengpass auslösen
Strategen verschiedener Analysehäuser gehen davon aus, dass eine vollständige Unterbrechung der Transporte für ein bis zwei Wochen verkraftbar wäre. Ab der dritten Woche würde sich die Lage jedoch deutlich zuspitzen, insbesondere wegen logistischer Engpässe bei der Auslieferung. Ab der vierten Woche dürfte sich der Preisdruck spürbar verstärken.
Als Puffer gelten strategische Ölreserven, darunter die strategischen US-Reserven, sowie kommerzielle Lagerbestände der OECD-Staaten. Diese decken rechnerisch rund zweieinhalb Monate der Nachfrage ab, können in der Realität einen völligen Ausfall des Angebots aus dem Nahen Osten allerdings nur unzureichend kompensieren.
Besonders betroffen wären China und andere Länder in Ostasien, die einen Großteil ihres Öls aus der Golfregion beziehen. Berichten zufolge setzt China inzwischen den Iran unter Druck, die Straße von Hormus offen zu halten und keine Angriffe auf Öltanker und LNG-Transporte zu verüben, da Peking stark von Energieimporten aus dem Golf, insbesondere von katarischem Gas, abhängig ist.
Auch Europa ist nach dem weitgehenden Wegfall der Öl- und Gasimporte aus Russland sehr verletzlich. Der europäische Gaspreis ist binnen weniger Tage von rund 30 EUR auf 60 EUR explodiert. Das ist auch der wesentliche Faktor, der hinter dem heutigen DAX-Rutsch steckt.
Fazit: Die Öl- und Gaspreise haben bereits deutlich zugelegt. Sollte der Iran-Krieg allerdings länger als wenige Wochen andauern, könnte ein noch größerer Preisschock auf Unternehmen und Verbraucher auch hierzulande zukommen. Die explodierenden Gaspreise sind bereits als ernstes Warnsignal zu betrachten.
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