STO holt Rückstand auf, aber eine große Erholung fehlt
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- STO SE & Co. KGaA - WKN: 727413 - ISIN: DE0007274136 - Kurs: 99,600 € (XETRA)
Das operative Ergebnis entwickelte sich deutlich besser als die Erlöse: Das EBIT legte um 20,6 Prozent auf 30,5 Millionen Euro zu. Belastend waren dagegen die steigende Kapitalbindung im Umlaufvermögen und der dadurch deutlich negative operative Cashflow.
Sto ist auf Produkte und Systeme zur Beschichtung von Gebäuden spezialisiert und nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Wärmedämm-Verbundsystemen. Fassadensysteme bildeten im Berichtszeitraum mit einem Umsatzanteil von 46,1 Prozent das größte Geschäftsfeld. Fassadenbeschichtungen steuerten 23,5 Prozent bei, Innenraumprodukte 16,3 Prozent. Auf Bodenbeschichtungen, Betoninstandsetzung und weitere Produkte entfielen 14,1 Prozent.
Starkes zweites Quartal gleicht schwachen Auftakt aus
Strenger Frost und nasskaltes Wetter hatten die Arbeiten auf Außenbaustellen zu Jahresbeginn erheblich eingeschränkt. Im zweiten Quartal belasteten wiederum starke Hitzeperioden. Davon war insbesondere das Fassadengeschäft betroffen. Der sukzessive ausgebaute Innenraumbereich entwickelte sich dagegen gut. Zusätzlich profitierte Sto von strategischen Initiativen, Marktanteilsgewinnen und der breiten internationalen Aufstellung.
In Deutschland erhöhte sich der Halbjahresumsatz nach einer starken Entwicklung im zweiten Quartal um 4,7 Prozent auf 323,8 Millionen Euro. Der Auslandsumsatz stieg um 3,0 Prozent auf 481,7 Millionen Euro. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz verringerte sich leicht von 60,2 auf 59,8 Prozent.
Im größten Segment Westeuropa wuchsen die Erlöse um 4,5 Prozent auf 623,1 Millionen Euro. Neben Deutschland trugen Österreich, Spanien und die Schweiz zu dem Anstieg bei. Frankreich blieb hingegen unter den Erwartungen, weil infolge veränderter staatlicher Förderprogramme mehrere größere Projekte verschoben wurden.
Nord- und Osteuropa erzielte mit einem Plus von 9,1 Prozent auf 84,0 Millionen Euro den stärksten Zuwachs. Ohne positive Wechselkurseffekte betrug das Wachstum 7,3 Prozent. Während sämtliche osteuropäischen Gesellschaften zulegten, blieben mehrere skandinavische Märkte auch wegen des schlechten Wetters unter dem Vorjahresniveau.
Schwächer entwickelte sich Amerika/Asien/Pazifik. Der Umsatz sank um 5,0 Prozent auf 98,4 Millionen Euro, währungsbereinigt betrug das Minus 1,0 Prozent. Belastend wirkten der schwächere US-Dollar, die schrittweise Einstellung des Geschäftsbetriebs der kanadischen Skyrise Prefab Building Solutions und die anhaltend geringe Nachfrage in China. Die chinesische Gesellschaft wird restrukturiert und stärker auf Renovierungen sowie Innenraumprodukte ausgerichtet.
Höhere Marge trotz steigender Kosten
Die Gesamtleistung erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 816,4 Millionen Euro. Der Rohertrag nahm um 4,6 Prozent auf 442,3 Millionen Euro zu, die Rohertragsquote verbesserte sich von 53,8 auf 54,2 Prozent. Positiv wirkte sich die restriktive Ausgabenpolitik der vergangenen Jahre aus.
Der Personalaufwand stieg allerdings trotz einer um 27 Personen verkleinerten Belegschaft um 3,6 Prozent auf 221,3 Millionen Euro. Dafür waren insbesondere Tariferhöhungen in Deutschland verantwortlich. Zudem hatte die Kurzarbeit im Januar und Februar 2025 die Vergleichsbasis entlastet. Höhere Treibstoffpreise verteuerten außerdem die Ausgangsfrachten.
Seit Juni spürt Sto nach eigenen Angaben steigende Beschaffungspreise infolge des Iran-Kriegs. Betroffen sind vor allem erdölbasierte Rohstoffe. Gleichzeitig setzt der intensive Wettbewerb in der schwachen Baukonjunktur die Verkaufspreise unter Druck. Die Weitergabe höherer Kosten an die Kunden dürfte damit schwieriger werden.
Das EBITDA stieg um 8,7 Prozent auf 63,9 Millionen Euro. Nach leicht gesunkenen Abschreibungen verbesserte sich das EBIT von 25,3 auf 30,5 Millionen Euro. Die EBIT-Marge erhöhte sich rechnerisch von 3,3 auf 3,8 Prozent. Das Vorsteuerergebnis legte um 16,8 Prozent auf 29,9 Millionen Euro zu, obwohl das Finanzergebnis wegen niedrigerer Anlagezinsen von plus 0,4 auf minus 0,6 Millionen Euro zurückging. Unter dem Strich verdiente Sto 18,5 Millionen Euro nach 16,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Vorzugsaktie stieg von 2,58 auf 2,92 Euro.
Vorräte und Forderungen binden Liquidität
Der operative Cashflow verschlechterte sich deutlich von minus 0,7 auf minus 19,2 Millionen Euro. Hauptursache war eine Mittelbindung von 62,2 Millionen Euro im Nettoumlaufvermögen. Die Vorräte stiegen zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem Halbjahresstichtag 30. Juni 2026 von 145,8 auf 175,7 Millionen Euro. Sto begründet den Aufbau mit erwarteten Preissteigerungen und möglichen Beschaffungsrisiken. Gleichzeitig nahmen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen saisonbedingt auf 250,0 Millionen Euro zu.
Die Investitionen wurden von 22,2 auf 12,0 Millionen Euro reduziert. Wichtige Projekte waren die Einführung von SAP S/4HANA und der Erwerb eines bislang gemieteten Standorts in Österreich. Aus operativem Cashflow abzüglich Investitionen ergibt sich ein vereinfachter Free Cashflow von rund minus 31 Millionen Euro.
Die Bilanz bleibt dennoch robust. Zum 30. Juni verfügte Sto über liquide Mittel von 102,5 Millionen Euro, keine langfristigen Finanzschulden und ein Nettofinanzguthaben von 100,6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 63,3 Prozent. Weltweit beschäftigte der Konzern 5.507 Menschen.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Sto weiterhin einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro nach 1,59 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBIT soll zwischen 56 und 76 Millionen Euro liegen, das EBT zwischen 55 und 75 Millionen Euro. Daraus würde eine Vorsteuermarge von 3,3 bis 4,7 Prozent resultieren. Der Umsatz im Juli lag über dem Vorjahreswert und leicht über den Erwartungen. Die größten Risiken bleiben die schwache Baukonjunktur, steigende Rohstoff- und Frachtkosten sowie geopolitisch bedingte Lieferprobleme.
Fazit: Die Zahlen von Sto zeigen wie unverändert schwierig der Baubereich bleibt. Das Unternehmen hängt hier eben nicht an den steigenden Infrastrukturausgaben oder an den Rechenzentren dran, wie beispielsweise eine Hochtief. Steigende Zinsen dürften auch die kommenden Monate nicht zu einem Bauboom führen. Was bleibt ist ein bilanziell sauberes Unternehmen mit günstiger Bewertung, aber es fehlen eben auch Trigger für eine kurzfristige Neubewertung der Lage. Man wirtschaftet solide auf niedrigem Niveau. Die deutlich steigenden Prognosen der Analysten ab 2027 müssen erst einmal unter Beweis gestellt werden.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 1,59 | 1,62 | 1,66 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 6,13 | 6,60 | 9,30 |
| KGV | 15 | 14 | 10 |
| Dividende je Aktie in EUR | 3,31 | 4,00 | 4,50 |
| Dividendenrendite | 3,48% | 4,21% | 4,74% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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