STEYR - Rüstungswert streicht die Prognosen massiv zusammen
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- Steyr Motors AG - WKN: A40TC4 - ISIN: AT0000A3FW25 - Kurs: 33,060 € (XETRA)
Als Grund nennt das österreichische Unternehmen Verzögerungen bei internationalen Rüstungsprojekten. Vor allem öffentliche Beschaffungs-, Genehmigungs- und Abnahmeprozesse dauern länger als erwartet. Dadurch konnten im ersten Halbjahr geplante Umsätze von rund 10 Mio. EUR nicht realisiert werden. Auch in der zweiten Jahreshälfte dürfte Steyr Motors diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Zudem seien weitere Verzögerungen möglich.
Die Auswirkungen auf das operative Geschäft sind bereits deutlich sichtbar. Im ersten Halbjahr stagnierte der Konzernumsatz mit 22,8 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau von 23,1 Mio. EUR. Das bereinigte EBIT brach auf lediglich 0,1 Mio. EUR ein. Eine herbe Enttäuschung.
Umsatzprognose drastisch gekappt
Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun nur noch ein Umsatzwachstum von 15 % bis 25 %. Ausgehend von den 2025 erzielten Erlösen von 48,5 Mio. EUR entspricht dies einem Umsatz zwischen rund 56 Mio. und 61 Mio. EUR. Bislang hatte Steyr Motors mit 75 Mio. bis 95 Mio. EUR gerechnet. Selbst das obere Ende der neuen Prognosespanne liegt damit deutlich unter dem bisherigen Mindestziel.
Auch bei der Profitabilität muss das Unternehmen seine Erwartungen erheblich zurückschrauben. Statt einer EBIT-Marge von mindestens 15 % stellt der Vorstand für 2026 nur noch 8 % bis 12 % in Aussicht. Die Kombination aus einem stagnierendem Halbjahresumsatz und einem bereinigten EBIT nahe der Nulllinie zeigt, wie stark die Projektverzögerungen das Ergebnis belasten.
Noch schwerer wiegt die Rücknahme der Mittelfristprognose. Für 2027 hatte Steyr Motors bislang einen Umsatz von rund 140 Mio. EUR und ein EBIT von etwa 40 Mio. EUR angepeilt. Diese Ziele seien nach aktualisierter Einschätzung nicht mehr erreichbar. Eine neue Prognose für 2027 nennt das Unternehmen zunächst nicht.
Nachfrage bleibt, Umsätze kommen später?
Steyr Motors betont allerdings, dass die grundsätzliche Nachfrage nach den betroffenen Projekten weiterhin bestehe. Die erwarteten Umsatzbeiträge seien demnach nicht endgültig verloren, sondern könnten sich um ein bis zwei Jahre verschieben. Anleger dürften dieses Versprechen aber kaum noch als glaubhaft einstufen.
Fazit: Die Steyr-Aktie entwickelt sich zu einer Katastrophe. Vom gepriesenen Rüstungsprofiteur bleibt nicht mehr viel übrig. Die Gewinnschätzungen haben locker 50 % Abwärtspotenzial. Das dürfte die Aktie noch einige Zeit deutlich belasten. Selbst Kurse um die 20 EUR oder niedriger würden mich hier nicht mehr wundern.
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Schätzungen vor der Gewinnwarnung
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mio. EUR | 48,50 | 70,00 | 111,00 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 0,75 | 1,70 | 3,64 |
| KGV | 44 | 19 | 9 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,00 | 0,50 | 1,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 1,52% | 3,03% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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