So kaufst Du Zinn, eines der wichtigsten Metalle der modernen Elektronik
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- ZinnKursstand: 42.059,80 $/t (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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- Zinn - ISIN: XD0002746036 - Kurs: 42.059,80 $/t (ARIVA Indikation)
- Tin ETC - WKN: PB8T1N - ISIN: DE000PB8T1N2 - Kurs: 497,580 € (BNP)
Ohne das silbrig-weiße Metall würde in unserer modernen Welt nichts funktionieren. Es ist ein kritisches Element für die Elektronikindustrie, und Experten warnen vor einer langfristigen Knappheit. Für Anleger, die abseits der Standard-Rohstoffe nach Rendite suchen, bietet der BNP Paribas Zinn (TR) ETC (ISIN: DE000PB8T1N2) einen einfachen Zugang zu diesem spannenden Nischenmarkt.
Der unverzichtbare "Tech-Kleber"
Wer an die Rohstoffe der Zukunft denkt, hat meist Lithium für Batterien oder Kupfer für die Elektrifizierung im Kopf. Zinn führt dagegen oft ein Nischendasein in der Wahrnehmung vieler Investoren. Chemisch und physikalisch ist Zinn aber wie das Bindegewebe der modernen Elektronik. Ohne dieses Metall gibt es keine funktionierende Leiterplatte, keinen Mikrochip und folglich auch keine KI-Revolution. Für Anleger ergibt sich daraus eine spannende, wenn auch notwendigerweise risikobehaftete Konstellation, die durch ein strukturelles Angebotsdefizit und eine technologisch getriebene Nachfrage geprägt ist.
Die Geopolitik des Angebots
Anders als Eisen oder Aluminium ist Zinn geologisch selten und die Förderung extrem konzentriert. China und Indonesien dominieren den Markt und zeichnen gemeinsam für mehr als die Hälfte der weltweiten Minenproduktion verantwortlich. Diese Konzentration birgt erhebliche Risiken. China ist zwar der größte Produzent, verbraucht jedoch seine eigene Förderung fast vollständig selbst und ist mittlerweile auf Importe angewiesen, um seinen gigantischen Industriesektor zu füttern.
Indonesien hingegen agiert als der entscheidende "Swing-Producer" auf dem Weltmarkt. Die dortige Regierung nutzt ihre Rohstoffvorkommen zunehmend als geopolitischen Hebel. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen bei Exportlizenzen oder Androhungen von Ausfuhrstopps, um die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten. Hinzu kommt die unsichere Lage in Myanmar. Der Wa-Staat ( eine autonome Region in Myanmar) liefert große Mengen an Zinnkonzentrat an chinesische Schmelzen. Seit 2023 kam es dort jedoch wiederholt zu Förderstopps aus politischen Gründen oder zur administrativen Überprüfung der Bestände. Wenn die Lieferketten aus Myanmar stocken, gerät der chinesische Verarbeitungssektor sofort unter Druck, was globale Preiswellen auslöst. Da es weltweit kaum neue Großprojekte gibt, die kurzfristig ans Netz gehen können, bleibt das Angebot auf absehbare Zeit unelastisch.
Vom Weißblech zum Tech-Enabler
Auf der Nachfrageseite hat Zinn sein altes Image als Material für Konservendosen oder Zinnsoldaten endgültig abgestreift. Der Preistreiber ist heute das Lötzinn, das etwa die Hälfte des globalen Verbrauchs ausmacht. Jedes elektronische Bauteil muss physisch mit der Platine verbunden werden, und dafür ist Zinn unverzichtbar.
Aktuell wirken hier zwei inzwischen wohl jedem bekannte, massive Trends als Beschleuniger. Zum einen treibt der Ausbau der Künstlichen Intelligenz die Nachfrage. Der massive Aufbau von Rechenzentren erfordert spezialisierte Server, GPUs und komplexe Kühlsysteme, die alle eine Vielzahl von Lötpunkten benötigen. Zum anderen ist die Photovoltaik ein oft unterschätzter Verbraucher. Die sogenannten "Solar Ribbons", also die Verbindungsbänder auf Solarmodulen, werden mit Zinn verlötet. Mit dem weltweiten Ausbau der Solarkapazitäten steigt dieser Bedarf mit an. Auch die Elektromobilität spielt eine Rolle, da ein E-Auto schlichtweg mehr elektronische Steuereinheiten und damit mehr Lötstellen enthält als ein konventioneller Verbrenner.
Wachsender Verbrauch, Angebot kommt kaum mit
Was bedeutet das für Anleger? Der Zinnmarkt könnte in den kommenden Jahren in ein strukturelles Defizit laufen. Der Verbrauch wächst durch die Technologisierung schneller als die Minenproduktion erweitert werden kann.
Investitionen in diesen Sektor sind jedoch nicht trivial. Der Terminmarkt an der London Metal Exchange (LME) ist für Privatanleger aufgrund der hohen Kontraktwerte meist unzugänglich. Daher fokussieren sich Investoren oft auf Aktien von Minenbetreibern. Da es jedoch nur sehr wenige reine Zinn-Produzenten gibt, ist die Auswahl begrenzt.
Unternehmen wie Alphamin Resources, die eine hochgradige Mine in der Demokratischen Republik Kongo betreiben, oder die australische Metals X werden oft genannt. Während Alphamin mit exzellenten Margen durch hohe Erzgehalte punktet, müssen Anleger hier das länderspezifische Risiko einkalkulieren. Große Bergbaukonzerne eignen sich hingegen kaum als Vehikel für eine Zinn-Spekulation, da das Metall in ihren Bilanzen oft nur als unbedeutender Beifang auftaucht. Wer die Volatilität aushält, findet in Zinn jedoch einen Rohstoff, der direkter an der Digitalisierung hängt als die meisten anderen Metalle.

Zinn-Futures einfach handelbar
Da die Lagerung von physischem Zinn für Privatanleger wohl kaum praktikabel ist, bietet sich der Weg über einen Exchange Traded Commodity (ETC) an. Der BNP Paribas Zinn (TR) ETC ermöglicht es, nahezu 1:1 an der Preisentwicklung von Zinn zu partizipieren.
Technisch gesehen bildet das Produkt die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index ab, der auf Terminkontrakten (Futures) an der London Metal Exchange (LME) basiert.
Ein wichtiger Aspekt für die Rendite ist hierbei der Zusatz "TR" (Total Return). Das bedeutet, dass Zinserträge, die durch die nur teilweise Hinterlegung des Kapitals am Terminarkt entstehen, reinvestiert werden.
Da es sich um einen ETC handelt, kaufst Du rechtlich gesehen eine Inhaberschuldverschreibung, wie bei Zertifikaten. Dieses theoretische Risiko kann man aber bei der BNP aber eigentlich nahezu vergessen, zudem werden Sicherheiten hinterlegt. Alles in allem braucht man sich über diesen Aspekt keine Gedanken zu machen.

Die Eckdaten auf einen Blick
| Merkmal | Detail |
| ISIN | DE000PB8T1N2 |
| Produktart | ETC (Exchange Traded Commodity) |
| Gesamtkostenquote (TER) | 0,90 % p.a. |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Replikationsmethode | Synthetisch (Swap-basiert) |
| Basiswert | Zinn Futures (LME) |
| Währung (Handel) | EUR |
| Fondswährung | USD |
Fazit
Zinn ist eines der wichtigsten Metalle im Elektronik-Bereich, und daran wird sich auch nichts ändern. Wir befinden uns natürlich nicht mehr ganz am Anfang der Rally, das zeigt einem ja schon der Blick auf den Chart. Strukturelle Gründe sollten aber auf längere Zeit für ein eher schwaches Angebot sorgen, jedenfalls im Verhältnis zur Nachfrage, die durch Megatrends befeuert wird.
Der hier vorgestellte ETC eignet sich für erfahrene Anleger, welche eben nicht im Metallbereich streuen (die können sich eher dieses Produkt hier ansehen), sondern gezielt nur in Zinn investieren wollen.
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| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
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