Analyse
14:30 Uhr, 15.05.2026

SAPs zweite Transformation - Jetzt gibt es KI für alle!

SAP will sich nicht länger nur als verlässlicher Maschinenraum der Weltwirtschaft verstanden wissen. Der Konzern aus Walldorf erhebt auf seiner Kapitalmarktkonferenz in Orlando einen deutlich größeren Anspruch: Er will im Zeitalter künstlicher Intelligenz zur zentralen Steuerungsinstanz autonomer Unternehmen werden.

Was Vorstandschef Christian Klein seinen Aktionären und Analysten präsentierte, war deshalb weniger eine klassische Produktshow als ein unternehmerisches Manifest. Nach der Cloudtransformation, die SAP in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert hat, soll nun die zweite große Umbauphase folgen. Diesmal geht es nicht nur darum, Software in die Cloud zu verlagern, sondern darum, Geschäftsprozesse selbst neu zu organisieren.

Klein formulierte die These unmissverständlich: SAP habe bereits einmal bewiesen, dass der Konzern sich transformieren könne. Nun wolle man es ein zweites Mal tun. Der Unterschied zur vergangenen Dekade liegt in der Ausgangsposition. Während SAP in der Cloud zunächst Rückstände gegenüber spezialisierten SaaS-Anbietern aufholen musste, sieht sich das Unternehmen bei künstlicher Intelligenz in einer strukturell stärkeren Position. Der Grund ist einfach: SAP sitzt tief in den Kernprozessen großer Unternehmen. Finanzabschluss, Beschaffung, Lieferketten, Personalprozesse, Produktion und Abrechnung laufen bei Tausenden Konzernen auf SAP-Systemen. Genau dort, argumentiert Klein, brauche KI nicht nur Sprachmodelle, sondern Kontext, Prozesslogik, Datenqualität und Governance.

Die Zahlen liefern den Unterbau

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