Analyse
07:00 Uhr, 04.05.2026

SANDISK - KGV nur bei 8 trotz Kursexplosion

Lange galt NAND-Speicher als austauschbare Massenware, anfällig für Überkapazitäten, Preisverfall aber auch scharfe Erholungsphasen. Nun aber verändert künstliche Intelligenz die Logik des Geschäfts.

Was früher vor allem in Smartphones, PCs und Konsumgeräten steckte, wird zunehmend zur wichtigen Infrastruktur in Rechenzentren. Sandisk nutzt diesen Moment, um das eigene Geschäftsmodell neu zu ordnen: weg vom klassischen zyklischen Geschäft, hin zu langfristigen Lieferverträgen mit garantierten Abnahmen und deutlich besserer Planbarkeit.

Die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal fallen entsprechend spektakulär aus. Der Umsatz stieg auf 5,95 Mrd. USD, ein Plus von 251 % gegenüber dem Vorjahr und 97 % gegenüber dem Vorquartal. Damit übertraf Sandisk die Konsensschätzung von 4,70 Mrd. USD deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 23,41 USD, nach einem Verlust von 0,30 USD im Vorjahresquartal. Auch die Margen erreichten ein Niveau, das eher an Softwareunternehmen als an klassische Speicherhersteller erinnert: Die bereinigte Bruttomarge stieg auf 78,4 %, die operative Marge auf 70,9 %.

Für das laufende vierte Quartal erwartet Sandisk einen Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Mrd. USD sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 30 bis 33 USD. Auch das liegt klar über den bisherigen Analystenerwartungen. Finanzchef Luis Visoso stellte zudem eine bereinigte Bruttomarge von 79 % bis 81 % in Aussicht. Die operative Hebelwirkung ist enorm: Bei stark steigenden Preisen und einem Mix hin zu höherwertigen Produkten wachsen die Kosten deutlich langsamer als der Umsatz. Damit schlägt man sogar Nvidia!

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