Kommentar
12:30 Uhr, 12.06.2026

Der teure Unterschied zwischen Software und KI, den man verstehen muss

Die große Verführung der künstlichen Intelligenz liegt in einem Missverständnis. Viele Investoren behandeln sie noch immer wie die nächste Generation klassischer Software: einmal entwickelt, millionenfach verkauft, mit Margen, von denen andere Branchen nur träumen können.

Es ist die alte Erfolgsformel aus dem Silicon Valley. Hohe Anfangsinvestitionen, niedrige Zusatzkosten, steigende Nutzerzahlen, wachsende Gewinne.

Doch bei KI funktioniert diese Gleichung nicht mehr so reibungslos. Hinter jeder Antwort eines Chatbots, jeder automatisch erstellten Präsentation und jedem digitalen Agenten läuft eine Maschine, die Strom verbraucht, Chips beansprucht und Rechenzentren füllt. Der Charme klassischer Software bestand darin, dass ein zusätzlicher Nutzer kaum zusätzliche Kosten verursachte. Bei KI ist genau das anders.

Diese zunächst rein technisch wirkende Differenz ist tatsächlich ökonomisch entscheidend. Denn sie entscheidet darüber, ob künstliche Intelligenz zur nächsten großen Margenmaschine der Technologiebranche wird oder ob ein Teil der aktuellen Euphorie an den (zu hohen) Betriebskosten zerschellt. Der Margenkrieg hat längst begonnen, OpenAI machte diese Woche eine Kampfansage und will die Preise deutlich senken! Und das in einer Phase, in der das Unternehmen noch massiv Geld verliert!

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