SALESFORCE und SERVICENOW - Guggenheim sagt SaaS-Apokalypse ab
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- ServiceNow Inc. - WKN: A1JX4P - ISIN: US81762P1021 - Kurs: 99,280 $ (NYSE)
- Salesforce Inc - WKN: A0B87V - ISIN: US79466L3024 - Kurs: 156,660 $ (NYSE)
Genau in diese düstere Stimmung hinein setzt Guggenheim-Analyst John DiFucci nun ein starkes Signal: Er hebt sowohl ServiceNow als auch Salesforce von "Neutral" auf "Buy". Nicht, weil er die beiden Unternehmen plötzlich als große KI-Gewinner sieht. Sondern weil der Ausverkauf aus seiner Sicht zu weit gegangen ist.
Bei ServiceNow erhöht Guggenheim das Votum auf "Buy" und nennt ein Kursziel von 125 USD. Ausgehend vom Schlusskurs von rund 99 USD ergibt sich damit ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 26 %. DiFucci begründet die Hochstufung mit der Einschätzung, dass das aktuelle Kursniveau eine attraktive Gelegenheit biete, eine komfortabel profitable Softwareaktie zu kaufen, die auf organischer und währungsbereinigter Basis auf absehbare Zeit zweistellig wachsen dürfte.
ServiceNow bleibt stark, aber nicht risikolos
ServiceNow gilt für Guggenheim weiter als gut geführtes Unternehmen. Rückenwind könnte künftig vom wichtigen Geschäft mit der US-Bundesregierung kommen. Gleichzeitig bleibt der Analyst ausdrücklich vorsichtig, was die KI-Story betrifft. DiFucci macht klar, dass die Hochstufung nicht darauf beruhe, ServiceNow als unmittelbaren KI-Profiteur zu sehen. Im Gegenteil: Er sieht bislang keine greifbaren Belege für eine relevante KI-Monetarisierung, obwohl ein erheblicher Teil der Zukunftspläne des Unternehmens darauf aufbaut.
Auch die Risiken bleiben aus seiner Sicht erheblich. Der Analyst verweist auf möglichen Druck durch KI, auf Risiken bei den langfristigen Zielen, den Verlust von Talenten an KI-native Unternehmen sowie auf die Gefahr weiterer größerer Übernahmen, um das Wachstum zu stützen. ServiceNow habe bereits M&A genutzt, unter anderem mit Armis und anderen Transaktionen. Guggenheim sieht darin offenbar auch ein Mittel, das Wachstum abzusichern.
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Damit ist die Botschaft trotz Aufstufung nüchtern: ServiceNow ist für DiFucci kein makelloser KI-Champion, sondern ein starkes Softwareunternehmen, dessen Aktie nach dem Kursrutsch wieder attraktiv bewertet erscheint. Das neue Kursziel entspricht nach Angaben des Analysten dem 7,5-Fachen des erwarteten Umsatzes mit wiederkehrenden Erlösen auf Sicht der nächsten zwölf Monate. Damit bleibt ServiceNow zwar mit einem relativen Bewertungsaufschlag gegenüber anderen SaaS-Anbietern versehen, doch dieser Aufschlag erscheint Guggenheim wieder vertretbar.

Salesforce: Kein KI-Gewinner, aber auch kein Dauerverlierer
Noch deutlicher fällt der Bewertungsaspekt bei Salesforce aus. Auch hier hebt Guggenheim das Rating von "Neutral" auf "Buy". Das Kursziel liegt bei 228 USD. Beim Schlusskurs von 156 USD entspricht das einem rechnerischen Potenzial von rund 46 %. Die Aktie ist laut DiFucci seit Jahresbeginn um fast 41 % gefallen, getrieben von der Furcht vor einer bevorstehenden "SaaSpocalypse".
Der Analyst bleibt inhaltlich aber skeptisch. Salesforce sei zwar ein führender Vermarkter des KI-Themas, doch weder in Gesprächen mit Vertriebskanälen noch in den berichteten Zahlen sei bislang eine klare Produkttraktion oder ein substanzieller Umsatzbeitrag sichtbar. Agentische KI könne für Salesforce sogar zu einem erheblichen Risiko werden. Die Hochstufung ist deshalb ausdrücklich kein Plädoyer dafür, Salesforce als Gewinner der KI-Welle zu betrachten.
Der entscheidende Punkt liegt vielmehr in der Bewertung. Salesforce werde derzeit mit etwa dem 3,7-Fachen der wiederkehrenden Umsätze und dem 11-Fachen des erwarteten Free Cashflows der kommenden zwölf Monate gehandelt. Nach Einschätzung von Guggenheim preist der Markt damit ein Szenario ein, in dem Salesforce dauerhaft schrumpft. DiFucci hält das für überzogen. Realistischer sei ein Bild, in dem Salesforce Schwierigkeiten habe, stark zu wachsen, aber eben auch nicht in einem strukturellen Niedergang versinke.

Der Markt handelt ein Armageddon, Guggenheim kauft die Übertreibung
Die beiden Hochstufungen sind damit kein klassischer Weckruf, sondern ein antizyklischer Bewertungsruf. Guggenheim sagt nicht, dass KI für Salesforce und ServiceNow zum nächsten großen Umsatzmotor wird. Der Analyst sagt vielmehr: Die Angst vor der Disruption ist real, aber der Markt hat daraus ein zu extremes Szenario gemacht.
Das macht die Einschätzung gerade für Investoren interessant. Bei vielen Softwarewerten hatte sich die Debatte zuletzt auf eine einfache Formel verengt: Wenn KI Arbeitsabläufe automatisiert, könnten klassische SaaS-Sitze, Lizenzen und Module unter Druck geraten. Diese Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen. Aber sie muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass etablierte Plattformanbieter in einen dauerhaften Erlösrückgang geraten. Genau diese Differenzierung nimmt Guggenheim nun vor.
Bei ServiceNow setzt DiFucci auf weiteres zweistelliges organisches Wachstum, eine robuste Profitabilität und mögliche Verbesserung im US-Bundesgeschäft. Bei Salesforce steht stärker die günstige Bewertung im Vordergrund. In beiden Fällen bleibt die KI-Monetarisierung eine offene Flanke.
Fazit: Die Hochstufungen von Salesforce und ServiceNow sind ein Signal gegen den pauschalen Abgesang auf das SaaS-Modell. Guggenheim bleibt skeptisch gegenüber der KI-Euphorie der Unternehmen, hält aber den Marktpessimismus inzwischen für überzogen. Am Ende zählt an der Börse nur eines! Die Bewertung. Und die ist mittlerweile bei beiden Titeln so vorteilhaft wie wohl selten zuvor.
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