Analyse
06:45 Uhr, 28.05.2026

SALESFORCE trotzt der SaaS-Krise – doch die Zweifel bleiben

Salesforce will nicht mehr nur ein Anbieter von Unternehmenssoftware sein. Konzernchef Marc Benioff zeichnet längst das Bild einer neuen Ära: autonome KI-Agenten, digitale Kollegen und Software, die Aufgaben selbstständig erledigt.

Auf dem jüngsten Quartalscall präsentierte sich der Konzern entsprechend nicht als klassischer Cloudanbieter, sondern als Architekt einer "Agentic Enterprise“. Doch trotz starker Quartalszahlen bleibt die Skepsis der Anleger groß. Vor allem der vorsichtige Umsatzausblick nährt die Sorge, dass künstliche Intelligenz die traditionelle Softwareindustrie schneller umkrempeln könnte als gedacht.

Die Aktie reagierte nachbörslich volatil und notierte leicht im Minus. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund ein Drittel an Wert verloren. Hintergrund ist die wachsende Nervosität rund um den sogenannten "SaaSpocalypse“: Investoren fürchten, dass generative KI und autonome Agentensysteme klassische Softwarelizenzen zunehmend ersetzen könnten.

Dabei fielen die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 zunächst überzeugend aus. Salesforce steigerte den Umsatz im Zeitraum bis Ende April auf 11,13 Mrd. USD und übertraf damit die Analystenschätzungen von 11,05 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 3,88 USD ebenfalls deutlich über den Erwartungen von 3,12 USD. Besonders stark entwickelte sich das margenstarke Geschäft mit Abonnements und Supportleistungen, das um 14 % zulegte.

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