Analyse
07:15 Uhr, 23.04.2026

SERVICENOW - Kurscrash trotz dynamischen Wachstums

ServiceNow liefert erneut, was Investoren lange als Idealbild eines Softwarekonzerns gefeiert haben: starkes Wachstum, steigende Margen und eine überzeugende Positionierung im KI-Zeitalter.

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  • ServiceNow Inc. - WKN: A1JX4P - ISIN: US81762P1021 - Kurs: 103,070 $ (NYSE)

Doch diesmal reicht das nicht aus, um den Markt zu begeistern. Trotz operativ überzeugender Zahlen geriet die Aktie nachbörslich unter Druck und verlor rund 12 %. Der Grund liegt weniger im Quartal selbst als in den Erwartungen an das, was noch kommen muss.

Im ersten Quartal 2026 steigerte der Konzern seinen Umsatz um 22 % auf 3,77 Mrd. USD und übertraf damit die Analystenschätzungen leicht. Das abonnementbasierte Kerngeschäft wuchs ebenfalls um 22 % auf 3,67 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,97 USD und entsprach den Erwartungen. Besonders robust entwickelte sich der Auftragsbestand: Der gesamte Remaining Performance Obligation (RPO) erreichte 27,7 Mrd. USD, ein Plus von 25 %, während der kurzfristigere current RPO um 22,5 % auf 12,64 Mrd. USD zulegte.

Die operative Profitabilität blieb auf hohem Niveau. Die Non-GAAP-Operating-Marge lag bei 32 %, die Free-Cashflow-Marge bei 44 %. Gleichzeitig zeigte sich ServiceNow weiterhin aktionärsfreundlich und kaufte im Rahmen eines groß angelegten Rückkaufprogramms rund 20,2 Mio. Aktien zurück. Insgesamt hatte der Konzern zuletzt noch eine verbleibende Autorisierung von 4,2 Mrd. USD.

Starke Nachfrage, aber die Geopolitk belastet

Operativ hätte das Quartal kaum besser laufen können. Doch ein Detail bremste die Dynamik: Verzögerungen bei mehreren großen Regierungsgeschäften im Nahen Osten. Diese On-Premise-Deals verschoben sich infolge des anhaltenden Konflikts in der Region und belasteten das Wachstum des Subscription-Umsatzes um rund 75 Basispunkte.


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Das Management betonte zwar, dass es sich um reine Timing-Effekte handle und die Abschlüsse im Jahresverlauf erwartet würden. Dennoch fließen diese Unsicherheiten in die Prognose ein. Für das Gesamtjahr 2026 stellt ServiceNow einen Umsatz von 15,735 bis 15,775 Mrd. USD in Aussicht. Das entspricht einem Wachstum von rund 21 %, bleibt jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück.

Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit Subscription-Umsätzen von 3,815 bis 3,82 Mrd. USD, was einem Wachstum von rund 22 % entspricht. Die operative Marge dürfte temporär auf 26,5 % sinken, belastet durch die Integration der jüngsten Übernahmen.

KI als Wachstumsmotor

Die zentrale Investmentstory ist und bleibt jedoch die Transformation hin zu einer KI-getriebenen Plattform. ServiceNow positioniert sich nicht als Anbieter einzelner KI-Funktionen, sondern als operative Steuerungsschicht für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Vorstandschef Bill McDermott spricht von einem "AI Control Tower“, der Daten, Workflows, Sicherheit und Automatisierung zusammenführt.

Die Nachfrage bestätigt diese Strategie. Die Zahl der Kunden, die mit Now Assist mehr als 1 Mio. USD jährlich ausgeben, stieg um über 130 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wächst die Nutzung über mehrere Produkte hinweg: Abschlüsse mit drei oder mehr KI-Modulen legten deutlich zu.

Intern wird die Dynamik inzwischen noch höher eingeschätzt als bislang kommuniziert. Statt der ursprünglich angepeilten 1 Mrd. USD an KI-bezogenen Umsätzen für 2026 spricht das Management nun von einer Run-Rate von rund 1,5 Mrd. USD. Kunden bewegen sich zunehmend weg von Pilotprojekten hin zu unternehmensweiten Implementierungen.

Ein entscheidender Punkt für Investoren ist die Frage, ob KI klassische Softwaremodelle untergräbt. Neue Coding-Tools und generative KI haben zuletzt Zweifel an der langfristigen Preissetzungsmacht vieler SaaS-Anbieter geweckt.

ServiceNow begegnet dieser Sorge mit einem strukturellen Wandel im eigenen Geschäftsmodell. Mehr als 50 % des Neugeschäfts stammen inzwischen aus nicht sitzbasierten Preismodellen. Statt klassischer Benutzerlizenzen rückt die Nutzung der Plattform in den Mittelpunkt der Monetarisierung.

Es signalisiert, dass ServiceNow nicht versucht, ein auslaufendes Modell zu verteidigen, sondern aktiv von der steigenden Nutzung von KI profitieren will. Je stärker Kunden automatisieren, desto höher fällt perspektivisch der Umsatz aus.

Armis-Übernahme belastet kurzfristig, erweitert aber das Potenzial

Kurzfristig belastet die Integration des Cybersecurity-Spezialisten Armis die Margen. Für 2026 erwartet ServiceNow einen negativen Effekt von rund 200 Basispunkten auf die Free-Cashflow-Marge sowie temporäre Belastungen auf die operative Marge.

Strategisch ist der Zukauf jedoch zentral. Gemeinsam mit Veza will ServiceNow eine integrierte Sicherheitsarchitektur aufbauen, die Assets, Identitäten und Workflows verbindet. In einer Welt, in der autonome KI-Agenten zunehmend operative Aufgaben übernehmen, wird die Kontrolle über Zugriffe, Systeme und Daten zu einem entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Auch jenseits von KI zeigt sich das Geschäft robust. ServiceNow schloss im Quartal 16 Großverträge mit jeweils mehr als 5 Mio. USD jährlichem Vertragswert ab. Die Zahl der Kunden mit mehr als 5 Mio. USD ACV stieg auf 630, ein Plus von 22 %.

Besonders dynamisch entwickelte sich das CRM-Geschäft, das sich laut Unternehmen im Jahresvergleich mehr als verfünffachte. Gleichzeitig zeigt sich die Plattformstrategie in der Praxis: 17 der 20 größten Deals umfassten sieben oder mehr Produkte.

Fazit: ServiceNow liefert ein starkes Quartal. Gleichzeitig belastet der etwas schwächer als erwartete Ausblick. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Schock darauf auch wieder gekauft wird in den kommenden Tagen. Die Abweichung nach unten ist minimal, von KI-Disruption ist wenig zu sehen. Klar, es gibt Abzüge in der B-Note, doch das große Ganze, scheint mir doch weiter intakt zu sein. Die Bewertung ist günstig. Ich rechne aber noch mit einer Welle an Analystenabstufungen.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 13,28 15,99 18,94
Ergebnis je Aktie in USD 3,51 4,19 5,02
Gewinnwachstum 19,37% 19,81%
KGV 26 22 18
KUV 7,1 5,9 5,0
PEG 1,1 0,9
Dividende je Aktie in USD 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00%
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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