SAFRAN hebt Prognose an: Das Ersatzteilgeschäft läuft auf Hochtouren
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- SAFRAN - WKN: 924781 - ISIN: FR0000073272 - Kurs: 342,400 € (XETRA)
Safran verdient so gut wie nie zuvor. Während Flugzeugbauer weiterhin mit Produktionsproblemen und angespannten Lieferketten kämpfen, verwandelt der französische Konzern den Wartungsbedarf der Airlines in kräftig steigende Gewinne. Besonders lukrativ ist das Geschäft mit Ersatzteilen für die weitverbreiteten CFM56-Triebwerke, die Safran gemeinsam mit dem US-Partner GE Aerospace produziert.
Konzernchef Olivier Andriès sprach im Analystencall von einem "außergewöhnlichen ersten Halbjahr". Der Umsatz stieg um 19 % auf 17,57 Mrd. EUR. Organisch lag das Wachstum sogar bei mehr als 20 %. Das wiederkehrende operative Ergebnis legte überproportional um 29 % auf 3,24 Mrd. EUR zu und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 3,06 Mrd. EUR. Die operative Marge erreichte mit 18,4 % einen Rekordwert.
Auch der Mittelzufluss überzeugte. Der Free Cashflow erhöhte sich um 43 % auf 2,6 Mrd. EUR. Unter dem Strich verdiente Safran 1,9 Mrd. EUR, 21 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 4,63 EUR.
CFM56 wird zur Ertragsmaschine
Das Herzstück des Erfolgs ist die Antriebssparte. Ihr Umsatz stieg organisch um 28 % auf 9,2 Mrd. EUR, während das operative Ergebnis um 28 % auf 2,25 Mrd. EUR kletterte. Die Marge erreichte außergewöhnlich hohe 24,5 % und lag damit bereits über der bisherigen Zielspanne für das Gesamtjahr von 22 bis 24 %.
Die Ersatzteilumsätze für zivile Triebwerke erhöhten sich in USD um 27,9 %, die Erlöse mit Wartungsdienstleistungen sogar um mehr als 40 %. Viele ältere CFM56-Triebwerke bleiben länger im Einsatz als ursprünglich erwartet. Zugleich lassen Airlines bei Werkstattbesuchen umfangreichere Arbeiten durchführen. "Die Nachfrage übersteigt derzeit das Angebot", sagte Finanzchef Pascal Bantegnie. Begrenzte Wartungskapazitäten führten zu längeren Vorlaufzeiten und einem höheren Arbeitsumfang.
Eine kurzfristige Normalisierung erwartet Safran nicht. Andriès zeigte sich "sehr, sehr zuversichtlich", dass der günstige Mix umfangreicher Wartungsarbeiten noch mindestens 2027 und 2028 anhalten werde. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen bei Ersatzteilen mit Preiserhöhungen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Auch beim neueren LEAP-Triebwerk kommt Safran voran. Im ersten Halbjahr wurden 1.030 Einheiten ausgeliefert, 41 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit überschritt die Produktion im vierten Quartal in Folge die Marke von 500 Triebwerken. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde von einem Wachstum um 15 % auf einen Anstieg im hohen Zehnerprozentbereich angehoben.
Prognose steigt deutlich
Für 2026 erwartet Safran nun ein Umsatzwachstum im mittleren Zehnerprozentbereich und Erlöse von mehr als 36 Mrd. EUR. Zuvor hatte der Konzern lediglich einen Anstieg im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich in Aussicht gestellt.
Die Prognose für das wiederkehrende operative Ergebnis steigt von 6,1 bis 6,2 Mrd. EUR auf 6,4 bis 6,5 Mrd. EUR. Auch die Erwartungen an den Free Cashflow wurden am Mittelpunkt der bisherigen Spanne um 300 Mio. EUR angehoben. Das ist bemerkenswert, weil Safran für 2026 inzwischen mit einer Belastung von fast 500 Mio. EUR durch die französische Unternehmenssondersteuer rechnet.
Der starke Lauf könnte sogar die mittelfristigen Ziele überholen. Bantegnie räumte ein, dass Safran seine Prognose für 2028 womöglich erneut überprüfen müsse. Mit einem operativen Ergebnis von rund 6,5 Mrd. EUR ist der Konzern bereits nahe an das bisherige Ziel von 7 bis 7,5 Mrd. EUR herangerückt.
Rüstungsgeschäft gewinnt an Gewicht
Neben der zivilen Luftfahrt entwickelt sich die Verteidigungssparte zum zweiten Wachstumstreiber. Im Segment Equipment & Defense stieg der Umsatz organisch um 14 % auf 6,9 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 29 % auf 907 Mio. EUR, die Marge von 12,5 auf 13,1 %.
Mehr als 80 % des Auftragsbestands in der Verteidigungselektronik entfallen inzwischen auf internationale Kunden. Bis 2030 peilt Safran hier ein jährliches Wachstum von mindestens 20 % an. Bei möglichen Übernahmen bleibt das Management jedoch vorsichtig. Bantegnie warnte, bei Rüstungsunternehmen gebe es derzeit "eine Art Bewertungsblase".
Unsicherheit besteht zudem bei der Triebwerkspartnerschaft mit MTU Aero Engines nach dem Scheitern des deutsch-französisch-spanischen Kampfjetprojekts FCAS. Die Gemeinschaftsgesellschaft ist zunächst bis September finanziert. Ihre weitere Zukunft hängt davon ab, welche Entwicklungswege Deutschland und Frankreich einschlagen.
Auch die Lieferketten bleiben ein Risikofaktor. Safran baut zusätzliche Kapazitäten auf und verbreitert nach eigenen Angaben kontinuierlich seine Lieferantenbasis. Zugleich sorgen Engpässe bei Zulieferern für steigende Beschaffungskosten, die der Konzern teilweise über höhere Preise weitergibt.
Fazit: Safran bleibt in Topform, die Safran-Aktie zählt zu den besten europäischen Unternehmen, nicht nur im Luftfahrtsektor. Die Bewertung mit einem KGV von 34 ist allerdings bereits sehr hoch. Daher sollte ein Einstieg besser antizyklisch erfolgen. Nachlaufen würde ich den Kursen heute nicht mehr.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 31,33 | 35,79 | 39,22 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 7,60 | 10,11 | 12,41 |
| KGV | 45 | 34 | 27 |
| Dividende je Aktie in EUR | 3,35 | 4,00 | 4,90 |
| Dividendenrendite | 0,99% | 1,18% | 1,44% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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