Mit diesem ETF auf eine Wiederaufnahme der Rüstungs-Hausse setzen
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- BNP PARIBAS EASY - Bloomberg Europe Defense - UCITS ETF Capitalisation - WKN: A417F7 - ISIN: LU3047998896
- Airbus SE - WKN: 938914 - ISIN: NL0000235190 - Kurs: 208,850 € (XETRA)
- SAFRAN - WKN: 924781 - ISIN: FR0000073272 - Kurs: 358,400 € (XETRA)
- Rolls Royce Holdings PLC - WKN: A1H81L - ISIN: GB00B63H8491 - Kurs: 17,448 € (XETRA)
- Rheinmetall AG - WKN: 703000 - ISIN: DE0007030009 - Kurs: 1.115,600 € (XETRA)
- THALES S.A. - WKN: 850842 - ISIN: FR0000121329 - Kurs: 241,900 € (XETRA)
- Leonardo S.p.A. - WKN: A0ETQX - ISIN: IT0003856405 - Kurs: 55,030 € (XETRA)
- MTU Aero Engines AG - WKN: A0D9PT - ISIN: DE000A0D9PT0 - Kurs: 375,600 € (XETRA)
- Saab AB - WKN: A403UW - ISIN: SE0021921269 - Kurs: 52,730 € (L&S)
- BAE Systems PLC - WKN: 866131 - ISIN: GB0002634946 - Kurs: 23,520 € (XETRA)
- Kongsberg Gruppen AS - WKN: A41BLY - ISIN: NO0013536151 - Kurs: 29,600 € (L&S)
BNP Paribas Asset Management ist in in diesen Markt seit Mai 2025 mit einem eigenen Produkt vertreten, dem BNP Paribas Easy Bloomberg Europe Defense UCITS ETF. Der Fonds setzt ausschließlich auf europäische Rüstungswerte. Ein genauer Blick auf Konstruktion, Kosten und die zehn größten Positionen.
Der ETF bildet den Bloomberg Europe Defense Select Index ab, der rund 30 europäische Rüstungsunternehmen von den großen europäischen Börsen umfasst. Aktuell enthält das Portfolio 36 Aktienpositionen.

Interessant ist die Indexkonstruktion: Statt eines klassischen Sektorfilters nutzt der Index die Analysen von Bloomberg Intelligence, um Unternehmen mit echter strategischer Relevanz für das Verteidigungs-Ökosystem zu identifizieren. Die Gewichtung erfolgt nach Marktkapitalisierung, ergänzt um Diversifikationsregeln, die eine ausgewogene Verteilung sicherstellen sollen. Abgedeckt werden dabei unter anderem Luft- und Raumfahrt, Verteidigungselektronik und Schiffbau.
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | BNP Paribas Easy Bloomberg Europe Defense UCITS ETF (Acc) |
| ISIN / WKN | LU3047998896 / A417F7 |
| Ticker | BJL8 (Xetra), GUARD (Euronext Paris) |
| Index | Bloomberg Europe Defense Select NR EUR |
| Auflagedatum | 27.05.2025 |
| Gesamtkostenquote (TER) | 0,18 % p.a. |
| Fondsvolumen | ca. 567 Mio. EUR |
| Replikation | Physisch, vollständig |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Fondswährung | EUR (keine Währungsabsicherung) |
| Fondsdomizil | Luxemburg |
| Anzahl Positionen | 36 |
| Anteil der Top 10 | ca. 83 % |
Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,18 % pro Jahr, das Fondsvolumen beträgt rund 570 Mio. EUR, der ETF repliziert physisch und vollständig und thesauriert die Erträge.
Rüstung war jetzt lange Zeit eher out
Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs war Rüstung jahrelang ein Top-Thema an den Börsen. Die Bewertungen schossen allerdings teils deutlich übers Ziel hinaus. Auch belastet das Problem der schwierigen Haushaltslage der Staaten. Bei aller Bekenntnis zu hohen Rüstungsausgaben schwingt immer auch ein Zweifel mit, wie nachhaltig die Ausgaben verankert sind. So könnte zum Beispiel eine Entspannung nach dem irgendwann doch wohl kommenden Ende des Ukraine-Kriegs auch dazu führen, dass man angesichts der Schuldenprobleme die Ausgaben wieder zurückfährt.
Die zahlreichen Gerüchte der letzten Jahre bezüglich eines möglichen Endes des Ukraine-Kriegs hatten auch jedes Mal zu scharfen Korrekturen bei den Rüstungsaktien geführt. Wenn es dann wirklich so weit sein sollte, dürfte das auch wieder passieren.
Auch hat die kürzliche Abkehr Deutschlands von einem sündhaft teures Fregattenprojekt und die Hinwendung zu einer günstigeren Alternative gezeigt, dass man dann doch nicht alles hinnimmt. Die Kostenexplosion in der Branche ist eine große Sorge bei den Regierungen.
Andererseits werden die Bedrohungen nicht weniger, und der Irankrieg wird nicht der letzte bewaffnete Konflikt gewesen sein. Man muss sich also leider keine Sorgen machen, dass man Rüstung nicht mehr brauchen wird, auch wenn sich der Fokus verschieben könnte. Der Kriegsverlauf in der Ukraine und auch im Iran haben gezeigt, dass moderne Kriege anders geführt werden und die Kosteneffizienz der Waffen (Stichwort Drohnen) in den Vordergrund rückt.
Die zehn größten Positionen im Detail
Umso besser, dass in diesem ETF viele Unternehmen stecken, die auch in anderem Kontext, zum Beispiel Raumfahrt und Luftfahrt, sehr interessant sind.
Die Top 10 des ETF bestehen aus Airbus, Safran, Rolls-Royce, Rheinmetall, Thales, Leonardo, MTU Aero Engines, Saab, BAE Systems und Kongsberg. Zusammen bringen sie es auf über 80 % des Fondsvolumens. Der ETF ist damit trotz 36 Positionen stark kopflastig, was bei einem marktkapitalisierungsgewichteten Sektorindex allerdings kaum anders möglich ist.
An der Spitze steht Airbus. Der europäische Luftfahrtkonzern ist zwar vor allem für seine Verkehrsflugzeuge bekannt, betreibt mit Airbus Defence and Space aber eine der größten Rüstungssparten Europas. Dazu gehören der Eurofighter, das Militärtransportflugzeug A400M, Militärhubschrauber sowie das Satelliten- und Raumfahrtgeschäft. Airbus bringt zudem eine Besonderheit mit: Ein erheblicher Teil des Umsatzes stammt aus dem zivilen Geschäft, was die Aktie weniger zum reinen Rüstungs-Play macht als andere Indexmitglieder.

Dahinter folgt Safran aus Frankreich. Der Triebwerkshersteller fertigt gemeinsam mit GE die LEAP-Triebwerke für die zivile Luftfahrt und liefert mit dem M88 den Antrieb für den Kampfjet Rafale. Hinzu kommen Optronik, Navigationssysteme und Ausrüstung für Lenkwaffen. Auch Safran ist ein Mischkonzern mit starkem Zivilgeschäft, profitiert über die Rafale-Exporterfolge aber direkt vom Rüstungsboom.

Rolls-Royce aus Großbritannien war in den vergangenen Jahren eine der stärksten Aktien Europas überhaupt. Neben den zivilen Großtriebwerken liefert der Konzern Antriebe für Kampfjets und Kriegsschiffe und stellt die Reaktoren für die Atom-U-Boote der Royal Navy her. Über das britisch-italienisch-japanische Kampfjetprogramm GCAP ist Rolls-Royce zudem an einem der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte beteiligt.

Rheinmetall ist der prominenteste deutsche Vertreter im Index und das Symbol der "Zeitenwende" schlechthin. Den Kurseinbruch zuletzt sehen Analysten als Überreaktion.

Thales aus Frankreich ist der Elektronikspezialist unter den Top 10. Radartechnik, Sonarsysteme, Avionik, militärische Kommunikation und ein großes Cybersecurity-Geschäft machen den Konzern zum Zulieferer fast aller europäischen Rüstungsprogramme.

Leonardo aus Italien deckt mit Militärhubschraubern, Verteidigungselektronik und der Beteiligung am Eurofighter sowie am GCAP-Programm ein ähnlich breites Spektrum ab und gilt als zentraler Baustein der italienischen Verteidigungsindustrie. Leonardo ist auch Großaktionär bei der deutschen Hensoldt.

Mit MTU Aero Engines ist ein zweiter deutscher Wert prominent vertreten. Die Münchner fertigen Module für zivile und militärische Triebwerke, darunter das EJ200 des Eurofighters, und betreiben ein margenstarkes Wartungsgeschäft.

Saab aus Schweden steuert den Kampfjet Gripen, U-Boote, das Überwachungsflugzeug GlobalEye und die Panzerabwehrwaffe Carl-Gustaf bei. Der schwedische NATO-Beitritt hat die strategische Bedeutung des Konzerns zusätzlich erhöht.

BAE Systems ist gemessen am Umsatz der größte Rüstungskonzern Europas. Die Briten bauen Kampfflugzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe, produzieren Munition in großem Stil und erwirtschaften einen erheblichen Teil ihres Geschäfts in den USA.

Kongsberg aus Norwegen komplettiert die Top 10. Die Norweger sind vor allem für ihre Seezielflugkörper NSM und JSM bekannt, die unter anderem in der F-35 zum Einsatz kommen, und liefern zudem fernbedienbare Waffenstationen und maritime Systeme.

Zuletzt kam wieder deutlich Schwung in den Sektor, allein in der vergangenen Woche legte der ETF 8 über % zu. Dass die Rendite seit Auflage hinter den spektakulären Kurssprüngen einzelner Rüstungsaktien zurückbleibt, hat einen einfachen Grund. Der Fonds startete Ende Mai 2025, also nach der ersten großen Neubewertungswelle des Sektors, und musste die anschließende Konsolidierung mitmachen.
Fazit
Der BNP Paribas Easy Bloomberg Europe Defense UCITS ETF ist ein sauber konstruiertes Produkt für alle, die gezielt auf die europäische Aufrüstung setzen wollen, aber auch Wert auf einen durchaus nennenswerten zivilen Anteil des Geschäfts legen. Dass dies hier so ist, hat auch mit dazu beigetragen, die Korrektur zu dämpfen. Einige Aktien sind schon wieder auf neuen Hochs.
Dennoch sollte man im Auge behalten, dass ein früher oder später sicher kommendes Ende des Ukraine-Kriegs dem Segment wieder einen Dämpfer verpassen wird.
Als Beimischung für ein breit aufgestelltes Depot ist der ETF eine der überzeugenden Optionen im Defense-Segment, als Kerninvestment taugt er eher nicht.
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