Analyse
10:45 Uhr, 16.06.2026

ROCKET LAB - Die nächste SpaceX oder ein Rohrkrepierer?

Rocket Lab steht genau jetzt an einem Punkt, an denen aus einem spezialisierten Raumfahrtanbieter ein industrieller Plattformkonzern werden kann. Das Unternehmen hat sich mit Electron eine verlässliche Nische im kleinen Trägerraketenmarkt aufgebaut.

Doch CFO Adam Spice machte auf der Wells-Fargo-Konferenz vergangene Woche deutlich: Die eigentliche Wette reicht weit darüber hinaus. Rocket Lab will nicht nur Raketen starten, sondern Satelliten bauen, Nutzlasten liefern, Startkapazität kontrollieren und eines Tages eigene Konstellationen im Orbit betreiben.

Im Tagesgeschäft ist Electron weiter das Rückgrat. 88 Starts hat die kleine Rakete bislang absolviert, 21 davon im vergangenen Jahr. Für 2026 peilt Rocket Lab eine Kadenz im oberen Zwanzigerbereich an. Die bestehende Infrastruktur ist deutlich größer dimensioniert: Die Fabrik wurde auf einen Start pro Woche ausgelegt, die drei Startplätze in Neuseeland und Wallops sind zusammen für rund 140 Starts pro Jahr lizenziert.

Besonders dynamisch entwickelt sich HASTE, die Variante für Hyperschalltests. In diesem Jahr soll sie rund 20 % der Electron-Starts ausmachen. Spice sieht hier kurzfristig Wachstumsraten von 30 % bis 50 % pro Jahr, während das übrige Electron-Geschäft eher bei etwa 20 % liegen soll. Auch preislich ist HASTE attraktiver: Eine Mission bringt im Schnitt rund 10 Mio. USD, kommerzielle Electron-Starts liegen eher bei 8 Mio. bis 9 Mio. USD. Zusätzliche Nachfrage kommt von internationalen Kunden und von Auftraggebern, die sich nicht allein auf Mitfluggelegenheiten großer Anbieter verlassen wollen.

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