YORK SPACE - Kurscrash bei der Weltraumfirma
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
- York Space Systems Inc. - WKN: A41Y07 - ISIN: US9870841007 - Kurs: 11,510 $ (NYSE)
York betont, der Abgang beruhe nicht auf Meinungsverschiedenheiten über das Geschäft, die Unternehmenspolitik oder die Bilanzierung. Chief Accounting Officer Brian Frantz übernimmt ab dem 14. August übergangsweise die Finanzführung. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger läuft.
Der Zeitpunkt erhöht dennoch die Aufmerksamkeit für die Zahlen. York bringt Satelliten zuverlässig ins All, gewinnt neue Verträge und verbessert die Projektmargen. Gleichzeitig zwingen langsamere Vergabeverfahren der US-Regierung und Lieferkettenprobleme den Raumfahrt- und Rüstungskonzern zu einer Kürzung der Umsatzprognose um knapp ein Drittel.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf 92,5 Mio. USD. Das Wachstum stammte vor allem aus übernommenen Unternehmen und einem neuen kommerziellen Auftrag. Die Erlöse aus den großen Regierungsprogrammen stagnierten dagegen weitgehend.
Der Nettoverlust erreichte 39,3 Mio. USD. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 9,5 Mio. USD nach minus 8,9 Mio. USD im Vorjahresquartal. Die kombinierten Aufwendungen für Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung erhöhten sich um 52 %. Verantwortlich waren mehr Personal, zusätzliche Kosten als börsennotiertes Unternehmen und die Übernahmen von ATLAS, Orbion und Solestial.
Projektmargen steigen deutlich
Auf Projektebene machte York Space Fortschritte. Die Bruttomarge verbesserte sich um 13 Prozentpunkte auf 24 %. Der Bruttogewinn stieg um 9,5 Mio. USD auf 22,2 Mio. USD. Er legte damit kräftig zu, hat sich aber entgegen anderslautenden Kurzmeldungen nicht mehr als verdoppelt.
Das Vorjahresquartal war durch eine negative Anpassung der erwarteten Projektkosten belastet worden. Zudem erzielen neuere Programme höhere Margen als ältere Verträge. Hinzu kommen margenstarke Leistungen für den Betrieb bereits gestarteter Satelliten.
York hat inzwischen alle 42 Satelliten der ersten Tranche des Transport-Layer-Programms erfolgreich in den Orbit gebracht. Insgesamt befinden sich 55 Satelliten des Unternehmens im All. CEO Dirk Wallinger verwies auf die operative Bilanz: "Wir haben alle 42 Satelliten erfolgreich in den Orbit gebracht und liegen damit vor jedem anderen Auftragnehmer."
Da das Transport-Layer-Programm zunehmend in die Betriebsphase übergeht, sinkt der Materialaufwand. Betrieb und Wartung erfordern vor allem Personal und erzielen höhere Margen als die eigentliche Satellitenproduktion. Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management eine Bruttomarge im mittleren Bereich von 20 %.
Prognose fällt um 180 Mio. USD
Der entscheidende Schwachpunkt ist der Ausblick. York erwartet 2026 nur noch einen Umsatz zwischen 375 und 405 Mio. USD. Der neue Mittelwert von 390 Mio. USD liegt um 180 Mio. USD oder knapp 32 % unter dem bisherigen Zielwert von 570 Mio. USD.
Rund 30 % der alten Prognose entfielen auf Neugeschäft, das York 2026 erst noch gewinnen und teilweise als Umsatz verbuchen wollte. Diesen Beitrag hat das Management vollständig aus der Planung gestrichen. Lieferkettenprobleme verschieben weitere Umsätze in das Jahr 2027. Welche Zulieferer oder Komponenten betroffen sind, ließ York trotz mehrerer Nachfragen von Analysten offen.
Interims-Finanzchef Frantz erklärte: "Angesichts des Vertragsumfelds haben wir das erwartete Neugeschäft für den Rest des Jahres aus unserer Prognose herausgenommen." Die übrige Kürzung gehe auf Lieferkettenprobleme zurück, werde aber teilweise durch Umsätze der übernommenen Unternehmen ausgeglichen.
Auch das bereinigte EBITDA dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte verschlechtern. Neben den niedrigeren Erlösen belasten die Integration von Solestial und ALL.SPACE sowie zusätzliche operative Kosten. Eine konkrete EBITDA-Prognose nannte das Management nicht.
Regierung ändert Vergabepraxis
York führt die Verzögerungen vor allem auf eine veränderte Beschaffungsstrategie der US-Regierung zurück. Statt größere Projekte direkt auszuschreiben, vergeben die Behörden zunehmend sogenannte IDIQ-Verträge. Diese Rahmenverträge nehmen Unternehmen zunächst in einen Kreis zugelassener Anbieter auf. Konkrete Umsätze entstehen erst durch nachfolgende Task Orders.
"Dieser Ansatz startet langsamer, kann sich bei den anschließenden Einzelaufträgen aber schneller beschleunigen", sagte Wallinger. Die Umstellung habe "erhebliche Umsatzbeiträge aus unserer identifizierten Pipeline von 11,5 Mrd. USD in das Jahr 2027 verschoben".
Für York ist das neue Verfahren nicht nur negativ. Das Unternehmen erhielt 2026 bereits sechs Verträge nach diesem Modell. Erste Rahmenverträge wurden innerhalb weniger Wochen in finanzierte Einzelaufträge umgewandelt. Insgesamt gewann York im ersten Halbjahr acht Verträge. Die Erfolgsquote bei den eingereichten Angeboten lag nach Unternehmensangaben bei 88 %.
Wallinger sieht darin einen Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit: "Unsere Erfolgsquote von 88 % zeigt, dass wir unter jeder Beschaffungsstrategie gewinnen können." Ein IDIQ-Vertrag garantiert allerdings noch keine größeren Umsätze. Entscheidend sind staatliche Haushaltsfreigaben und konkrete Task Orders.
Große Pipeline, geringe Planungssicherheit
Der feste Auftragsbestand lag Ende Juni bei 592 Mio. USD. Gegenüber dem Vorquartal sank er um 8 %, seit Jahresbeginn stieg er um 9 %. York beziffert das Volumen potenzieller, aber noch nicht endgültig vergebener Verträge auf mehr als 1,85 Mrd. USD. Die identifizierte Pipeline umfasst über 11,5 Mrd. USD.
Diese Summe beschreibt das adressierbare Geschäft, nicht den vertraglich gesicherten Umsatz. Eine Prognose für Umsatz oder Margen im Jahr 2027 wollte das Management deshalb noch nicht abgeben. Die Behauptung, verschobene Erlöse würden im kommenden Jahr automatisch nachgeholt, ist damit nicht belastbar.
Strategisch erweitert York sein Geschäft. ALL.SPACE produziert gegen Störungen geschützte Kommunikationsterminals für militärische und unbemannte Systeme. Die Tochter erhielt zuletzt einen Folgeauftrag der US Navy über 6 Mio. USD für 23 zusätzliche Terminals. Solestial soll mit eigener Solarzellentechnik die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten reduzieren.
Die übernommenen Unternehmen sollen 10 % bis 15 % zum Umsatz 2026 beitragen. Ende Juni verfügte York über 534 Mio. USD an liquiden Mitteln und eine vollständig ungenutzte Kreditlinie von 150 Mio. USD. Nach Quartalsende flossen allerdings 155 Mio. USD in die Übernahme von ALL.SPACE.
Fazit: Die um knapp ein Drittel gesenkte Umsatzprognose, der anhaltende EBITDA-Verlust und der zeitgleiche CFO-Wechsel schauen nicht gut aus. Vielleicht wird das Unternehmen jetzt selbst zum Übernahmekandidaten? Der Space-Sektor dürfte sich weiter konsolidieren. Das Unternehmen hat bereits eine markante Größe erreicht. Aber es bleibt Projektgeschäft und das schwankt teilweise eben auch heftig. Die York-Space-Aktie ist nur etwas für Zocker, wobei ich das auf dem stark gedrücktem Niveau für durchaus interessant halte.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
Schätzungen von vor der Warnung
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mio. USD | 386,00 | 557,00 | 850,00 |
| Ergebnis je Aktie in USD | -0,77 | -0,68 | 0,53 |
| KGV | - | - | 21 |
| Dividende je Aktie in USD | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

Eröffne jetzt Dein kostenloses Depot bei justTRADE und profitiere von vielen Vorteilen:
✓ 50 Euro Startguthaben bei justTRADE
✓ ab 0 € Orderprovision für die Derivate-Emittenten (zzgl. Handelsplatzspread)
✓ 4 € pro Trade im Schnitt sparen mit der Auswahl an 3 Börsen - dank Quote-Request-Order
Nur für kurze Zeit: Erhalte eine Überraschung von stock3 on top!
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|

Keine Kommentare
Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.