Analyse
06:16 Uhr, 09.01.2026

REVOLUTION MEDICINES - Erste Mega-Übernahme des Jahres?

Übernahmegerüchte gab es bereits zuvor, allerdings zu Preisen um 20 Mrd. USD, gestreut vom WSJ. Nun setzt die FT eins drauf und kalkuliert mit einer Übernahme von Revolution Medicines durch Merck & Co. Der Preis? Bis zu 32 Mrd. USD!

Erwähnte Instrumente

  • Merck & Co. Inc.
    ISIN: US58933Y1055Kopiert
    Kursstand: 110,990 $ (NYSE) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • BB Biotech AG
    ISIN: CH0038389992Kopiert
    Kursstand: 50,200 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Merck & Co. Inc. - WKN: A0YD8Q - ISIN: US58933Y1055 - Kurs: 110,990 $ (NYSE)
  • BB Biotech AG - WKN: A0NFN3 - ISIN: CH0038389992 - Kurs: 50,200 € (XETRA)
  • Revolution Medicines Inc. - WKN: A2PYWG - ISIN: US76155X1000 - Kurs: 107,470 $ (Nasdaq)

Merck & Co. plant den nächsten Mega-Deal im Onkologie-Sektor: Der US-Pharmakonzern verhandelt laut Medienberichten über die Übernahme von Revolution Medicines für bis zu 32 Mrd. USD und setzt damit seine aggressive M&A-Strategie vor dem Keytruda-Patentablauf fort.

Was bislang passiert ist

Am Mittwoch kamen erste Übernahmegerüchte, geschürt vom Wall Street Journal auf. Dieses hatte AbbVie als Übernahmeinteressenten ausgemacht und einen Preis um die 20 Mrd. USD genannt. Reuters wiederum zitierte wenig späterAbbVie, dass man nicht in Gesprächen mit Revolution Medicines sei. Nun legt ein weiteres Finanzportal nach:

Laut Financial Times verhandelt Merck & Co. über den Kauf von Revolution Medicines, einem auf Krebsmedikamente spezialisierten Biotech-Unternehmen mit Sitz in Redwood City (Kalifornien) und einer aktuellen Marktkapitalisierung von mehr als 20 Mrd. USD. Diskutiert wird demnach eine Preisspanne von 28 bis 32 Mrd. USD, ein Abschluss wäre aber frühestens in einigen Wochen zu erwarten und ist ausdrücklich nicht sicher, da auch andere Pharmaunternehmen Interesse zeigen.

Revolution Medicines arbeitet an zielgerichteten Krebstherapien auf Basis der Hemmung von Genmutationen. Im Fokus steht ein Wirkstoffkandidat gegen die häufigste Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine der tödlichsten Krebsarten mit bisher wenigen wirksamen Behandlungsoptionen. Zudem wird derselbe Ansatz auch bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in Studien getestet. Die Projekte befinden sich noch im frühen Stadium, Analysten rechnen nicht vor Ende des Jahres mit möglichen Marktzulassungen, eher später. Ein Merck-Deal wäre damit eine der größten Biotech-Transaktionen überhaupt, noch bevor nennenswerte Umsätze fließen.

Die Spekulationen haben die Revolution-Medicines-Aktie bereits deutlich nach oben getrieben: Der Kurs legte im regulären Handel um 4,6 % zu und sprang nachbörslich noch einmal um rund 15 %, was die Marktkapitalisierung auf etwa 24 Mrd. USD erhöhte.

Revolution-Medicines-Aktie (Wochenchart)
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Merck & Co. unter Zeitdruck

Merck & Co. steht unter massivem Ertragsdruck ab Ende dieses Jahrzehnts, da der Blockbuster Keytruda ab 2028 schrittweise den Patentschutz verliert. Genau deshalb ist der Konzern seit einiger Zeit auf Einkaufstour, um die entstehende Umsatzlücke durch neue Produkte zu schließen. Bereits 2024 wurden mehrere größere Deals gemeldet, darunter Käufe des Atemwegs-Spezialisten Verona Pharma und von Cidara Therapeutics mit Schwerpunkt Grippeprävention.

Die mögliche Übernahme von Revolution Medicines würde diese Strategie konsequent fortführen, wäre aber eine andere Dimension: Erstens handelt es sich um ein klassisches "Pre-Revenue"- oder "Pre-Commercial"-Target mit deutlich höherem Entwicklungs- und Zulassungsrisiko, zweitens wäre die Transaktionssumme mit bis zu 32 Mrd. USD der größte Onkologie-Deal seit Pfizers 43-Mrd.-USD-Kauf von Seagen und gleichzeitig einer der größten Biotech-Deals überhaupt in einer noch frühen Pipeline-Phase.

Merck & Co.-Aktie (Monatschart)
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Ein Dauerthema im Biotech-Sektor

Kommt ein Deal zustande, würde das gleich mehrere Signale aussenden. Zum einen bestätigt es das Dauerthema für Investoren, dass Biotech-Unternehmen aufgrund zahlreicher Innovationen attraktive Übernahmeziele für Pharmakonzerne darstellen können. Zum anderen zeigen die zahlreichen Übernahmen, dass die Bewertungen im Sektor durch die jahrelange Seitwärtsphase attraktiv sind. Zugegebenermaßen ist Revolution Medicines hier ein Spezialfall, denn das Unternehmen würde mit einer Bewertung von 30 Mrd. USD mit dem fast 20-fachen prognostizierten Umsatz für 2029 bezahlt werden. Ein dritter Punkt: Pharmaunternehmen haben oftmals mit Patentklippen zu kämpfen. Das Beispiel Merck zeigt, wie sich der Übernahmedruck durch diese Situation verschärfen kann.

Kurzum: Der Biotech-Sektor steht unter Starkstrom, die Rally der vergangenen Monate ist fundamental untermauert. Käme eine Übernahme von Revolution Medicines zustande, könnten sich übrigens auch BB-Biotech-Aktionäre freuen. Mit einer Gewichtung von 9,3 % im Portfolio ist Revolution Medicines nach Ionis und Argenx die drittgrößte Position der Beteiligungsgesellschaft.

BB-Biotech-Aktie (Monatschart)
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